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Ich will etwas lesen aus der Bhagavad Gita, dem Zwiegespräch zwischen Krishna und Arjuna. Krishna, dem Lehrer und Arjuna, dem Schüler.
Im 9. Kapitel, 22. Vers sagt Krishna Folgendes: „Den Menschen, die Gott allein verehren, an nichts anderes denken und immer die Einheit fühlen, gibt Gott mit Sicherheit das, was sie noch nicht haben und bewahrt ihnen, was sie bereits besitzen.“
Das heißt, wer Gott verehrt und stets an Gott denkt und dabei die Einheit fühlt, bekommt das, was er braucht. Und sowohl, das, was man noch nicht hat, das bekommt man, wenn man es braucht und das, was man hat und braucht, das behält man auch. Nur das, was man nicht braucht, bekommt man nicht oder man verliert es auch. Wenn Er hier sagt, „Wer an nichts anderes denkt als Gott“, müssen wir überlegen, wie ist das möglich? Wir müssen auch mal Essen, wir müssen auch mal Trinken, wir müssen auch mal aufs Klo gehen, man muss seinen Lebensunterhalt verdienen, und man muss auch mal Schlafengehen. Wie ist es möglich, an nichts anderes zu denken als an Gott oder Bewusstheit oder Unendlichkeit? Das geht nicht, indem wir jetzt aufhören zu Essen und aufhören unseren Lebensunterhalt zu verdienen, sondern es geht, indem wir in allem Gott sehen. Das, was wir essen, ist Gott. Die Menschen, mit denen wir zu tun haben, sind auch Gott. Wir hatten ja heute Nachmittag so eine kleine Hochzeitszeremonie - klein ist wahrscheinlich etwas untertrieben. Und es war auch nicht nur heute Nachmittag, sondern fing gestern Abend an, ging heute Früh weiter am Standesamt. Dann ging es weiter in der Kirche in Paderborn. Und dann ging es hier heute Nachmittag weiter. Und jetzt, das yogische Hochzeitsritual beinhaltet auch, dass der eine Partner den anderen verehrt als Gott bzw. Göttin. Da wird gesagt: „Sei du mein Gott und sei du meine Göttin.“ Das gilt natürlich nicht nur im Partner oder in der Partnerin, obgleich es vielleicht gerade frisch Verliebten besonders leicht fällt, sondern, von hier sollte es auch weitergehen, dass wir Gott in allem sehen, in jeder Person und was auch immer da ist. Und wenn wir auf diese Weise stets an Gott denken, in allen, mit denen wir zu tun haben, in allen Wesen, mit denen wir es zu tun haben, in allem, was wir bekommen, in allem, was uns genommen wird, dann können wir auch sicher sein, wir bekommen auch genau das, was das Richtige ist. Es heißt so schön: „Der Mensch denkt und Gott lenkt.“ „Der Mensch dachte und Gott lachte.“ Und wir können ja auch sagen, es spricht auch nichts dagegen, Gott irgendwie Grund zum Lachen zu geben und deshalb können wir ruhig auch denken, wir können Pläne machen und in die Richtung auch handeln. Wenn es so sein soll, geschieht es auch so. Wenn es nicht so sein soll, ist es ein kleines kosmisches Lachen, was dabei herauskommt. Und Humor ist ein Zeichen aller großen spirituellen Meister und aller kleinen spirituellen Seelen.
Hari Om Tat Sat
Vielleicht der 27. Vers ist noch besonders schön zum Abschluss. „Alles, was du tust, alles, was du isst, alles, was du darbringst, alles, was du gibst, jede spirituelle Praxis, O Arjuna, bringe es Gott zum Opfer. So wirst du aus den Banden des Karmas befreit werden. Dein Geist wird fest sein im Yoga und so befreit wirst zu zum Höchsten kommen.“
Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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