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Wer bin ich? Die große vedantische Frage Teil 2

Wer bin ich? Jetzt dürft ihr sprechen. Ihr habt bis eben gesungen „Wer bin ich?“. Sat-Chid-Ananda. Sein, Wissen und Glückseligkeit. Und wann bin ich das? Jederzeit. Wenn der Morgen schön ist, man gut ausgeschlafen hat, sich hinsetzt für die Meditation – wer bin ich? Sat-Chid-Ananda. Sein, Wissen und Glückseligkeit. Wenn man morgens müde ist, kaum aus dem Bett kommt, sich mühselig zur Meditation hinsetzt und Knie und Rücken wehtun – wer bin ich? Sat-Chid-Ananda. Sein, Wissen und Glückseligkeit. Und wenn man morgens gar nicht aufwacht, weil man erkältet ist und längeres Schlafbedürfnis hat und vielleicht Fieber die Knochen wehtun lässt. Wer bin ich? Sat-Chid-Ananda. Sein, Wissen und Glückseligkeit. Und wenn es dann morgens etwas ganz Wunderbares zu essen gibt – wer bin ich? Sat-Chid-Ananda. Sein, Wissen und Glückseligkeit. Wenn man sich so sehr darauf gefreut hat und im letzten Moment ist der Salzpot in die Suppe reingefallen und man hat keine Zeit mehr, was anderes vorzubereiten. Wer bin ich? Immer noch Sat-Chid-Ananda. Und wenn ihr nach Hause kommt und dort wartet vielleicht euer Liebster und kniet vor euch nieder, mit einem kleinen Päckchen in der Hand. Seid fünf Jahren habt ihr darauf gewartet – wer bin ich? Sat-Chid-Ananda, vielleicht mit besonders viel Ananda jetzt. Wenn ihr nach Hause kommt und ihr öffnet die Tür, es klingt irgendwie komisch hohl. Ihr findet auf dem Küchentisch einen Brief, da steht drauf: Ich bin heute ausgezogen. Die Kinder warten bei Oma. Ist schon mal jemandem passiert. Hat mir mal jemand erzählt. Wer bin ich? Sat-Chid-Ananda. Vielleicht auch verzweifelt, aber auch Sat-Chid-Ananda. Oder ihr kommt am Montag zur Arbeit, euer Chef ruft euch zu sich und sagt: „Sie sind befördert worden.“ Wer bin ich? Sat-Chid-Ananda. Mag angenehm oder unangenehm sein, immer noch bleibt Sat-Chid-Ananda. Ihr wollt am Montag zur Arbeit kommen, die Tür ist abgeschlossen, da steht irgendwie was drauf. Ich glaube, in Deutschland klappt das nicht ganz so, aber in Amerika gibt es so was. Man kommt hin, door closer. Unternehmen zugeschlossen. Wer bin ich? Immer noch Sat-Chid-Ananda.
Vielleicht jetzt einfach, das so zu sagen, an diesem Wochenende, hier im Ashram. Dennoch, wenn man das einmal andeutungsweise verstanden hat, kann man sich da immer wieder dran erinnern. Auch wenn zwischendurch wir das wieder vergessen. Auch wenn die Tatsache, das wir Sat-Chid-Ananda sind, nicht heißt, dass wir deshalb nicht mehr leiden. Die versalzene Suppe schmeckt trotzdem nicht und die emotionalen Hochs und Tiefs werden weiter da sein. Vielleicht wäre auch sonst das Leben auch vielleicht nicht so, wie man es sich gerne wünschen würde. Eine wandelnde Statue will vermutlich niemand sein. Aber wir können uns immer wieder zurückziehen oder zurückbesinnen auf das, was gleich bleibt. Und dann können wir ins Getümmel des Lebens, mit all seinen Hochs und Tiefs, uns hineinstürzen und unser Karma genießen und erleiden, unsere Missionen und Aufgaben im Leben erfüllen, die, die wir vielleicht haben oder einbilden zu haben. Wir wissen ja nicht, was es wirklich ist. Aber wir können uns immer wieder erinnern, tief im Hintergrund, da bleibt Sat-Chid-Ananda. Sein, Wissen und Glückseligkeit.

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