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© Text und Foto: Bhajan Noam 

Diese Übung ist eine der Ersten, die ich selbst im Yoga kennenlernte. Ich liebe sie und gebe sie immer wieder gerne weiter, besser gesagt, so gut wie jeden ersten Morgen meiner Pranayogaseminare beginne ich mit ihr und setze sie auch therapeutisch ein. Sie dauert nur zwei Minuten und wirkt zunächst unscheinbar, doch sie ist erstaunlich effektiv.

 

Mache sie als erste Übung nach dem Aufwachen, während du noch im Bett liegst. Dehne und räkele dich zunächst, atme tief durch. Empfange dabei die noch frische Energie des jungen Tages. (Du kannst sie natürlich auch zu jeder anderen Tageszeit praktizieren.)

 

Liege auf dem Rücken, die Beine liegen parallel, nicht gegrätscht, und die Arme liegen neben deinem Körper. Strecke jetzt dein rechtes Bein, ohne es anzuheben, aus und lasse es dann so verlängert abgelegt, ohne weiterhin aktiv zu strecken. Du hast lediglich das Gefühl, dass es länger wirkt als das linke und du spürst eine leichte Dehnung.

 

Nimm nun einen vertieften Einatem, der in deiner Vorstellung an der rechten Seite der Wirbelsäule abwärts fließt in dein rechtes Bein, in deinen rechten Fuß, zu deinem rechten Fußchakra, das du aufleuchten lässt. Halte den Einatem etwas an, dein Ausatem fließt nun den gleichen Weg zurück. Bleibe eine Minute ganz bewusst dran. Nicht länger. Du brauchst aber nicht dabei auf die Uhr schauen. Eine Minute sind etwa fünf bis sechs langsame Atemzüge.

 

Lasse nun dein Bein wieder zurückgleiten und spüre in dich hinein, während es noch nachwirkt. Anfangs wirst du vielleicht nur wenig wahrnehmen. Bei weiterem Üben spürst du ein Wohlgefühl im ganzen Körper, ein Kribbeln oder ein Fließen von Energie im Bein und entlang der Wirbelsäule, sowie mehr Weite und Gelöstheit dort.

 

Verfahre jetzt genauso mit deinem linken Bein, ebenfalls nur eine Minute. Dann lasse die Übung eine Weile nachklingen.

 

Die Wirkung ist vielfältig. Wir haben rechts und links der Wirbelsäule zwei Nervenstränge des Vegetativums, die hierbei nacheinander sanft gedehnt werden. Dieses Dehnen erzeugt eine Harmonisierung im ganzen Körper. Wir haben besonders einen begradigenden Einfluss auf die Wirbelsäule und das Becken. Ein Beckenschiefstand mit einer scheinbaren Beinlängenverkürzung wird ausgeglichen, bisweilen schon beim ersten Mal vorübergehend aufgelöst. Eine Skoliose, die mit dem Beckenschiefstand stets einhergeht, wirkt sich auf die zentrale und periphere Muskulatur wie auf die Nervenaustrittsbahnen aus und kann, länger bestehend, sogar organische Funktionsstörungen verursachen. In Verbindung mit Diagonaldehnungen im Liegen, im Stehen oder besonders im Vierfüßlerstand kann die Wirbelsäule wieder dauerhaft begradigt werden und der Beckenschiefstand beseitigt. Bei schweren Fällen bedarf es natürlich einer medizinischen Begleitung. 

 

Wenn du nach dieser Übung aufstehen willst und deine Matratze fest genug ist, mache zuvor einige Male die Rückenschaukel, die ebenfalls Spannungen in der Wirbelsäule gut auflöst. Schwinge mit einem tiefen Einatem in den Rücken zurück und mit der Ausatemkraft nach vorne, so unterstützt du die Rückenschaukel optimal von innen.

- Bhajan Noam -

Seiten des Lebens: bhajan-noam.com  

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Tags: Atem, Beckenschiefstand, Bhajan_Noam, Harmonisierungsübung, Skoliose, Vegetativum, Wirbelsäule

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