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Sri Caitanya Mahâprabhu, geboren am 18. Februar 1486, Nabadwip, Indien, gestorben am 14. Juni 1534, Puri, Indien, wird als Inkarnation der Höchsten Persönlichkeit Gottes, Śrī Kṛṣṇa, angesehen.

Einst bat Caitanya Mahâprabhu seine Mutter um die Erlaubnis, fort zu gehen um zu studieren. Seine Mutter erwiderte: „Mein lieber Sohn, in dieser Welt gibt es verschiedene Arten der Bildung, aber sie dienen nur dem Lebensunterhalt und nicht dem Leben selbst. Spirituelle Erziehung (âdhyâtmika vidyâ) allein ist wahre Bildung. Dieses Wissen ist unsterblich und unbegrenzt. Es bleibt in allen drei Zeiten unverändert. Bemühe dich darum, diese Bildung zu erlangen.“ Von dem Tag an verkündete Caitanya in jeder Straße und jedem Dorf, dass das Singen des göttlichen Namens von großer Wirksamkeit sei. Jederzeit und unter allen Umständen sang er den Namen Krishnas. Seine Botschaft für die Menschheit war schlicht, aber tiefgründig.

 

Es gibt keine wohltätigere Handlung als die, die Hungrigen zu speisen.

Es gibt keine größeren Götter als die eigenen Eltern.

Festhalten an der Wahrheit ist die größte Askese und größer als das Wiederholen von Mantren.

Mitgefühl ist das höchste Gebot (Dharma).

Kein Gewinn ist größer als die Gemeinschaft mit guten Menschen.

Zorn ist der größte Feind.

Keine Krankheit gleicht der, ein Schuldner zu sein.

Ein guter Ruf ist der größte Reichtum,

Ein schlechter Ruf ist wie der Tod selbst.

Es gibt keinen schöneren Schmuck als das Singen des göttlichen Namens.

 

Der Mensch sollte Feindseligkeit aufgeben und zu seinen Mitmenschen eine gute Beziehung entwickeln. Darin liegt die wichtigste Bildung, die man erwerben sollte. Anderen gegenüber Hass zu entwickeln und ein selbstsüchtiges Leben zu führen, ist ein Kennzeichen von Täuschung und ein dämonischer Wesenszug. 

Sri Caitanya Mahâprabhu hinterrließ der Welt acht Verse, genannt Śikṣāṣṭaka, in denen seine Lehren und seine Grundsätze offenbart sind. Diese wertvollen Gebete sind hier übersetzt:

 श्री शिक्षाष्टकम् 
Śrī Śikṣāṣṭakam

चेतो-दर्पण-मार्जनं भव-महा-दावाग्नि-निर्वापणं
श्रेयः-कैरव-चन्द्रिका-वितरणं विद्या-वधू-जीवनम्
आनन्दाम्बुधि-वर्धनं प्रति-पदं पूर्णामृतास्वादनं
सर्वात्म-स्नपनं परं विजयते श्री-कृष्ण-सण्कीर्तनम् ॥१॥

ceto-darpaṇa-mārjanaṁ bhava-mahā-dāvāgni-nirvāpaṇaṁ
śreyaḥ-kairava-candrikā-vitaraṇaṁ vidyā-vadhū-jīvanam
ānandāmbudhi-vardhanaṁ prati-padaṁ pūrṇāmṛtāsvādanaṁ
sarvātma-snapanaṁ paraṁ vijayate śrī-kṛṣṇa-saṇkīrtanam ॥1॥

Höchster Ruhm dem śrī-kṛṣṇa-saṅkīrtana, der das Herz von allen seit undenkbaren Zeiten angesammelten Unreinheiten befreit und das Feuer des bedingten Daseins, der sich wiederholenden Geburten und Tode, löscht. Die Saṅkīrtan-Bewegung ist die größte Segnung für die Menschheit, da sie die Strahlen des segenspendenden Mondes verbreitet. Sie ist das Leben allen transzendentalen Wissens; sie läßt den Ozean der transzendentalen Glückseligkeit ständig anschwellen und befähigt uns, den reinen Nektar zu kosten, nach dem wir uns seit Ewigkeiten sehnen. (1)

नाम्नामकारि बहुधा निज-सर्व-शक्तिस्
तत्रार्पिता नियमितः स्मरणे न कालः
एतादृशी तव कृपा भगवन्ममापि
दुर्दैवमीदृशमिहाजनि नानुरागः ॥२॥

nāmnām akāri bahudhā nija-sarva-śaktis
tatrārpitā niyamitaḥ smaraṇe na kālaḥ
etādṛśī tava kṛpā bhagavan mamāpi
durdaivam īdṛśam ihājani nānurāgaḥ ॥2॥

O mein Herr, Dein heiliger Name allein kann den Lebewesen allen Segen spenden, und deshalb hast du Millionen und Abermillionen von Namen wie Kṛṣṇa, Govinda und Vasudeva. In diese transzendentalen Namen hast Du all Deine transzendentalen Energien eingehen lassen. Es gibt nicht einmal starre Regeln für das Chanten dieser Namen. O mein Herr, in Deiner Güte hast Du es uns durch Deinen heiligen Namen so leicht gemacht, Dir näher zu kommen, aber unglückselig wie ich bin, verspüre ich keine Anziehung zu ihnen. (2)

