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Dritter Vers von Nirvanashtakam, dritte Strophe.
„Na me Ragadweshau. - Ich bin jenseits von Raga und Dwesha, Mögen und Nicht-Mögen.“
Auf eine gewisse Weise sind Raga und Dwesha auch gut. Mag euch vielleicht erstaunen, denn meistens, wenn man Bhagavad Gita liest oder auch Yoga Sutra oder viele Verse, heißt es, wir wollen jenseits von Mögen und Nicht-Mögen gehen, jenseits von unseren Wünschen und Abneigungen. Aber dann, wenn man da zu viel dran denkt, dann wird das Leben vielleicht auch nicht unbedingt schön. Wenn wir merken, „Ich habe diese Wünsche und ich habe diese Abneigungen.“ und letztlich kommt man nicht umhin, ihnen irgendwie zu folgen, aber andererseits ist es nicht gut. Es gilt zu erkennen, warum gibt es überhaupt Mögen und Nicht-Mögen? Nicht wegen dem Teufel oder wegen Bösem, sondern Mögen und Nicht-Mögen sind irgendwie von der Natur aus uns gegeben, wie eine Art Intelligenz. Typischerweise, Tiere mögen, wenn sie in natürlichen Umständen sind, das, was für sie gut ist und sie mögen das nicht, was nicht für sie gut ist. Das typische Tier macht sich jetzt keine Gedanken, „Hat das jetzt ausreichend Kalorien oder zuviel Fett, was ich hier esse? Kriege ich genügend Vitamine und stimmt das Säure-Basen-Gleichgewicht und das Kalzium-Magnesium-Gleichgewicht? Achte ich darauf, dass ich Kalzium und Magnesium in ausreichendem Abstand zu mir nehme? Wie steht es mit meiner Selen-Versorgung?“ Das Tier überlegt so nicht. In seinen natürlichen Umständen mag das Tier die Nahrung, die für es gut ist.
Die Natur hat z.B. für den Menschen vorhergesehen, dass er hoch kalorisches essen muss in der Natur, weil er nicht so viel Nahrung auf einmal essen kann wie z.B. ein Pferd. Deshalb hat der Mensche den Geschmack bekommen, Süßes und Fettes zu sich nehmen zu können. Denn in der Natur, wo der Mensch isst, da gibt es typischerweise nur wenig Süßes und wenig Fettes und das, was verhältnismäßig süß und verhältnismäßig fett ist, das gibt dem Menschen ausreichend Nährstoffe.
Jetzt haben wir natürlich ein Problem in unserer heutigen Welt. Der Mensch hat es geschafft, genügend sehr Süßes und genügend ausgesprochen Fettes zu produzieren und so diese Raga nach süßer Nahrung und fetter Nahrung führt jetzt im Menschen zu allen möglichen Krankheiten. Aber das heißt nicht, dass wir deshalb böse sind, weil wir das mögen. Wir können das wertschätzen, „Aha, es ist schön, dass ich jetzt diese Zucker-Fett-Gemische haben will, die auch von brauner Farbe sind, außerdem noch einen Stoff namens Theopromin drin haben, welcher irgendwo im Hirn etwas bewirkt, was in ähnlicher Form die Natur bewirken würde, wenn jemand einen umarmt.“ Das schafft das Theopromin auch ohne Umarmung. Also irgendwo ein evolutionärer Zufall, der dann entwickelt wurde von den Indios und deshalb mag man das.
Dann können wir sagen, „Aha, verständlich, aber ich weiß, zuviel ist nicht gut, deshalb esse ich es jetzt nicht, obgleich da Mögen ist. Und ich weiß, Mögen macht mich nicht dauerhaft glücklich und in unserer heutigen Welt führt mich oft Mögen in die Irre.“ Und außerdem hat der Mensch natürlich den Intellekt und damit kann er das Mögen ins Endlose übersteigern. Und auch das Nicht-Mögen.
Und so können wir Mögen manchmal nehmen als Zeichen, etwas zu tun. Da ist ja auch so ein bisschen Bauchgespür und manchmal hat man ja das Glück, dass man das mag, was gut ist und anderes Mögen müssen wir eben mit der Kraft unseres Verstandes kontrollieren. Es ist aber deshalb nichts Schlechtes und wir wissen, „Ich bin nicht das Mögen, ich bin nicht das Nicht-Mögen und vor allem auch mein Glück hängt nicht davon ab, dass ich das kriege, was ich will. Und ich werde auch nicht deshalb ins Unglück gestürzt werden, nur weil das eintritt, was ich nicht will. Ich kann deshalb furchtlos sein und verhaftungslos sein.“

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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