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Om Namah Shivaya
Guten Morgen!
Morgen Nacht ist Shivaratri, die heilige Nacht von Shiva, und weil Shivaratri ein ganz besonders großartiges Fest ist, wird es in Indien auch mehrere Tage vorher schon gefeiert, und auch wir können uns schon so ein bisschen darauf einstimmen. Wir haben ja heute deshalb schon etwas mehr „Om Namah Shivaya“ gesungen, und wir haben „Brahma Murari“ gesungen. Ich möchte euch so ermutigen, zwischendurch am Tag das Mantra „Om Namah Shivaya“ zu wiederholen. Vielleicht auch mal darüber nachzudenken, ob es irgendetwas in eurem Leben gibt, was geändert gehört, was transformiert gehört: Gibt es irgendetwas, was ich mir vornehmen will, etwas, was ich vielleicht loslassen kann? Gibt es irgendetwas, wo ich bisher daran hänge und dabei meine spirituelle Entwicklung aufhalte?
Swami Sivananda schreibt ja in einem seiner Bücher über die großen Hindernisse des Aspiranten, dass dazu auch gehört, wenn man alte Vorstellungen und Identifikationen festhält, auch Vorstellungen darüber, was auf dem spirituellen Weg unbedingt sein muss. Und als Antidot hat er immer wieder gebraucht, man soll offen sein. Und so könnt ihr auch überlegen, ob es vielleicht irgendwelche Vorstellungen gibt, die euch aufhalten, und ob es vielleicht irgendwelche Möglichkeiten gibt, diese festen Vorstellungen loszulassen. Natürlich, hohe Ideale sollte man behalten, denen sollte man treu sein, und dann kann man aber schauen, ob es dort irgendetwas gibt, wo sich Dinge manifestiert haben, verfestigt haben, die vielleicht nicht so ganz angebracht sind?
Shiva gehört ja auch zum Aspekt von Entsagung. Allerdings, und das ist auch das Interessante, heißt der Ausdruck „Shiva“ wörtlich „der Gütige und der Liebevolle“. Das heißt, dieser Aspekt der Entsagung ist gütig und liebevoll, es geschieht nicht mit Brutalität. Obgleich dieser Aspekt auch dabei ist: Es ist ja jetzt bald Frühling – auch wenn es heute erstmal wie Winter draußen ausschaut, wir haben immerhin durchschnittlich einen Millimeter Schnee gerade. – Also wenn der Trieb aus der Erde kommt, dann ist das vermutlich für den Trieb erstmal schwierig. Er muss das wohlbehütete Erdreich verlassen, und dann kommt er raus und da ist es mal heiß und mal kalt, mal dunkel, mal hell. Ist also erstmal was Neues und dann muss aus dem Trieb irgendwann die Knospe kommen. Und dann, wenn die Knospe sich öffnet, müssen einige Schalen dort aufgebrochen werden, und dann sieht es erstmal so ein bisschen zerknautscht aus, mindestens bei manchen Blumenarten, und dann erblüht die volle Blüte. Und so ist manchmal das Loslassen von dem ein oder anderen nötig, damit sich der Keim aus der Zwiebel dort hoch begeben kann, damit der Keim aus der Erde kommen kann, damit die ersten Blätter kommen können, damit die Knospe kommen kann, damit die Knospe sich öffnen kann, damit die Blüte sich entfalten kann, und damit nachher der Samen entstehen kann. Zu diesem inneren Wachstum sollte man als spiritueller Aspirant immer bereit sein, und dazu ist Shivaratri sicher eine besondere Gelegenheit des Nachdenkens.
Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Disziplin, Inspirationen, Selbststudium, Sukadev, Vidya, Yoga

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