तृणादऽपि सुनीचेन
तरोरऽपि सहिष्णुना
अमानिना मानदेन
कीर्तनीयः सदा हरिः ॥३॥

tṛṇād api sunīcena
taror api sahiṣṇunā
amāninā mānadena
kīrtanīyaḥ sadā hariḥ ॥3॥

Man soll den heiligen Namen des Herrn in aller Demut chanten, sich niedriger dünken als das Stroh in der Gasse, duldsamer als ein Baum, frei von allem falschen Geltungsbewußtsein und immer bereit, anderen Ehre (Respekt) zu erweisen (ohne Verehrung für sich selbst zu erwarten). In solcher Geisteshaltung kann man den Namen des Herrn ohne Unterlaß chanten. (3)

न धनं न जनं न सुन्दरीं
कवितां वा जगदीश कामये
मम जन्मनि जन्मनीश्वरे
भवताद् भक्तिर् अहैतुकी त्वयि ॥४॥

na dhanaṁ na janaṁ na sundarīṁ
kavitāṁ vā jagad-īśa kāmaye
mama janmani janmanīśvare
bhavatād bhaktir ahaitukī tvayi ॥4॥

O allmächtiger Herr, ich trachte nicht nach Reichtum, noch begehre ich schöne Frauen, noch ersehne ich eine große Anzahl Anhänger. Ich wünsche mir nichts anderes als Dir grundlos und voller Hingabe - Geburt auf Geburt - dienen zu dürfen. (4)

अयि नन्द-तनुज किङ्करं
पतितं मां विषमे भवाम्बुधौ
कृपया तव पाद-पङ्कज-
स्थित-धूली-सदृशं विचिन्तय ॥५॥

ayi nanda-tanuja kiṅkaraṁ
patitaṁ māṁ viṣame bhavāmbudhau
kṛpayā tava pāda-paṅkaja-
sthita-dhūlī-sadṛśaṁ vicintaya ॥5॥

O Sohn des Maharaja Nanda [Kṛṣṇa], ich bin Dein ewiger Diener; aber dennoch bin ich auf irgendeine Weise in den Ozean der Geburten und Tode gefallen. Bitte, hebe mich aus diesem Ozean des Todes und gib mir als Staubkörnchen einen Platz bei Deinen Lotosfüßen. (5)

नयनं गलदश्रु-धारया
वदनं गद्गद-रुद्धया गिरा
पुलकैर्निचितं वपुः कदा
तव-नाम-ग्रहणे भविष्यति ॥६॥

nayanaṁ galad-aśru-dhārayā
vadanaṁ gadgada-ruddhayā girā
pulakair nicitaṁ vapuḥ kadā
tava-nāma-grahaṇe bhaviṣyati ॥6॥

O mein Herr, wann werden meine Augen mit Tränen der Liebe geschmückt sein, die unaufhaltsam fließen, wenn ich Deinen heiligen Namen chante (lobpreise)? Wann wird mir die Stimme ersticken, wenn ich Deinen heiligen Namen ausspreche, und wann werden sich beim Sprechen Deines Namens alle Härchen auf meinem Körper sträuben? (6)

युगायितं निमेषेण
चक्षुषा प्रावृषायितम्
शून्यायितं जगत्सर्वं
गोविन्द-विरहेण मे ॥७॥

yugāyitaṁ nimeṣeṇa
cakṣuṣā prāvṛṣāyitam
śūnyāyitaṁ jagat sarvaṁ
govinda-viraheṇa me ॥7॥

O Govinda, die Trennung von Dir läßt mir einen Augenblick wie zwölf Jahre und mehr erscheinen, und Tränen strömen von meinen Augen wie Regengüsse. In Deiner Abwesenheit fühle ich mich in dieser Welt verloren und leer. (7)

आश्लिष्य वा पाद-रतां पिनष्टु माम्
अदर्शनान्मर्म-हताम्-हतां करोतु वा
यथा तथा वा विदधातु लम्पटो
मत्प्राण-नाथस्तु स एव नापरः ॥८॥

āśliṣya vā pāda-ratāṁ pinaṣṭu mām
adarśanān marma-hatām-hatāṁ karotu vā
yathā tathā vā vidadhātu lampaṭo
mat-prāṇa-nāthas tu sa eva nāparaḥ ॥8॥

Außer Krishna kenne ich keinen anderen Herrn, und Er wird es immer bleiben - auch wenn Seine Umarmung rauh ist oder Er mir das Herz bricht, da Er nicht vor mir gegenwärtig ist. Ihm steht es gänzlich frei zu tun, was Ihm beliebt, doch immer wird Er mein angebeteter Herr bleiben - geschehe, was da will. (8)

(Aus verschiedenen Quellen zusammengestellt)

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Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

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Tags: Bhajan_Noam, Caitanya, Gebete, Gott, Indien, Krishna, Mahaprabhu, Puri, Verse

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