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Ich will etwas lesen aus der Bhagavad Gita, dem Zwiegespräch zwischen Krishna, dem Lehrer, Inkarnation Gottes und Arjuna, dem Schüler, der nach dem Höchsten streben will. Im 29. Vers des 9. Kapitel sagt Krishna: „Ich bin allen Wesen gegenüber gleich. Niemanden hasse oder mag ich mehr. Die Menschen aber, die mich mit Hingebung verehren, sind in Mir, und Ich bin auch in ihnen.“
Manchmal stellt sich so die Frage: „Warum soll ich Gott überhaupt verehren? Soll ich Gott verehren, damit er mir gnädiger ist, damit er mich mehr mag, damit Gott vielleicht irgendetwas davon hat.“ Manche Menschen denken das. Vermutlich keiner der hier Anwesenden. Aber so ab und zu denkt man, man verehrt Gott, um Ihn gnädig zu stimmen. Aber das ist nicht das, was Krishna unter Gottesverehrung versteht. Gott liebt uns so, wie wir jetzt sind. Mit all unseren Fehlern, mit all unseren Problemen. Wir brauchen eigentlich nichts zu tun, um Gott zu gefallen. Selbst wenn wir etwas Schlimmes getan haben, Gott liebt uns weiter. So ist es ja auch mit einer menschlichen Mutter. Die menschliche Mutter liebt einen - mindestens normalerweise, es gibt Ausnahmen. Aber normalerweise, egal, was man gemacht hat. Und die Mutter liebt all ihre Kinder. Und der, der jetzt ganz erfolgreich war und großes Ansehen hat, den liebt sie nicht mehr als den, der ein Versager war, vielleicht sogar auf den falschen Weg gekommen ist, im Gefängnis sitzt - die Mutter mag beide. So ist es auch mit Gott. Gott mag uns alle, denn wir sind alle Geschöpfe Gottes. Wir sind alle Kinder Gottes. Also, wir müssen nicht gut sein, um Gott zu gefallen.
Warum also Gott verehren? Oder, was hat Gott davon, dass wir ihn verehren? Gott selbst hat nicht direkt etwas davon, wir haben etwas davon. Indem wir Gott mit Hingabe verehren, spüren wir diese Liebe Gottes. Er akzeptiert es auch, wenn wir sagen: „Ich will mit Dir nichts zu tun haben.“ Dann scheint Er oder Sie, göttliche Mutter oder göttlicher Vater, oder Es, das kosmische Bewusstsein, weit weg. Achtet letztlich, dass wir nichts mit Ihm oder Ihr zu tun haben wollen.
Aber in dem Moment, wo wir Gott verehren, wo wir Gott unsere Dankbarkeit ausdrücken, unsere Ehrerbietung ausdrücken, unser Herz öffnen, zu Gott sprechen, auch unsere Probleme vor Gott darbringen - in dem Moment ist Gott da. In dem Moment spüren wir Ihn, Sie, Es. Er ist immer schon da, aber wir müssen uns öffnen. Und der Sinn der Gottesverehrung ist, diesen Kanal zu öffnen, diese Verbindung herzustellen und Gottes Gegenwart tatsächlich zu erfahren. Wir haben dann das Gefühl, wir sind in Gott. Wir sind letztlich Teil Gottes. Im Tiefsten ist unser Bewusstsein Gott. Und Gott ist in uns. Wir sind in Gott geborgen, wir können nichts tun letztlich, ohne dass Gott da ist. Und umgekehrt, tief im Inneren ist Gott als unser eigenes Selbst, unser eigenes Bewusstsein.
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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