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Om Navah Shivaya. Ich will etwas lesen aus der Bhagavad Gita, dem Zwiegespräch zwischen Krishna und Arjuna. Krishna ist der Lehrer, eine Inkarnation, Manifestation Gottes. Und wir sind im 15. Kapitel: „Der Yoga des höchsten Geistes“. Und in diesem Kapitel spricht Krishna über die höchste Wirklichkeit, über das, was hinter allem steckt. Und er erklärt, dass das ganze Universum wie ein einziger Organismus ist. Die physische Welt ist wie der physische Körper Gottes, die geistige Welt wie der Astralkörper Gottes, und jenseits von allem ist der höchste Purusha, das unsterbliche Selbst, ein Bewusstsein hinter allem. Und Krishna spricht im 13. Vers jetzt aus der Perspektive, dass er selbst eins mit Gott ist, und so sagt er: "Ich durchdringe die Erde und erhalte alle Wesen durch meine Energie. Ich werde zum wässrigen Mond und ernähre alle Kräuter. Nachdem ich zum Feuer vaishvanara geworden bin, wohne ich im Körper aller Lebewesen, und in Verbindung mit Prana und Apana verdaue ich die vierfache Nahrung. Ich wohne in den Herzen aller. Aus mir kommen Erinnerung und Erkenntnis ebenso wie deren Fehlen. Ich bin in Wahrheit das, was durch alle Veden erfahren werden kann. Ich bin in der Tat auch der Schöpfer der Vedanta und auch der Kenner der Veden."
Wenn wir auf dem spirituellen Weg sind, denken wir manchmal: „Ich praktiziere jetzt, und ich will das Höchste erreichen.“ Dann ist aber die Frage: „Wer ist dieses Ich?“ Im Grunde genommen können wir sagen: Der Körper wird geleitet von göttlicher Kraft. Wenn man sich mit dem Körper beschäftigt, mit der Anatomie, mit der Physiologie, dann kommt man immer wieder ins Staunen, wie viel Intelligenz dort hinter ist. Selbst ein Einzeller ist schon ein ziemliches Weltwunder. Und ein Molekül ist ein Wunder. Egal, was man untersucht, irgendwo wird man feststellen: Da ist etwas Großartiges. Und Krishna sagt hier im 15. Kapitel: Und hinter allem kleinen Großartigen steckt das eine Großartige, die göttliche Kraft. Und wir können diese göttliche Kraft spüren. Er sagt, wir können es z.B. bewusst wahrnehmen, wenn wir sagen, Gott durchdringt alles als die Erdenergie. Wir essen – Gott manifestiert sich als Erde, und damit können alle Wesen überhaupt essen. Er manifestiert sich als Mondenergie und als Wasser, und so können wir trinken. Er manifestiert sich als Feuer, und damit gibt es das Sonnenlicht, aber auch das Verdauungsfeuer, das alles verdaut. Gott ist auch in allen Lebensenergien. Er ist im Herzen aller, also auch hinter unseren Emotionen, hinter allen Gefühlen – auch dort steckt das Göttliche, und in den geistigen Kräften, wie Erinnerung und Erkenntnis. Er sagt aber auch, dass er ebenso die Abwesenheit davon ist. Gott ist all das, was erfahren werden kann. Gott ist das Höchste, das wir erstreben. Gott ist aber auch der Strebende selbst, die Kraft in uns, die erkennen will, der Wunsch nach Verwirklichung. Auch dies ist alles eine Manifestation Gottes. Und in Wahrheit ist der Prozess des Sadhanas weniger, dass ich versuche, Gott zu erreichen, sondern letztlich versucht Gott, Gott zu erreichen. Und unser eigenes Sadhana ist eigentlich: Gott praktiziert, und wir lassen es geschehen.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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