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Om Namah Shivaya und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!
In der zweiten Hälfte der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 36. Vers, sagt Patanjali: Durch Samyama auf die Interessen des Selbst statt auf die Interessen des Individuums kommt das Wissen um Purusha, die Seele.

Letztes Mal habe ich schon erwähnt, wie wichtig es ist, sich immer wieder die Frage zu stellen: „Was führt mich zur höchsten Verwirklichung? Was sind die Interessen meines höheren Selbst? Wie kann ich dem höheren Selbst dienen? Wie kann ich Gott dienen? Was will Gott?“

Es sollte unsere Grundeinstellung im Alltag sein, nicht so sehr darüber nachzudenken, was wir als Individuum wollen, sondern darüber, was unsere Aufgabe im kosmischen Ganzen ist. Was können wir tun, um zur Verwirklichung zu kommen? Um das herauszufinden, können wir immer wieder beten: „Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe.“ Dieses Gebet könnte unsere Grundeinstellung im Leben werden und uns so bei jeder anstehenden Entscheidung helfen.

Du kannst so dein ganzes Leben gestalten. Wenn du überlegst, was du isst, dann überlege nicht nur: „Was mag ich und was ist gut für meine Gesundheit?“, sondern auch: „Welche Nahrung hilft mir, besser zu meditieren und zur Verwirklichung zu kommen? Welche Ernährung hilft auch anderen Wesen?“ Wenn du darüber nachdenkst, wirst du ganz von selbst kein Fleisch mehr essen.

Immer wieder sagen Menschen, dass es letztlich jedem selbst überlassen ist, ob er Fleisch isst oder nicht. In der Praxis mag das stimmen. Aber wenn es um das kosmische Ganze geht, dann trifft das nicht zu. Denn ob du Fleisch isst oder nicht, das betrifft nicht nur dich, sondern auch andere denkende und fühlende Lebewesen. Hier geht es also nicht darum, was du persönlich willst, sondern auch um die Frage: „Was will die Kuh? Was will das Huhn?“ Und letztlich: „Was will Gott?“ Das Gleiche gilt, wenn du dir überlegst, wie du deinen Tag gestaltest, ob du meditierst, Asanas oder Pranayama machst. Auch dabei geht es nicht nur darum, ob es dir gut tut oder nicht, sondern darum, wie du deinen Tag so gestalten kannst, dass du zur höchsten Verwirklichung kommst und damit positiv in der Welt wirken kannst.

Auch bei der Berufswahl geht es nicht nur darum, was dir liegt. Es geht natürlich auch darum, aber nicht nur. Die Frage ist auch: „Wie kann ich anderen Menschen am besten dienen? Wie kann ich am besten meine Fähigkeiten zum Wohl anderer einsetzen? Wie kann ich anderen helfen? Was will Gott von mir?“ Bei allem, was du tust, kannst du dich immer fragen: Ist das, was ich tue, was ich verbrauche, was ich konsumiere zum Wohl des großen und kosmischen Ganzen? Ist es das, was Gott sich von mir wünscht? Führt es mich zum Höheren? Ist es auch für andere gut?“ Wenn du darüber immer wieder nachdenkst, meditierst und danach handelst, dann kommst du zum wahren Wissen, Purusha Jnana, dem Wissen über das höhere Selbst.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga-Vorträge als mp3

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Tags: Patanjali, Wirklichkeit, dhyana, entscheidung, höhere, höheres, intuition, konzentration, selbst, sukadev, Mehr...sutra, treffen, täglich, wissen

Kommentar von Rafaela am 16. Mai 2010 um 4:59pm
Om Namah Shivaya
Lieber Sukadev,
für mich ist es eine große Hilfe die Grundeinstellung im Alltag „Nicht mein Wille, sondern Gottes Wille geschehe.“ Und ich verstehe es so: Gottes Wille ist alles jenseits des kleinen ich´s.

Liebe Grüße
Rafaela

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