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Ist es gut, beim Laufen zu meditieren? Kannst Du beim joggen meditieren? Kannst Du einen meditativen Gemütszustand erfahren beim Laufen und Joggen oder wäre es vielleicht auch gut, vor oder nach dem Joggen und Laufens zu meditieren?

Das sind einige Fragen auf die ich heute in diesem Beitrag eingehen will.

Meditation hat verschiedene Definitionen.

Das eine wäre: Meditation bedeutet, gerade zu sitzen, mit geradem Rücken, Dich dann zu entspannen, den Atem zu regulieren und dann mit einer Meditationstechnik zu arbeiten. In diesem Sinne kannst du natürlich nicht während des Laufens und Joggens meditieren. Du könntest aber sagen, vor Deinem Laufen wirst du meditieren. Also, Du kannst z.B. zu Hause erst meditieren und so Kraft ansammeln, eventuell zum Ende der Meditation Dir auch einen Motivationsschub sagen in dem Du sagst „Ich bin voller Kraft und Energie, mir geht es gut, ich freue mich auf´s Laufen“ Und so kannst Du deinen Geist einstimmen auf das Laufen.
Eine weitere Weise wäre auch: Du kannst am Ende des Laufens meditieren. Du würdest also erst Laufen, danach machst Du vielleicht ein paar Dehnübungen. Du gehst etwas und wenn Du in der Natur bist, dann setze Dich einfach irgendwo hin und meditiere. Vielleicht nicht, während Du noch schwitzt, dass Du nicht eine Erkältung bekommst. Nach Laufen kann die Meditation manchmal besonders schön sein, weil manchen Menschen hilft ja Laufen, ihre Gedanken los zu werden. Sich mit der Natur zu verbinden und sich dann hinzusetzen zum Meditieren, ist besonders schön.

Jenseits der sitzenden Meditation spricht man aber auch manchmal von der Bewegungsmeditation. Manche Menschen sagen, dass auch gehen, laufen auch kochen, bügeln, Fahrradfahren, Autofahren – alles meditieren sein kann. Wenn Du nämlich sagst, Meditation steht auch für einen besonderen Gemütszustand, Geistzustand, kannst Du diesen meditativen Gemütszustand in den Alltag hineinbringen und dann könntest Du auch sagen, meditieren beim Laufen.

Also, was ist charakteristisch für den meditativen Gemütszustand? Was ist charakteristisch für die sitzende Meditation? Zum Einen, Du denkst nicht nach über das was gewesen ist Du denkst auch nicht darüber nach, was später ist. Also, du reflektierst nicht über Vergangenheit, du machst keine Pläne über die Zukunft. Du denkst auch nicht darüber nach, was andere machen, was andere von Dir denken, was der Chef von Dir denkt, was Du machen solltest, statt dem was Du gerade machst und was Du hättest machen können und was Du noch machen wirst. Stattdessen – Du bist im Hier und Jetzt. Du bist also nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft. Das ist der eine Aspekt.
Zweitens, Du analysierst auch nichts. Drittens, Du urteilst nicht. Viertens, du reagierst nicht. Das ist das, was Du nicht machst. Und was machst Du in der Meditation? Du bist entweder achtsam im Hier und Jetzt, das ist die Achtsamkeitsmeditation oder Du richtest Deinen Geist auf etwas Erhabene, etwas Erhebendes z.B. auf ein Mantra oder auf eine Gebetsformel oder Du öffnest Dich für eine göttliche Wirklichkeit oder konzentrierst Dich auf ein Chakra oder spürst den Atem. Das kannst du auch beim Laufen machen. Also, meditieren beim Laufen, meditieren beim Joggen kann heißen, dass Du Dir vornimmst, z.B. während 20 Minuten nicht nachzudenken, Pläne zu machen. Stattdessen willst du ganz im Hier und Jetzt sein.
Als Hilfe kann z.B. dienen, dass Du die Schritte mit dem Atem verbindest, z.B. 2 Schritte einatmen, 2 Schritte ausatmen.
Eine weitere Hilfe könnte ein Mantra sein: einatmen das Mantra, ausatmen das Mantra.
Eine nächste Hilfe kann sein, dass du bewusst alles anschaust ohne den Geist schweifen zu lassen. Also, schaust Dir den Baum an, dann den nächsten Baum. Wenn Du merkst, da fängt der Geist an zu wandern, schaue vielleicht den Boden an, schaue den Himmel an, die Wolken an, schaue mal in die Weite in alle Richtungen gleichzeitig. Und dann schaue wieder einen Baum an, eine Blume an – dann konzentriere Dich wieder auf den Atem. Spüre die Bewegung. Spüre Deinen Herzschlag usw. Mache also Einiges, was Dich ins Hier und jetzt bringt und dann kann das Laufen zu einer intensiven meditativen Erfahrung werden, die Dich sogar zu einer Art Überbewusstsein führen kann.

Hirnphysiologen würden vielleicht sagen, dass dabei Glückshormone ausgeschüttet werden, Endorphine, und dass Du deshalb in diesen Gemütszustand kommst. Du könntest aber eben auch sagen, dass diese intensive Bewusstheit, Dein Bewusstsein erweitert und Du fühlst Dich verbunden mit allen, leicht. Und so kann Laufen eine große meditative Erfahrung sein. Probiere es aus. Und wenn Du schon Erfahrung damit hast, dann schreib es doch in die Kommentare. Was sind deine Erfahrungen mit dem Meditieren bei dem Laufen, vor dem Laufen, nach dem Laufen? Und wenn Du findest, dass dieser Beitrag für andere hilfreich sein kann – sei es für jemanden, der viel meditiert und wo Du denkst, der sollte mal etwas körperlich aktiveres machen oder sei es für jemanden, der gerne läuft und Du denkst, der könnte das ruhig mal meditativer machen oder sei es jemand, der dies schon macht und Du willst ihm einfach eine Bestätigung schicken – dann versende doch den Link zu als Email, als Message oder wie auch immer. Danke.
Ach ja. Und auch noch etwas: Bei Yoga Vidya gibt es ja auch Seminare „Yoga und Laufen“ und dort lernst Du auch, wie Du meditative Elemente ins Laufen hineinbringst.

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Tags: Laufen, Meditation, Meditieren, lange, sukadev

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