mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

Das Yoga Forum für Ayurveda, Yoga, Meditation und Spirituelles Leben

Ich möchte ein paar Worte sprechen über Einschwingung, auf Englisch „tuning“.
Ein Instrument kann gestimmt sein, oder auch nicht gestimmt sein. Ist ein Instrument schlecht gestimmt, dann ist klingt es unharmonisch. Auch einen Sender auf dem Radio stimmt man ein, man „tunt“ deshalb die Bezeichnung Tuner.
Unser Geist ist irgendwie auch so ein Radio und wir können ihn einstimmen auf verschiedene Frequenzen. So wie in diesem Raum gleichzeitig alle möglichen Radiosender zu hören sind, können wir auch unser Bewusstsein auf Verschiedenes einstimmen.
Manche Menschen, die in diesen Raum kommen, sehen vielleicht die Teppiche und die Architektur. Sie sind darauf eingestimmt. Der Nächste sieht vielleicht die Pflanzen und ist darauf eingestimmt. Der Nächste riecht vielleicht die Gerüche von vielen Menschen und ist darauf eingestimmt. Der Nächste spürt die besondere Schwingung, die in diesem Raum ist und diese besondere Kraft, und ist darauf eingestimmt. Und der Nächste spürt Gott in diesem Raum.
Jetzt die große Frage: Wer hat Recht? Was ist in diesem Raum? Eine ehemalige Schwimmhalle, deren Architektur noch besteht? Das Zuhause von wunderbaren Pflanzen? Eine hohe spirituelle Schwingung? Gerüche von Menschen? Oder Gott? Was ist in diesem Raum? Alles zusammen. Letztlich, da alles Gott ist, ist alles Gott.
Aber unsere Aufmerksamkeit kann auf das eine oder das andere gerichtet sein.
So ähnlich ist es auch beim Zusammensein mit einem Meister, z.B. Swami Vishnu. Manche haben seine orangen Gewänder faszinierend gefunden. Die anderen seine dunkle Hautfarbe. Die anderen haben überlegt, dieser indische Akzent. Die nächsten haben seine große Herzlichkeit gespürt. Die nächsten haben in seiner Gegenwart Gott gespürt. Wer hatte Recht? Auch wieder alle. Natürlich ist die Frage, was führt einen als spirituellen Aspiranten weiter? Wenn man sich auf die orange Kleidung besonders konzentriert? Vermutlich nicht ganz so. Und so können wir unseren Geist einstimmen.
Oder auch, jeder Mensch, man kann in jedem Menschen auch Gott sehen. Natürlich in manchen Menschen vielleicht mehrr als in anderen. Aber im Grunde genommen, alles ist da. Genauso, man spürt eine negative Schwingung irgendwo. Jetzt können wir uns darauf einstimmen, indem wir uns voll darüber aufregen oder Futter geben und dann sind wir ganz darauf eingeschwungen. Oder wir können unseren Geist erheben auf eine höhere Ebene und spüren dort das Höhere. Wie können wir unseren Geist einstimmen auf höhere Ebenen? Natürlich zum einen über Asanas, Pranayama und Mantrasingen. Das sind praktisch unsere Tuning-Instrumente. Vor kurzem hat jemand das Klavier neu gestimmt. Der brachte einen ganzen Werkzeugkasten mit. So gibt es bestimmte Praktiken, die stimmen unseren Geist höher.
Und so, indem wir Asanas, Pranayama, Meditation üben, indem wir Mantras singen und natürlich, je mehr wir unseren Geist darauf einstelen, umso mehr kann diese Kraft auch, die Kraft dieser Praktiken, unseren Geist erheben. Eine weitere Technik ist Dienen. Indem wir Gott dienen, stimmen wir uns auf Gott ein. Das Dienen ist die schönste Weise um sich auf einen Menschen einzustimmen.
Letztlich, warum mag eine Mutter ihr Kind? Paradoxe Frage. Man könnte natürlich evolutionsbiologisch sagen, die Natur hat das irgendwo eingerichtet. Aber ich glaube, es ist etwas anderes. Schon bis das Kind geboren wird, hat die Mutter ja schon 9 Monate für das Kind gesorgt. Sie hat dem Kind gedient. Sie ist darauf eingestimmt und spürt ihr Kind, versteht ihr Kind und dient dem Kind und deshalb ist diese Beziehung dann da. So ist es aber nicht nur mit dem leiblichen Kind. Es gab ja auch Fälle, wo Kinder verwechselt worden sind. Und die Mutter liebte das Kind genauso.
Wenn man jemandem dient, dann kommt die Einstimmung. Was ja auch so ein Grund ist, warum bei unseren Ausbildungen 45 Minuten Karma Yoga dabei ist. Man dient dem spirituellen Werk, man dient den Meistern und dabei stimmt man sich ein.
Respekt ist eine weitere Weise. Man kann jemandem mit Respekt begegnen und in dem Moment kann man sich auf das Höhere einstimmen.
Man kann jemandem mit einer anderen Einstellung begegnen und dann wird etwas anderes dabei herauskommen.
Wir können Hingabe zu Gott üben. Dazu dienen die ganzen Bhakti-Praktiken. Puja, Homa, Arati. All das sind Weisen, wie wir unseren Geist einstimmen auf das Höhere.
Manches geschieht automatisch, manches können wir mit Unterscheidungskraft machen. Wenn wir feststellen, dass unser Geist jetzt gerade nicht auf die höhere Wirklichkeit eingestimmt ist und nicht eingestimmt ist auf die höheren Aspekte, dann können wir schauen, was habe ich gemacht, dass ich mich auf andere Aspekte eingestimmt habe. Und was könnte ich machen, damit mein Geist wieder auf Höheres eingestimmt wird. Und dann brauchen wir es nur noch zu tun und können Gott erfahren wo wir vorher etwas Physisches gesehen haben. Das Physische bleibt weiter, alles bleibt weiter, aber das Göttliche ist auch da. Indem wir uns darauf einstimmen, wird es zur lebendigen Wirklichkeit.
Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 45 X ANGESCHAUT

Tags: Indische, Inspiration, Lesung, Schriften, Spiritualität, Sukadev, Vidya, Yoga, tägliche

Kommentar

Sie müssen Mitglied von mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community sein, um Kommentare hinzuzufügen!

Mitglied werden mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

© 2019   Impressum | Datenschutz | AGB's | Yoga Vidya |   Powered by

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen