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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Ich schlage heute einfach mal das Buch auf: „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda. Wir sind im Kapitel „Tod“. Swami Sivananda schreibt dort:


„Große Wissenschaftler, die Erfinder vieler wunderbaren Dinge, mächtige Kaiser, die erstaunliche Leistungen vollbracht haben, inspirierte Dichter, wunderbare Künstler, viele Rishis, Seher, Yogis, sind gekommen und gegangen. Was ist aus ihnen geworden? Was ist auf der anderen Seite des Todes? Wurden diese Menschen nicht existent, haben sie sich in ein luftiges Nichts aufgelöst? Solche Fragen ergeben sich spontan in den Herzen aller Menschen. Dieselbe Frage stellt sich heute, so wie sie sich vor Tausenden von Jahren gestellt hat. Niemand kann sie zum Schweigen bringen, denn diese Frage ist untrennbar mit unserer Natur verbunden. Der Mensch fürchtet den Tod. Der Mensch will nicht sterben, er will für immer leben. Das ist letztlich der Ausgangspunkt für jede tiefere Philosophie. Die Philosophie stellt Fragen und forscht. Und die spirituelle Philosophie verkündet mutig: Oh Mensch, fürchte dich nicht vor dem Tod. Es gibt eine unsterbliche Heimstätte, das ist Brahman, das ist dein ganzer Atman, der tief in deinem Herzen wohnt. Reinige dein Herz und meditiere über dieses reine, unsterbliche, unveränderliche Selbst, dann wirst du Unsterblichkeit erlangen.“


Es gibt in verschiedensten Religionen die Aussage: Erinnere dich an Gott. Und wenn du dich nicht an Gott erinnern kannst, dann erinnere dich an den Tod. Denn, wenn wir an den Tod denken, dann wird alles sehr relativ. Dann wissen wir, dass wir alles irgendwann hinter uns lassen werden. Alle Häuser, die wir gebaut haben, alle Bäume, die wir gepflanzt haben, alle Firmen, die jemand aufgebaut hat, alle Eisenbahnsammlungen, die man gebastelt hat und womit sich Menschen noch so alles beschäftigen, das alles wird irgendwann zu Ende sein. Wir werden vieles verlassen und viele werden uns verlassen, bevor wir sie verlassen. Das ist der Gang dieser Welt.
Dann kann man sich fragen, vor dem Hintergrund dieser Sterblichkeit, vor dem Hintergrund, dass alles irgendwann aufhört: Was ist wichtig? Und so haben die großen Meister diese Fragen gestellt: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Sie sind zu der großartigen Antwort gekommen, dass wir nicht der Körper sind und nicht die Persönlichkeit, sondern das unsterbliche Selbst. Dieses Selbst bleibt gleich, egal, was passiert. Krishna gibt in der Bhagavad Gita eine Analogie. So wie ein Mensch alte Kleider ablegt und neue Kleider annimmt, so ähnlich legen wir irgendwann diesen Körper ab und legen einen neuen Körper an.
„In der Manu Smriti heißt es, auf der einen Seite kommt der Mensch mit nichts und geht ohne etwas. Auf der zweiten Ebene kommt der Mensch mit etwas, es ändert sich einiges und er geht verändert. Und auf einer dritten Ebene, der höchsten Ebene, kommt der Mensch mit etwas, es ändert sich nichts und er geht mit dem Gleichen.“
Die erste Ebene ist die Ebene des Materiellen. Wir kommen ohne etwas, unbekleidet. Wir gehen ohne etwas, wir nehmen noch nicht mal Glassplitter mit. Auf der zweiten Ebene kommen wir mit etwas. Mit unserem Karma und der Persönlichkeit kommen wir schon auf die Welt. Schon die Babys sind unterschiedlich. Jede Mutter, die mindestens zwei Kinder hat, weiß, dass Kinder unterschiedlich sind. Und selbst wenn sie Zwillinge sind sind sie dennoch unterschiedlich. Sogar eineiige Zwillinge sind anders.
Also, man kommt auf eine gewisse Weise, man hat unterschiedliches Karma, es ändert sich in diesem Leben etwas und man geht wieder, vielleicht mit einem etwas stärkerem Geist und etwas mehr Liebe, mit etwas mehr Fähigkeit, Gott wahrzunehmen. Aber auf der höchsten Ebene sind wir Satchidananda: Sein, Wissen und Glückseligkeit. Wir bleiben es, was auch immer passiert, und wenn wir diese Welt verlassen, sind wir weiterhin Satchidananda. Dies zu verwirklich, das ist der höchste Sinn des Lebens. Alles andere, was wir machen, kann bewusst oder unbewusst dazu beitragen.


Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: glück, inspirationen, jnana, sivananda, sukadev, tägliche, vedanta, wahrheit, weisheit, wissen

Kommentar von Bhajan Noam am 11. März 2011 um 10:37pm
Der Tod ist nur ein Tor. Der Schritt durch dieses Tor jedoch erfordert entweder großen Mut oder große Gelassenheit. Yoga lehrt uns beides. Und am Ende ist da ein Lachen: Was "hier" wie ein trennendes Tor wirkte - "jenseits" ist nur Einheit. Niemals geboren, niemals gestorben - nur ewig in dem EINEN seiend. Maya ist Moksha - verkleidet. Unter dem Schleier wirrer Gedanken weiß jeder die Wahrheit, jeder hat sie schon, zumindest für Sekunden, erfahren. Witz oder tiefste Weisheit: Der Tod, den es nicht gibt, ist unser größter Lehrer und vollkommen unbestechlich. Und eigentlich möchte er uns keine Angst einjagen, sondern nur liebevoll Vertrauen lehren.

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