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OM Namah Shivaya, Gruß an das Göttliche in jedem

OM Namah Shivaya


Wißt ihr, was OM Namah Shivaya heißt ?
OM heißt : OM, Namah heißt : Ehrerbietung an, oder : ich grüße, und Shivaya heißt : an Shiva.
Und was ist jetzt Shiva ? Shiva wörtlich heißt : der Liebevolle, der Gütige, der Segensbringende.
Und wenn wir im Yoga uns gegenseitig grüßen mit OM Namah Shivaya,
dann heißt das, ich grüße das Liebevolle in dir, ich grüße das Segensreiche in dir,
ich grüße das Gütige in dir, ich grüße das Göttliche in dir.


Und die große Behauptung des Yoga ist ja,
daß tief im Inneren nicht irgendwo so ein kleiner Funke des Göttlichen ist,
und große Mengen des weniger Göttlichen,
sondern das Tiefste in uns ist dieses Göttliche, und das, was wir wirklich sind, ist dieses Göttliche.
Das ist natürlich eine große Behauptung,
und eigentlich die optimistischste Behauptung, die man überhaupt aufstellen kann.
Man kann ja sagen, Mensch ist irgendwo ein Gemisch aus Gutem und Bösem – eine Möglichkeit.
War einmal früher populär gewesen.


Was heute vielleicht populärer ist, der Mensch ist irgendwo ein biologisches Lebewesen,
in Evolution entstanden, und alles, was im Menschen irgendwo drin ist,
war irgendwann einmal in irgendeinem evolutionsbiologischen Kontext sinnvoll.
Man könnte auch sagen, auf irgendeine Weise sind wir alle mit dem genetischen Material
des Steinzeitmenschen ausgestattet, und da ist es schon erstaunlich genug,
daß wir als optimal für Steinzeit eingerichteter Mensch eine solche Zivilisation auf die Beine gestellt haben.
Es ist schon etwas mitfühlender, wenn man nicht denkt, im Menschen ist irgendetwas Schlechtes,
sondern alles war irgendwo sinnvoll.


Und da sagt man dann auch, und weil der Mensch auch diese Kooperation entwickelt hat,
überhaupt deshalb konnte er dann so sich auf der Erde so verbreiten,
weil sich der Planet überlegen kann, ob Mensch wirklich so ein großer Segen für den Planeten ist.
Aber die alten Schriften sagen, er ist es tatsächlich, aber aus noch einem tieferen Grund,
nämlich der tiefste Grund ist : eigentlich im Inneren jeden Wesens ist dieses Göttliche drin,
die Essenz ist letztlich dieses Göttliche, das Bewußtsein.
Das ist das, was noch durch keine biologische Theorie
und durch keine Hirnforschung beschrieben werden kann oder begründet werden kann.
Und dieser göttliche Funken, dieses Bewußtsein, das ist unsere wahre Natur, das ist unsere Essenz,
aus der stammt tatsächlich alles Streben, aller Wunsch, alle Liebe.
Alles, was da ist, ist letztlich in uns verankert,
und alle Sehnsüchte, die wir haben, gehen darauf hinaus, daß wir dieses erfahren wollen,
wir wollen es in uns selbst erfahren, wir wollen es in anderen erfahren.


Und eine gute Weise der Kommunikation ist, bevor wir mit jemandem sprechen,
irgendwo uns an dieses Göttliche zu richten.
Danach kann man sich immer noch auseinandersetzen, respektvoll auseinandersetzen,
aber durchaus auch unterschiedliche Meinungen vertreten,
und nachher kann man wieder respektvoll das Göttliche im anderen grüßen.


Und das kann man auf sanskrit machen, dann sagt man : OM Namah Shivaya,
man kann es auf süddeutsch sagen : Grüß Gott,
wir können es auf moderndeutsch machen : Hallo, heißt : Hel Lod – ich grüße Gott in dir,
- man könnte auch sagen : OM Namah Shivaya übersetzt heißt : Hallo –
oder wir können auch „tschüß“ sagen, tschüß kommt aus dem spanischen „adios“,
Grüße seien gerichtet an Gott, adios ist ja nur eine Verkürzung von einem längeren Gruß,
was auch wieder heißt : an Gott.
Und in diesem Bewußtsein können wir mit jedem Menschen Kommunikation beginnen,
und Kommunikation abschließen.
Und wenn diese Verbindung ist von dem Tiefsten unserer Seele mit dem Tiefsten der Seele des anderen,
dann wird jede Art von Kommunikation und Verbindung von Respekt und Einheit geprägt sein.
Und um dies verwirklichen zu können, letztlich dafür praktizieren wir Yoga.
Wenn wir Asanas üben, Körperübungen, Pranayama, Atemübungen, Luftanhalten,
wenn wir uns entspannen, wenn wir Mantra singen,
all das hat auch die Fähigkeit, uns durchlässig zu machen.
Durchlässig zu machen, daß wir diesen göttlichen Kern in uns mehr spüren,
daß wir diesen göttlichen Kern spüren in den Menschen, mit denen wir es zu tun haben,
durchlässig werden, daß wir dieses Göttliche auch als Schönheit in der Natur sehen,
- es ist jetzt der Frühling besonders schön, besonders wenn dieses tolle Wetter ist,
was ja die nächsten Tage noch toller werden soll, es sollen ja auf fast 20° mit blauem Himmel
und strahlender Sonne kommen/haben,
aber es ist auch hinter dem Regen und hinter dem Sturm und Hagel,
auch dort können wir dieses Göttliche fühlen und spüren.
Und ich glaube, die meisten von euch werden am Ende der Woche noch mehr verstehen,
wovon ich spreche als jetzt schon, denn auch wer schon zig-mal hier im Haus war,
und auch, wenn er es weiß, es ist immer so : es ist immer wieder schön, es so zu erfahren.
Eine Woche intensiver Yoga-Praxis, vielleicht nach den anfänglichen ein oder zwei Tagen Reinigung,
führt irgendwo dazu, daß man viel bewußter wird dieses Großartigen,
welches letztlich überall spürbar und erfahrbar wird.


Hari OM Tat Sat.


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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