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Die zweite Strophe des Nirvanashtakam.

„Ich bin nicht beschränkt auf das Prana.“

Im Yoga tun wir vieles, um mehr Prana zu bekommen. Wir machen Pranayama, Atemübungen. Wir essen Ernährung, die Prana erhebt. Wir machen Asanas. Asanas sind nicht nur nette Entspannungstechniken und Dehnübungen, sondern Prana fließt. Weshalb man sich nach einer Yogastunde anders fühlt, als wenn man eine Dreiviertelstunde Aerobic oder Gymnastik oder Fitnesstraining gemacht hat. Das heißt nicht, dass das andere falsch wäre oder dass man das nicht auch zusätzlich machen könnte, nur das Gefühl ist ein anderes. Die Hatha-Yoga-Übungen wollen auch das Prana erheben.
Dennoch, wir müssen aufpassen, manche Menschen hängen am Prana, wie am Pranatropf. Wenn mehr Prana da ist, dann fühlen sie sich toll, wenn weniger Prana da ist, dann denken sie: „Oh, das ganze Leben ist so schlimm und was bin ich so schlimm und keiner mag mich.“ usw. Manchmal haben wir mehr Zeit zur Praxis, manchmal haben wir weniger Zeit. Manchmal müssen wir uns mehr Zeit nehmen, aber unser Wohlbefinden und letztlich unser Selbst hängt nicht davon ab wirklich, ob wir mehr oder weniger Prana haben. Soll jetzt keine Ausrede sein, nicht zu praktizieren, sondern soll euch ermutigen, viel zu praktizieren, aber nicht daran verhaftet zu sein. Denn letztlich, auch die Pranaübungen, die Wirkung, hängt nicht nur von uns selbst ab. Eine kleine Erkältung oder ein paar Menschen, um die wir uns kümmern müssen, jemand in der Familie stirbt und jemand in unserer Familie wird krank, bei der Arbeit sind einige Leute deprimiert – das hat auch einen Einfluss auf unseren Pranalevel. Können wir natürlich auch sagen, wir praktizieren auch nicht nur für uns selbst. Wir machen das Pranayama auch für die Menschen, mit denen wir zu tun haben. Und wir sollten dort nicht geizig damit sein.
Aber wir können immer sagen, „Ich bin nicht darauf beschränkt. Ich bin auch nicht die Pancha Vayuh.“, also die fünf Manifestationen des Pranas. „Ich bin nicht begrenzt auf die sieben Dhatus.“ Wer sich mit Ayurveda beschäftigt hat, da wird von den sieben Dhatus gesprochen, den sieben Gewebearten und wie wichtig es ist, diese gesund zu erhalten und dafür zu sorgen, dass dort der Austausch der Gewebe irgendwo gut ist. Es ist gut, sich um die Gesundheit zu kümmern. Mit anderen Worten, die Saptadhatur hängt eben damit zusammen, dass es durchaus gut ist, sich darum zu kümmern, gesund zu sein, gesund zu leben, sich zu ernähren, sich zu reinigen usw. Nur sollten wir auch daran nicht hängen. Der Körper ist letztlich ein Instrument. Er ist nicht der Zweck des Daseins. Wir leben nicht dafür, um gesund zu sein, sondern wir bemühen uns um Gesundheit, um zu leben und Leben heißt, eine gewisse Mission in dieser Welt zu haben, Aufgaben zu erfüllen und es heißt zu lernen und es heißt letztlich, höchste Verwirklichung zu erreichen. Wer denkt, die Mission des Lebens wäre Gesundheit, muss wissen, diese Mission des Lebens ist zum Scheitern verurteilt, denn das Leben endet mit dem Tod. Und das höchste Scheitern der Gesundheit ist Sterben. Auf einer gewissen Weise ist das ein Problem von jedem, der Arzt ist. Ziel des Arztes ist, seinen Patienten zu helfen, gesund zu bleiben. Jeder Arzt, wenn er lang genug lebt, verliert seine Patienten an den Tod. Gut, glücklicherweise stirbt er typischerweise nicht erst nachdem alle Patienten gestorben sind, sondern er stirbt auch vorher.
Natürlich, ich will jetzt nicht den Beruf des Arztes schlechtmachen. Ich will nur darauf hinweisen, der Arztberuf ist kein einfacher, vor allem, wenn er von einem materialistischen Standpunkt aus gemacht wird. Nicht umsonst ist die Selbstmordrate bei Ärzten höher als bei fast jedem anderen Beruf. Doppelt so hoch als beim Durchschnitt der anderen Berufe und bei weiblichen Ärzten sogar viermal so hoch. Warum dieser Unterschied jetzt ist, weiß ich jetzt auch nicht. Manche sagen auch, ein Grund ist, die Ärzte wissen genau, wie man es macht. Tatsächlich ist der Prozentsatz der gelungenen Selbstmorde bei Ärzten höher als in anderen Berufen. In irgendeinem, ich weiß nicht, ich glaube in irgendeiner Zeitschrift war das, wo ich das gelesen habe. Irgendwo ein Arzt könnte das vor Kollegen nicht verantworten, einen misslungenen Selbstmordversuch… Gut, ich sage es jetzt mit etwas Humor dabei, um die Tiefe dieser Sachen zu erklären.
Also, es ist sehr wohl gut, anderen Menschen zu helfen, gesund zu sein, im Sinne, Leben hat seinen Sinn, aber nicht in der Gesundheit an sich. Gesundheit ist ein Mittel zum Zweck.
Chidananda Rupah Shivoham Shivoham. Meine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
Hari Om Tat Sat

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Tags: 2.1, Inspiration, Interpretation, Mantra, Nirvanashtakam, Strophe, Sukadev, Vidya, Yoga, tägliche

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