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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute schreibe ich ein paar Worte über ein bekanntes amerikanisches Buch zum Thema „Mystik“. Der Titel lautet: „Practise the presence of God“. Auf Deutsch zu übersetzen mit: „Praktiziere die Gegenwart Gottes“.

Gott ist allgegenwärtig, allmächtig, allwissend. Diese Aussagen finden wir in allen Religionen, Kulturen, Philosophien. Nur, wie können wir uns dieser Allgegenwart Gottes bewusst werden? Da gilt es, das zu praktizieren.

Eine Technik dazu ist zum Beispiel, am frühen Morgen zu meditieren. Das können wir mit verschiedenen Meditations-Techniken. Wir können den Atem beobachten, wir können uns ganz bewusst werden, was gerade alles in uns abläuft, wir können uns lösen von unseren Reiz-Reaktionszwängen, wir können uns von ständigem Nachdenken, Analysieren, Beurteilen lösen. Das ist ein wichtiger Aspekt der Meditation. Wir können aber auch sagen, wir meditieren, um uns während der Meditation der Gegenwart Gottes bewusst zu werden.

Die Gegenwart Gottes zu spüren und uns ihrer bewusst zu werden, das sind zwei verschiedene Sachen. Das eine ist: Wir selbst wollen uns der Gegenwart Gottes bewusst werden. Das andere: Es ist irgendwo eine Gnade, ein Segen, das tatsächlich zu erreichen. Die meisten von euch sind schon längere Zeit auf dem Weg. Manche mögen vielleicht den Ausdruck „Gott“ nicht mögen und sagen lieber: Urmutter, die kosmische Energie, das höhere Bewusstsein, die höhere Wahrheit. Manche haben einen tiefen Bezug zu dem Ausdruck „Gott“. Und alle wissen, es ist nicht so, dass wir einfach sagen können, dass wir erkennen wollen, und schon erkennen wir. Mal spüren wir das Göttliche, mal spüren wir es nicht. Aber wir können immer wieder entscheiden: „Ich will mich an Gott wenden und dann bitte ich darum, Gott zu erfahren.“ So können wir auch die Meditation beginnen, indem wir sagen: „Lieber Gott, lass mich Dich heute Morgen in der Meditation spüren.“ Und dann schauen wir, ist es heute Morgen möglich? Wenn es nicht möglich ist, können wir mindestens unsere Gedanken beobachten, wir können uns auf ein Chakra konzentrieren, ein Mantra wiederholen.

Wir können lernen, uns nicht mit allem zu identifizieren, was dort abläuft und zwischendurch können wir wieder sagen: „Lieber Gott, liebe höhere Wirklichkeit, wenn es möglich ist, lass mich Dich erfahren.“ Wir können das während der Asanas wiederholen. Und immer wieder können wir es entweder spüren oder, wenn es jetzt nicht sein soll, dann konzentrieren wir uns auf die Atmung, richten das Bewusstsein zur Kehle oder zum Herzen oder zum dritten Auge und spüren die Dehnung. Wir können beobachten: „Wo habe ich jetzt noch Verspannungen? Wie könnte ich die lösen und wie komme ich noch ein bisschen weiter?“

Später am Tag, wenn wir essen, können wir uns bewusst sein, dass das Essen nicht einfach nur Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff in bestimmten Konsistenzen ist, sondern das auch das Essen ein heiliger Akt ist. Wir können es mit Dankbarkeit, mit Bewusstheit verbinden. Essen ist ja auch irgendwo ein Wunder: Man hat etwas zu Essen, man schluckt es, es verwandelt sich zum Körper, es schmeckt, es entsteht alles Mögliche daraus. Und auch dabei können wir uns bewusst werden: „Ja, da ist die Gegenwart Gottes.“ Wenn wir es gerade weniger spüren, dann können wir mindestens bewusst essen, wir können Dankbarkeit empfinden. Wir können die Nahrung bewusst auswählen, wir können jeden Bissen dreißig Mal kauen, wir können darauf achten, dass wir nicht zu schnell essen. Und zwischendurch wieder die Gegenwart Gottes spüren.

Wenn man spazieren geht, kann man zwischendurch schauen: „Was für ein großartiger, wundervoller Himmel!“ Wir können uns diese Schönheit anschauen und uns Gottes Gegenwart bewusst machen. Wenn wir einen Menschen sehen, können wir uns bewusst machen, dass Gott im Herzen aller Wesen wohnt. Wir können einen Moment lang Gott in dem Herzen des Menschen spüren.

Und so ist dieses Prinzip: „Practise the presence of God“ eine wunderschöne, freudevolle und liebevolle Übung. Immer vor dem Hintergrund, dass zwei dazu gehören, um die Gegenwart Gottes zu spüren: Das Individuum, das darum bittet und Gott, der sich spüren lässt. Das können wir mit Demut immer wieder am Tag praktizieren und so unser Leben immer mehr mit Momenten göttlicher Gegenwart füllen. Bis wir irgendwann dazu kommen, dass wir morgens aufwachen und Gott spüren und abends einschlafen und Gott immer noch spüren. Bis wir Gott den ganzen Tag lang spüren können.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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