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Das Shanti Mantra „Sham No Mitrah“ – „Möge die Sonne gut zu uns sein“ hat eine wunderschöne Bedeutung:
„Möge das Göttliche uns beide beschützen, Lehrer und Schüler. Möge es uns beide die Wonne der Befreiung genießen lassen. Mögen wir uns beide darum bemühen, die wahre Bedeutung der Schriften zu erfassen. Möge unser Lernen Tejas sein, lichtvoll sein, strahlend sein, auch enthusiastisch sein, feurig sein wörtlich. Mögen wir dabei niemals miteinander streiten.“
Auf dem spirituellen Weg bemühen wir uns, die Wahrheit zu erfassen. Wir wollen zum Höchsten hinkommen und dabei gibt es immer jemanden, der vielleicht etwas mehr weiß, als ein anderer. Es ist klug für jemanden, der etwas weniger weiß, Schüler zu werden von dem, der etwas mehr weiß. In kleinerer wie auch in größerer Hinsicht. Im Alltag kann man einmal Lehrer sein und einmal Schüler - und ein guter Lehrer ist immer auch ein guter Schüler. Das habe ich bei meinem Lehrer gut gesehen. Swami Vishnu war immer lernbereit. Wenn es jemanden gab, der etwas mehr wusste, dann hat er sich auf die Rolle eines Schülers eingestellt und so sehr schnell gelernt.
Ich habe auch schon Menschen getroffen, die weniger wussten. Wenn sie jemanden trafen, der ein bisschen mehr wusste als sie, aber die Sache nicht so vermittelte, wie sie es gerne hätten, dann verzichteten sie lieber auf dieses Wissen. In Indien gilt es sieht man es dagegen als Aufgabe des Schülers, das Wissen aus dem Lehrer herauszukitzeln. Die Aufgabe des Lehrers ist dort nicht, dem Schüler das Wissen möglichst geschickt zu vermitteln, sondern im Gegenteil, den Schüler eher abzuschrecken und das Ganze so zu machen, dass der Schüler eher das Weite sucht. Die Aufgabe des Schülers ist es, sich davon nicht beeindrucken zu lassen, sondern im Gegenteil, weiter bei der Stange zu bleiben und trotzdem zu lernen.
Ich erinnere mich, dass das dort, wo ich ursprünglich gelernt und gelehrt habe, auch üblich war. Dort hatten sich die Schüler dem Lehrer würdig zu erweisen. Dass ein Schüler den Lehrer kritisierte, das gab es dort einfach nicht. Aber es hat alles sein Gutes. Lehrer- und Schülerrolle können variieren. Swami Vishnu konnte der beste Schüler sein, den man sich vorstellen kann. Er hat diejenigen, von denen er etwas gelernt hat. wirklich mit großem Respekt und Hochachtung behandelt. Aber wenn er Lehrer war, war er eben auch Lehrer. Wir haben in unserer demokratischen Zeit entdeckt, dass es durchaus gut ist, den Schüler mit etwas mehr diplomatischem und pädagogischem Geschick zu begegnen. Aber egal, ob wir in der Lehrer oder in der Schülerrolle sind, es ist wichtig, dass wir uns bemühen, das Höchste zu erfahren. Auch ein Lehrer der Upanishaden bildet sich nicht ein, dass er immer alles weiß, sondern er sagt: „Mögen wir beide uns bemühen, zur Wahrheit zu kommen. Möge das Göttliche und beide beschützen. Mögen wir uns beide anstrengen, die wahre Bedeutung der Schriften zu erfassen. Und mögen wir darüber zur Wonne der Befreiung kommen.“ Diese Shanti Mantras sind Einleitungen zu den Upanishaden. Sie sagen uns: „Mögen wir die Wonne der Befreiung genießen.“ Wir müssen uns immer wieder daran erinnern, dass diese Befreiung nicht aufhören soll. Man kann sich darum streiten, ob die Finger in der Kobra zusammengehören oder auseinander und man kann alles über die Nadis und die Chakras lernen, man kann diverseste Energietechniken und alles über Heilung lernen, aber das Ziel von all dem ist nicht, dass wir die Chakras irgendwie optimal farbig strahlen lassen, auch wenn das auch schön ist. Das Ziel ist, uns vorzubereiten, die Wonne der Befreiung zu genießen. Wir wissen, wir wollen zum Höchsten kommen, zur Wonne der Befreiung. Und wir wollen den Weg dorthin mit gegenseitigem Respekt und Hochachtung gehen
Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga-Vorträge als mp3

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Tags: Naturkraft, Upanishaden, inspiration, mantra, sukadev, verbindung, vishnu

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