mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

Das Yoga Forum für Ayurveda, Yoga, Meditation und Spirituelles Leben

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen

Ich lese etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda, aus dem Kapitel „Samadhi“. Samadhi ist der überbewusste Zustand. Samadhi ist der Zustand von Einheit. Samadhi ist der tiefe Zustand der Meditation.
Ich lese die ersten Sätze aus dem Kapitel:
„Samadhi ist Einheit. Samadhi ist überbewusste Erfahrung. Samadhi ist Adhyatmic Anubhava, die Verwirklichung des wahren Selbst.“
In diesen drei Sätzen steckt eigentlich schon fast alles drin. Samadi ist Einheit, ist eine Erfahrung. Samadhi ist kein Glaube, sondern Samadhi ist die Erfahrung die man macht, wenn alle Gedanken zur Ruhe gekommen sind,wenn man dabei vollkommen bewusst ist, wenn man die Grenzen transzendiert hat von Zeit, Raum, Kausalität, von Subjekt-Objekt, die Grenzen transzendiert hat von „Ich nehme etwas wahr.“. Sondern einfach reine Bewusstheit da ist, jenseits aller Grenzen, erfahren wir die Einheit. Das ist die Erfahrung aller großen Meister aller Traditionen. Nicht nur im Yoga, im Buddhismus, in der christlichen Mystik, auch in der islamischen Mystik, dem Sufismus, in Naturreligionen, wo auch immer.

Wann immer es Menschen gelungen ist, sei es zufällig oder über spirituelle Praktiken, den Geist zur Ruhe zu bringen, erfahren sie Einheit. In all den großen spirituellen Traditionen wird gesagt, es gibt nur ein einziges Bewusstsein. Im Deutschen gibt es kein Plural von Bewusstsein, es gibt nicht Bewusstseine oder Bewusstseins, es gibt nicht Consciousnesses, sondern es gibt nur eine einzige Bewusstheit und die beruht aus dieser Erfahrung. Wenn Bewusstsein losgelöst ist von Worten und Bildern, ist es reine Erfahrung, Einheit. Das wird überbewusste Erfahrung genannt. „Überbewusst“ trifft es jetzt natürlich nicht wirklich, es ist reine Bewusstheit. Es ist über das hinausgehend, was wir jetzt im Alltag erfahren. Im Alltag spürt man: „Ich bin hier, die anderen sind dort.“ und da gibt es noch alles Mögliche, was wir erfahren können. Über dieses Alltagsbewusstsein hinausgehend gibt es die Möglichkeit, die eine unendliche Erfahrung zu machen.

Im dritten Satz beschreibt Swami Sivananda hier die Verwirklichung des wahren Selbst. Schon im alten Griechenland hieß es: „Gnothi seauton. Erkenne dich selbst.“ Diese Erkenntnis des Selbst suchen die Menschen. Viele wollen sich selbst verwirklichen, im Sinne von, herausfinden: „Was ist meine Persönlichkeit? Was ist in mir an Talenten da?“ Man will ein authentisches Leben führen, nicht ein fremdbestimmtes Leben. Wenn man das auf einer relativen Weise probiert, wird man feststellen, dass das wie eine Chimäre, der man hinterher jagt. Alle menschlichen Handlungstendenzen, alle menschlichen Vorstellungen, Talente, Fähigkeiten sind irgendwo doch über Erziehung, Genetik, Evolutionspsychologie usw. erklärbar, begründbar. Sie sind ein persönliches Erbe letztlich auch der Evolution. Aber „Was bin ich wirklich, jenseits von all dem?“ Das ist dieses Bewusstsein, welches sich widerspiegelt in Körper, Persönlichkeit, Psyche usw. In Samadhi können wir tatsächlich erfahren, wer wir sind.

Im nächsten Satz scheibt Swami Sivananda: „Samadhi ist Ekstase, wonnevolle Vereinigung.“ Damit beschreibt er auch, dass es nicht nur um eine abstrakte Bewusstheit geht, sondern um Wonne, wahre Freude. Hier können wir sagen, der Mensch strebt danach, glücklich zu sein. Das klingt banal, viele Schlager haben dies zum Thema gehabt und haben es auch heute noch. Aber was ist Glück? Es gibt relatives Glück, welches uns niemals zufrieden stellen wird. Was auch immer der Mensch erreicht, er strebt nach mehr. Was auch immer man für schöne Erfahrung hat, sie vermag es nicht, einen dauerhaft zufrieden zu stellen. Tief im Inneren wissen wir, dass es mehr gibt. Es gibt unendliche Wonne, unendliches Glück. Dieses Glück ist erfahrbar in Samadhi.

 

Und so können wir sagen, bewusst oder unbewusst strebt jeder Mensch nach Samadhi. Wir streben nach Verbundenheit, was auch ein Ausdruck von Liebe ist. Wir streben nach Selbsterkenntnis. Wir streben nach Freude. All das ist erfahrbar in Samadhi.


Hari Om Tat Sat

 

Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Hier gibt es mehr Yoga Vorträge als mp3.

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 107 X ANGESCHAUT

Tags: Religion, Samadhi, inspiration, sukadev, tägliche

Kommentar

Sie müssen Mitglied von mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community sein, um Kommentare hinzuzufügen!

Mitglied werden mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

© 2019   Impressum | Datenschutz | AGB's | Yoga Vidya |   Powered by

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen