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Zwei der bekanntesten Namen von Krishna sind Govinda und Gopala. Govinda und Gopala heißt beides Hirte. Wobei „Go“ eigentlich „Kuh, Kuhhirte“ heißt und Hirte in verschiedensten Kulturen einer der Beinamen von Gott ist. Im Alten Testament gibt es dieses berühmte Gebet: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Oder auch die ältesten Darstellungen von Jesus im 3. Jahrhundert n. Chr. Dort hängt Jesus nicht am Kreuz, das wurde erst später populärer. Die erste Darstellung von Jesus war Jesus als Hirte. Das ist ein Bild, das wir uns auch machen können, dass Gott sich um uns kümmert. Wir brauchen uns nicht zu viele Gedanken zu machen. Zwar hat uns Gott oder das Universum oder der Kosmos auch einen freien Willen gegeben, also sind wir doch hoffentlich etwas anders als Schafe. Aber dennoch, das Prinzip, dass Gott uns führt und uns das gibt, was wir brauchen, ist ein sehr wichtiges, an das wir immer wieder denken können.

Der Mensch hat natürlich andere Aufgaben als die Schafe. Es geht um mehr, als nur einfach zu überleben, Nachkommen zu erzeugen und etwas zu produzieren, was anderen Lebewesen nutzt. Es ist die Bestimmung des Menschen, sich zu entwickeln. Der Mensch ist im Unterschied zu den Tieren bei der Geburt nicht so festgelegt. Wir können mit dem gleichen genetischen Material heute Autos steuern und im Internet kommunizieren. Und die spirituellen Traditionen sind sich einig, dass es im Menschsein nicht einfach darum geht, sich äußerlich und materiell zu entwicklen, sondern auch spirituell. Ein guter Hirte hilft uns auf all diesen Ebenen. Darum können wir darauf vertrauen, dass Gott uns auf allen Ebenen hilft. Auf der materiellen Ebene und auf einer persönlichen, spirituellen. Gott hilft uns, dass wir unsere Unterscheidungskraft und unseren freien Willen gut verwenden können, dass wir unsere Persönlichkeit entwickeln und unsere Talente entfalten. Auf all diesen Ebenen sind wir nicht nur auf uns selbst angewiesen. Wir können auf den guten Hirten zählen und uns ihm anvertrauen. Wir können uns bewusst sein: Gott hilft uns, dorthin zu wachsen.

Im Satsang singen wir am Ende des Aratis immer: „Twameva Mata Cha Pita Twameva Twameva Bandhuscha Sakha Twameva Twameva Vidya Dravinam Twameva Twameva Sarvam Mama Deva Deva. - Du bist Vater, du bist Mutter, du bist Freund, du bist Verwandter, du bist mein Wissen, du bist all mein Besitz, du bist letztlich alles.“

Damit wird ausgedrückt, dass Gott nicht „nur“ ein Hirte ist, sondern letztlich alles andere: unser Vater, unsere Mutter, unser Leben. Manchmal verzichten Vater und Mutter darauf, etwas für das Kind zu machen, damit das Kind sich weiter entwickelt Das ist auch eine gute Analogie. Und ob wir das Ganze jetzt Gott nennen oder kosmische Intelligenz, höheres Bewusstsein oder wie auch immer: Wenn wir aus der Bewusstheit heraus leben, dass wir nicht allein sind und gegen eine feindliche Welt kämpfen müssen, sondern dass alles, was kommt, dazu da ist, uns auf unserem spirituellen Weg zu helfen, dann wird unser Leben erfüllter und vor allen Dingen sinnvoller und auch freudevoller.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: entwicklung, hirte, inspirationen, jesus, satsang, sukadev, twameva, tägliche

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