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Yoga Sutra, 2. Kapitel, 15. Vers
„Menschen mit Unterscheidungskraft erkennen, dass wegen der Vergänglichkeit, neuen Wünschen und Konflikten zwischen den Eigenschaften der Natur und den Gedanken, alles leidhaft ist.“
Ein außergewöhnlicher Vers, der nicht wirklich in unsere Zeit hinein passt, wo man denkt, die Welt bringt uns Vergnügen. Und wenn wir uns nur richtig verhalten, können wir das Leben genießen. Und Aufgabe wäre es, das Leben genießen zu können. Es vielleicht so zu gestalten, dass wir immer Freude und Spaß haben. Wir leben in einer Spaß- und Erlebnisgesellschaft. Patanjali sagt, dieses Konzept kann nicht stimmig sein. Die äußere Welt kann uns kein dauerhaftes Glück geben. Warum? Er nennt verschiedene Gründe.
Erstens Vergänglichkeit. Alles, was einen Anfang hat, hat ein Ende. Alles, was beginnt, endet auch. Der Mensch, den wir heute so lieben, weil er vielleicht so schön ist, er wird irgendwann nicht mehr so aussehen. Der Mensch, den wir so lieben, weil er uns so lobt, irgendwann wird er uns vielleicht nicht mehr loben oder sein Lob wird uns nicht mehr das Gleiche bedeuten. Der Mensch, mit dem wir jetzt so schön zusammen sind, entwickelt sich anders. Das Auto, das wir haben, muss irgendwann repariert werden. Die Kinder werden erwachsen. Die Eltern werden irgendwann pflegebedürftig und krank. Der Job, den wir haben, ändert sich. Vielleicht verlieren wir ihn sogar. Auch unsere eigenen geistigen Fähigkeiten, an denen wir uns erfreut haben, auch die ändern sich im Laufe der Zeit. Nichts bleibt gleich, alles ist im Fluss.
Zweiter Grund, warum hinter allem letztlich Leiden ist – neue Wünsche. Wenn wir einen Wunsch erfüllt haben, kommt ein nächster. Hast du den neuesten tollen MP3-Player, kommt ein halbes Jahr später ein noch besserer MP3-Player auf dem Markt. Hast du den neuen Computer, mit dem du die Videos gut anschauen kannst, kommt bald der neue phantastische Bildschirm. Hast du eine DSL-Leitung, willst du eine ADSL-Leitung oder eine VDSL-Leitung oder wie auch immer die Namen sein mögen. Oder schließlich stellst du fest, Computer ist nicht das, was du dauerhaft willst, du willst aufs Land. Bist du auf dem Land, willst du plötzlich doch einen Computer. Immer wieder tauchen neue Wünsche auf. Zu denken, man werde glücklich werden, wenn man alle Wünsche erfüllt, ist illusorisch.

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Disziplin, Inspirationen, Selbststudium, Sukadev, Vidya, Yoga

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