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Eine berühmte Yogaschrift, das Yoga Sutra, definiert Yoga im zweiten Vers: „Yogas chitta vritti nirodhah. Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist.“ Und im dritten Vers: „Tada drastu svarupe vasthanam. Dann ruht der Sehende in seiner wahren Natur.“ Wenn wir unsere wahre Natur erfahren, erkennen wollen, letztlich unsere wahre Natur sein wollen, dann gilt es, den Geist ruhig zu machen. Und in Momenten, wo der Geist ruhig ist, dort erfahren wir die wahre Natur. Dieser Vers ist jetzt nicht nur entscheidend für die allerhöchste Verwirklichung und sagt, wenn wir Nirvikalpa Samadhi erreichen wollen, den nondualistischen Zustand, vollständig und ewige Befreiung, Kaivalya, erreichen wollen, dann muss es uns gelingen, den Geist ruhig zu halten.

Es gibt sogar einen Kommentar, der sagt, wenn uns das vierundzwanzig Minuten lang gelingt, dann sind wir dauerhaft in Nirvikalpa Samadhi und dann sind alle Probleme des Lebens auf Dauer gelöst. Wir mögen anschließend weiter unser Karma ausarbeiten, also das normale Leben normal führen, aber wir wissen: „Ich bin eins mit der Weltenseele und diese Erinnerung bleibt und dieses Bewusstsein bleibt und daraus können wir immer handeln. Dieser Vers hat aber auch vielfältige andere Bedeutungen. Z.B. wir haben gerade eben das Brahmamurari gesungen, das endet mit Lingam mit allem. Und Lingam in diesem Kontext heißt „leuchtend und strahlend“. Und das drückt aus, alles in diesem Universum ist letztlich Ausdruck Gottes. Und wir können auch Gott hinter allem erfahren.

Wir brauchen nicht irgendwas Spezielles, um Gott zu erfahren, obgleich es manchmal leichter ist, z.B. in den Ashram zu gehen, um dort zu praktizieren, dann erfährt man irgendwo etwas Schönes, Freudevolles, Wunderbares, Herzöffnendes und diese Erfahrung kann man als Gotteserfahrung bezeichnen, man kann es auch anders bezeichnen. Aber egal, worauf wir uns konzentrieren, in dem Moment, wo unser Geist dort relativ ruhig ist, strahlt Gott durch oder strahlt die höhere Wirklichkeit hindurch. Das ist eine Praxis, die wir immer wieder üben können. Z.B. wenn ihr heute spazieren geht, könnt ihr einfach die Bäume auf euch wirken lassen. Und ihr werdet merken, hinter den Bäumen steckt eine höhere Wirklichkeit.

Wenn man mit einem Menschen spricht, wenn man ein paar Momente an nichts denkt, sondern sich ganz auf den Menschen einstimmt, dann entsteht Liebe und über diese Liebe wird wieder göttliche Wirklichkeit erfahrbar. Wenn man irgendetwas anschaut, egal, was es ist, in dem Moment, wo der Geist ruhig ist, wird Gott dort erfahrbar. Wenn wir mit geschlossenen Augen unseren Geist ruhig bekommen und es uns dann noch gelingt, unser Bewusstsein zu erweitern, auszudehnen, in dem Moment ist Gott erfahrbar. Es ist also gar nicht so schwierig, mindestens kleine Gotteserfahrungen zu haben.

Es gilt, den Geist ruhigzustellen, es gilt, mit großer Konzentration und mit Herz, mit anderen Worten, mit Samyama, wie es Patanjali im dritten Kapitel nennt, mit großer Konzentration, mit großem Herz, das andere zu spüren, zu erfahren, die Gedanken loszulassen, dann sein Bewusstsein zu verschmelzen mit dem, worauf wir unser Bewusstsein richten und dann spüren wir diese höhere Wirklichkeit, sie wird zur lebendigen Erfahrung.

 

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines Satsangs nach der Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

 

 

 

 

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Tags: Bhagavad Gita, Bhagavad Gita Audio-Vortrag, Stelle den Geist ruhig, Sukadev, tägliche inspiration

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