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Pranayama wird fortschreitend verlängert und verfeinert.

Ein zweiter wichtiger Aspekt vom Pranayama ist fortschreitende Verfeinerung. Auch hier gilt es, wir müssen uns davor hüten, beim Pranayama zuviel nur auf Physiologie zu achten. Ähnlich hat ja Patanjali über Asanas gesprochen. Er hat dort auch gesagt, Asana wird gemeistert, nicht durch fortschreitende Flexibilität und Muskelkraft, auch nicht durch fortschreitende Detailgenauigkeit, sondern durch Loslassen von Verspannungen und Meditation über das Unendliche. Bei Pranayama gilt auch, dass man die Einatmung, die Ausatmung und das Anhalten reguliert. Dass man genau darauf achtet, wie atmet man. Natürlich sind all diese körperlichen Dinge wichtig und deshalb ist es ja auch notwendig, gerade beim Pranayama, die Atemübungen von einem Yogalehrer oder einer Yogalehrerin zu bekommen. Einfach aus Büchern werden diese physiologischen Dinge nicht einfach möglich sein. Aber am wichtigsten beim Pranayama ist, das Pranayama subtil zu machen, fein zu machen, Suksmah, wie es Patanjali nennt. Darauf hat mein Meister, Swami Vishnudevananda immer wieder geachtet. Ich habe ihn sehr häufig gefragt, wie soll man genau die Finger setzen in der Wechselatmung, wie bewegt sich der Bauch, wie weit sollte man ein- oder ausatmen, wie genau macht man Mula Bandha und Uddhiyana Bandha und wie bewegt sich Brust usw. Und bis zu einem gewissen Grad hat mir Swami Vishnu immer geantwortet. Irgendwann kam er aber dazu, dass er mir gesagt hat, „Kümmere dich nicht so sehr um die Details. Konzentration ist das Wichtigste.“ oder „Wichtiger als körperliche Aspekte ist die Konzentration des Geistes.“ Swami Vishnu wusste sehr viel über die körperlichen Aspekte, aber aus gutem Grund hat er nicht zu viel darüber erzählt und vor allen Dingen, nicht während einer ganzen Yogastunde, sondern er hat uns immer wieder dazu aufgefordert, dass wir den Geist konzentriert halten sollen. Auf ein Mantra, auf ein Chakra, auf die Vorstellung von Licht, mit einem Gebet, einer Affirmation oder einfach große Bewusstheit. Bewusstheit der Verbundenheit, Bewusstheit der Einheit.
Auch jetzt kannst du das z.B. machen, während du deinen Atem beobachtest. Beobachte, wie Luft einströmt. Beobachte, wie Luft ausströmt. Du kannst das verfeinern, indem du die Achtsamkeit auf den Atem verstärkst. Du kannst es verfeinern, indem du das mit einem Mantra verbindest. Du kannst es verfeinern, indem du das mit der Bewusstheit verbindest, dass du über den Atem mit der Atmosphäre verbunden bist und damit mit allen Wesen. So ist eigentlich jeder Atemzug etwas Spirituelles, deshalb gibt es ja auch das Soham-Mantra, welches als natürliches Mantra gilt. Mit jedem Einatmen wiederholst du „So“. Mit jedem Ausatmen wiederholst du „Ham“. „Ham“ heißt „ich bin“. „So“ heißt „Das“. Jeder Atemzug sagt dir, Soham, ich bin Das. Ich bin verbunden mit dem Unendlichen. Ich bin reines Bewusstsein. So kann allein die Bewusstheit des Atems und das Zuhören der Botschaft des Atems, dich zu einer tief spirituellen Verwirklichung führen. Lass also dein Pranayama subtil werden. Lass auch deinen Atem subtil werden. Nutze immer wieder den Atem, um wirklich Bewusstheit zu spüren.

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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