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ich lese etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda, aus dem Kapitel „Meditation“.
„Mit Hilfe der Meditation kannst du Selbsterkenntnis erlangen. Mit ihrer Hilfe kannst du in den göttlichen Zustand hineinwachsen. Mit Meditation kannst du dich aus den Fesseln des Geistes befreien und Unsterblichkeit erlangen. Meditation ist ein wunderbarer Weg zur Befreiung, Moksha. Sie ist eine mystische Leiter, die von der Erde zum Himmel reicht, vom Irrtum zur Wahrheit, von der Dunkelheit zum Licht, vom Leiden zur Wonne, von der Ruhelosigkeit zu immerwährendem Frieden und von Unwissenheit zur Erkenntnis, von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit.“
Hier spricht Swami Sivananda über die höheren Aspekte der Meditation. Meditation hat ja auch Wirkungen auf die physische Ebene. Meditation hilft, sich zu entspannen. Meditation hilft, die Selbstheilkräfte zu aktivieren. Meditation hilft, dass wir etwas mehr zu uns selbst kommen können. Meditation ist vermutlich gerade in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit besonders wichtig. Damit der Geist ein paar Minuten zur Stille kommen kann. ohne äußere Reize und ohne über etwas nachzudenken und zu grübeln,
Meditation hat noch eine tiefere Wirkung und einen tieferen Sinn; Die „Selbsterkenntnis“. Es gibt die relative Selbsterkenntnis und die höhere Selbsterkenntnis.
Wer meditiert, wird sich bewusst werden, was seine Motive sind. Er wird sich bewusst werden, was die besonderen Stärken sind. Er wird sich vielleicht auch bewusst werden, was die besonderen Schwächen sind. Man wird sich auch bewusst werden, was es vielleicht für Schattenseiten in einem gibt. Also dadurch, dass man in der Meditation einige Minuten am Tag ruhig sitzt, wird man sich sehr bewusst, was in einem so angelegt ist.
In der Meditation lernt man aber dann auch, sich von dem Relativen etwas zu lösen, denn wir stellen fest, ja, diese verschiedenen Aspekte von mir, die kann ich beobachten. Es gibt etwas, was jenseits dieser relativen Aspekte ist. Und das nennt sich dann die höhere Selbsterkenntnis. Wir kommen zur Erkenntnis des höheren Selbst, jenseits des in Worten Fassbaren.
Er sagt, wir können in den göttlichen Zustand hineinwachsen. So ohne große Schwierigkeit. Wie fasst man das in Worte, was nicht in Worte fassbar ist? Was wir in der Meditation ab und zu mal erfahren und vielleicht irgendwann immer wieder erfahren, ist ein Zustand jenseits von Worten und Bildern, jenseits von Verhaftungen und Identifikationen, jenseits von Zeit, Raum und Kausalität und in Ermangelung anderer Worte können wir das als göttlichen Zustand bezeichnen. Man könnte es auch als transzendenten Zustand bezeichnen. Es ist jedenfalls eine Erfahrung.
Das ist ja das Großartige am Yoga. Es gibt keine Glaubenssätze, an die wir glauben müssen, sondern es gibt Erfahrungen, die wir machen können, wenn wir bestimmte Praktiken machen. Und diese Erfahrungen kann man dann natürlich auch in verschiedenen Kontexten unterschiedlich benennen und versuchen, adäquate Wörter dafür zu finden. „Göttlicher Zustand“ ist eben ein Ausdruck für diese Erfahrung der unendlichen Freude, Wonne, Verbundenheit, Einheit.
Wir können einen Zugang finden zu einem höheren Wissen, zu einer Intuition und einem Gefühl der Einheit, welches auch dann andauert, wenn wir aus der Meditation herauskommen und wieder im normalen Leben, in Partnerschaft, im Beruf, im Alltag sind.
„Mit ihr können wir uns aus den Fesseln des Geistes befreien und Unsterblichkeit erlangen“, sagt Swami Sivananda noch.
„Aus den Fesseln des Geistes.“ Geist ist auch wieder ein Wort, das in unterschiedlichem Kontext Unterschiedliches bedeutet. Hier ist es die Übersetzung des englischen Wortes „mind“. Und „mind“ ist unser Denken und Fühlen und sind unsere Identifikationen. Momentan sind wir in den Fesseln des Geistes gefangen.
Angenommen, man stellt fest, man hat irgendwelche Neigungen im Geist, die hinterher destruktiv sind. Es reicht jetzt nicht aus zu sagen, aha, das ist eine Fessel des Geistes und von der will ich nicht gefesselt werden. Dieser Entschluss allein führt nicht dazu, dass wir am nächsten Morgen dieses Problem nicht mehr haben. Oder angenommen, wir haben eine schlechte Angewohnheit, dann reicht es auch nicht zu sagen, jetzt höre ich damit auf. Spätestens dann, wenn wir probieren, diese Dinge zu ändern, stellen wir fest, das sind Fesseln des Geistes.
Und er sagt, Meditation hilft, sich aus diesen Fesseln des Geistes zu befreien. Wenn wir meditieren, kommen wir zu einer Kraft und einer Energie, die jenseits vom Geist ist. Und dadurch bekommen wir eine Kraft, die uns hilft, uns aus den Fesseln des Geistes zu befreien.
Dann schreibt er noch: „Unsterblichkeit zu erlangen.“ Natürlich darf man das nicht verstehen, dass der physische Körper unsterblich wird. Der physische Körper ist eben sterblich. Aber die Yogis sagen aus ihrer eigenen Erfahrung, es kann gelingen, eine Erfahrung zu machen von etwas, was jenseits physischer Sterblichkeit ist.
Und wenn wir diese Erfahrung gemacht haben, brauchen wir keine Angst mehr zu haben, denn wir wissen, ich selbst bin dieses, was in Worten nicht fassbar ist. Was aber nicht Zeit, Raum, Veränderung unterworfen ist. Und so können wir sagen, wir erfahren Unsterblichkeit.
Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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