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Ich lese etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda, aus dem Kapitel „Jivanmukta“. Jivanmukta heißt selbstverwirklichter Weiser, lebendig Befreiter. Eine der Grunderkenntnisse der großen Yogameister, es ist möglich, in diesem Leben die Befreiung zu erreichen. Das ist vielleicht auch ein Unterschied zwischen Spiritualität und reiner Glaubensreligiosität. Obgleich natürlich sich beides auch miteinander verbinden kann, aber auch unabhängig voneinander sein kann. Spiritualität heißt, wir wollen in diesem Leben es erfahren. Wir wollen nicht warten, bis wir tot sind, in der Hoffnung, wenn wir ein freundlich gelebtes Leben haben, dass wir dann anschließend zur Erlösung kommen. Wir wollen in diesem Leben spirituelle Erfahrung machen. Wir wollen in diesem Leben die Nähe Gottes erfahren. Oder, Jivanmukta heißt sogar, die Einheit mit diesem höchsten Prinzip. Und in diesem Kapitel steht eine ganze Menge und es hat jetzt aufgeschlagen auf dem Unterabsatz „Ein Segen für die Welt“.


„Ein Jivanmukta ist ein Halt für die Welt. Er ist eine Quelle immerwährender Inspiration. Er ist eine Verkörperung, durch welche die göttliche Gnade an die Menschen weitergegeben wird. So wie Blumen, die blühen, um zu duften und die Welt um sie herum zu reinigen, so tauchen große Seelen wie Sadashiva Brahman oder Yajnavalkya in der Welt auf, um das Herz der Menschen zu erfreuen und um ihn zur Unsterblichkeit und Vollkommenheit zu führen. Der Jivanmukta ist ein Kraftwerk spiritueller Energie. Er verbreitet seinen spirituellen Strom in alle Ecken der Welt. Sitze vor ihm oder erinnere dich an ihn, vergegenwärtige seine Gegenwart. Deine Zweifel werden sich von selbst auflösen. Du wirst einen eigenartigen Schauder von Freude und Frieden erfahren. Der Jivanmukta reinigt wie heilige Wasser andere durch bloßen Anblick, Berührung und das Aussprechen seines Namens.

Manchmal bleibt er unbemerkt. Manchmal wird er Menschen bekannt, die Wohlstand wünschen. Manchmal nimmt er die Nahrung zu sich, die Verehrer ihm opfern und verbrennt die Unreinheiten aus ihrer Vergangenheit und Zukunft. Ein Jivanmukta, ein Heiliger, ist die letzte Quelle des Wissens von der SeeleSatsang mit einem Jivanmukta, auch wenn es nur eine Minute ist, ist besser als die Herrschaft über ein Königreich. Seine Gegenwart allein ist anregend und inspirierend. Suche seine Gegenwart und wachse. Diene ihm mit Glaube und Hingabe.“


Hier spricht Swami Sivananda davon, was die Wirkungen sein können, in der Gegenwart eines selbstverwirklichten Weisen zu sein. Da tauchen natürlich verschiedene Fragen auf. Die eine ist: Stimmt das überhaupt? Und das könnte man nur so herausfinden, indem man es ausprobiert. Wenn jemand sagt, „draußen regnet es“, dann müsste man aus dem Fenster gucken und gucken, regnet es? Wenn jemand sagt, „es scheint die Sonne“, guckt man raus. So ähnlich, wenn wir wissen wollen, viele der Aussagen im Yoga, wir können sie ausprobieren. Wir müssen nicht in einem dunklen Zimmer bleiben und uns jetzt unterhalten: „Gibt es so was wie Sonne überhaupt? Kann es sein, dass heute es regnet?“ Wir müssen auch nicht irgendwo in der Mitte vom Gebäude bleiben und dann darüber diskutieren und das Pro und Contra abwägen. Wir müssen aus dem Fenster gucken und notfalls, wenn das nicht ausreicht, rausgehen und schauen, werden wir nass oder nicht. So ähnlich, wir können im Yoga die Sachen ausprobieren. Natürlich jetzt beim Jivanmukta ist es etwas schwieriger, jetzt laufen hier nicht jede Menge Jivanmuktas rum, wo wir sagen können, da gehen wir mal hin. Wir können es aber auch anders ausprobieren.

Es heißt ja, es ist nicht nur, wenn wir in der physischen Gegenwart sind, sondern auch an einen solchen Meister sich zu wenden. Und so gibt es viele Meister, wie Paramahamsa Yogananda, wie Swami Sivananda, Ramana Maharshi. Wir können uns deren Fotos anschauen, wir können deren Bücher lesen, wir können deren Biographien lesen und wir können dann schauen, ob wir dort Kontakt aufnehmen können. Wir können darum bitten: „Wenn es möglich ist, lasse mich Deine Gegenwart erfahren. Wenn es möglich ist, lasse mich Dich spüren.“ Wenn wir das ein paar Mal probiert haben, können wir feststellen, „ja, ich spüre die Gegenwart“ oder wir können feststellen, „für mich ist das im jetzigen Stadium vielleicht nicht möglich.“ Aber es ist wert, es auszuprobieren, denn wenn man diese Verbindung hergestellt hat zu einem Meister, egal, ob er im physischen Körper verweilt oder nicht, egal, ob wir seine physische Gegenwart haben oder nicht, wenn wir die Verbindung herstellen, wird es vielleicht zu einem der wichtigsten Hilfsmitteln auf dem spirituellen Weg.


Hari Om Tat Sat

 

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines Satsangs nach der Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

 

 

 

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Tags: Bhagavad Gita, Bhagavad Gita Audio-Vortrag, Sukadev, tägliche inspiration

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