Synchronizität – das Spiel der Existenz

 © 2015 Text: Bhajan Noam

Den Begriff „Synchronizität“ verdanken wir dem Schweizer Psychoanalytiker C. G. Jung. Er beschrieb damit ein scheinbar unbegründbares, aber für uns augenfälliges und sinnmachendes Zusammentreffen von Geschehnissen. Jeder kennt es und hat es schon erlebt als einen „Aha-Moment“. Ich nenne es gerne „einen subjektiv empfundenen Orgasmus von Zeit und Raum“.

 

Eigentlich existiert nichts anderes als Synchronizität. Doch die einen synchron verlaufenden Ereignisse passen uns gerade in den Kram und die anderen eben nicht. So nennen wir die zeitlich zusammenfallenden Geschehnisse, die uns angenehm sind oder irgendwie förderlich erscheinen Synchronizität. Andere nennen wir dumme Zufälle. Und der große Rest ist irgendwie dahingleitende Zeit ohne Bewusstheit, ein Dämmerzustand, der die multiplen Zusammenspiele, die ewige Musik des alleingestimmten Seins verpasst.

 

Synchronizität ist die für uns nur rudimentär verstehbare Sprache des Universums. Wir sind in Wahrheit noch Analphabeten oder irgendwie Ausländer im eigenen Land der Glückseligkeit. Die Existenz kommuniziert ununterbrochen mit uns, nicht nur in den wenigen Glücksfällen, die wir in unserem bescheidenen Dasein erleben. Und es schweigt nicht etwa in einer Pechsträhne. Alle von uns wahrgenommenen oder nicht wahrgenommenen Vorkommnisse geschehen im Einklang mit uns und der fernsten Galaxie des Universums sowie der winzigen Amöbe in einem Tümpel im afrikanischen Urwald. Und es ist eine Gleichzeitigkeit, die keiner Wege, keiner irgendwie sichtbaren oder messbaren Verbindungen bedarf. Das materielle und immaterielle Sein ist ein Hologramm, ein Punkt und eine Unendlichkeit zugleich.

 

Der eigentliche und permanente Ausdruck der Schöpfung ist Freude. Jede Blüte erblüht in Freude. Jeder Vogel singt aus lauter Freude über sein Dasein. Und der ursprüngliche Mensch tanzte einen ununterbrochenen Freudentanz in der erlebten Allgegenwart Gottes. In diesem unserem dunklen Zeitalter sind die selten aufblitzenden Lichter freudvoller Momente eine Art Restverbindung, eine Erinnerung und Mahnung, ein Liebesruf Gottes oder der Göttin an uns. Sie fragen: In welchen Traum bist du gefallen? Sie sagen: Kehre um, blicke um dich, erkenne wieder deine Allverbundenheit; diese Dunkelheit ist kein Realität, sie ist lediglich dein Vergessen, dein Albtraum; erinnere dich wieder, wache auf, sei wieder aufgehoben im ewigen Licht, das keine Schatten kennt.

 

C. G. Jung war für den Westen ein Pionier. Dem Osten hatte er nichts Neues zu erzählen. Und aus einer Angst heraus hatte er es vermieden, in den Osten nach Indien zu fahren. Er hatte von Ramana Maharshi gehört, er hätte ihm begegnen können. Doch danach wäre er nicht mehr der große innovative Psychoanalytiker gewesen. Er spürte im Geheimen, in Indien hätte sich sein Ich und seine ganze innere Forschungsleistung in ein großes Lachen aufgelöst. Was wäre dann mit seiner Seriosität geschehen, mit seinem Ansehen, seinem Ruhm? Er blieb hier. Und so ist uns nur dieser klägliche Begriff „Synchronizität“ geblieben. Kein C. G. Jung ist als erwachter Meister nach Europa zurückgekehrt, um weitere Schüler zu erwecken. Wieviel Leid, wieviel Krieg und Unheil hätte dem Westen erspart bleiben können. Der Mut dieses einzigen Mannes, sein Ich aufzugeben, seine Reputation, hätte vielleicht ausgereicht.

 

Seid bitte mutig. Nur Mut bringt den Frieden zurück. Nur Mut vertreibt die Schatten und Schrecknisse. Schwingt euch ein in die Intelligenz und Schöpfungsfreude dieses heiligen Seins, dann wird eure Synchronizität eine gigantische Welle erzeugen, eine Flut der Erleuchtung. OM TAT SAT.

 

- Bhajan Noam -

 

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

 

 

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