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Geburtstag von Swami Sivananda, [...] Swami Sivananda ist zwar nicht mehr im physischen Körper, aber Yogis gehen ja davon aus, dass wir nicht auf den physischen Körper beschränkt sind und besonders die ganz großen Meister wirken nach ihrem physischen Tod umso mehr von einer höheren Warte aus. Und dabei ist es wichtig oder hilfreich, dass wir uns einstimmen auf die großen Meister und gerade solche besonderen Ereignisse wie Geburtstag sind dafür eine besondere Gelegenheit.

 

Swami Sivananda hatte den Namen Sivananda bekommen von seinem Meister. Ananda heißt Wonne. Shiva, gut, zum einen Namen von einem Aspekt Gottes, aber „Shiva“ heißt auch „der Gütige“. Wir können auch sagen, Sivananda heißt, derjenige, der Freude darin hat, gütig zu sein. Swami Sivananda bekam auch einen Spitznamen, der hieß Swami Giveananda. To give heißt geben in Englisch. Und er ist also derjenige, dem es Freude machte, zu geben, andere zu beschenken. Ich hatte irgendwann mal so ein Buch aus den 50er Jahren in die Hand bekommen, so einen Reisebericht eines deutschen Journalisten, der nicht spirituelle war, aber so ein bisschen über Indien geschrieben hat, weil er Indien bereist hat.

 

Und er war dort auch in dem Sivananda Ashram und er hatte geschrieben, seine Schüler hätten Swami Sivananda sehr verehrt als einen großen Meister. Darüber könnte er nichts beurteilen, aber eines sei für ihn klar gewesen: Dort war ein etwas älterer Mann – er war schon siebzig gewesen – der immer glücklich ist und dem nichts mehr Freude zu bereiten scheint, als andere Menschen glücklich zu machen. Und seine Beobachtungen hätten auch gezeigt, tatsächlich, Menschen, die zu Swami Sivananda gegangen sind, jeder ist von ihm glücklicher, mit einem strahlenderen Gesicht rausgegangen als zu ihm gegangen. Eine schöne Beobachtung eines Journalisten, der einfach beobachtet hat, ohne persönlich daran besonders beteiligt zu sein.

 

Swami Sivananda hatte diesen Aspekt des Gebens von Kindheit an. Er ist in einer Familie aufgewachsen, die nicht reich war, aber auch nicht arm war. Und wenn dort Bettler am Haus vorbeigegangen sind, war es immer eine Schwierigkeit, denn der Swami Sivananda, damals hieß er Kupuswami, lief dann runter und gab dann irgendetwas, was er selbst hatte. Sei es Kleidung, in Indien die Kleidung damals waren ja Tücher, das heißt, man kann die tatsächlich auch als sieben-, achtjähriges Kind jemand anderem geben. Und sei es Kleidung, sei es Essen, sei es irgendwelche anderen Sachen, Swami Sivananda rannte dann immer runter und gab irgendetwas dort. Und wenn seine Mutter ihn dann schimpfte und sagte, „das kannst du doch nicht machen, einfach den Besitz so weitergeben“, sagte er: „Ich brauche es nicht, ich habe ja noch andere Kleidung. Der hat überhaupt nichts anderes.“

 

Später erkannte Swami Sivananda, dass es auch nicht ausreicht, einfach nur Kleidung und Essen zu geben, so ergriff er den Beruf eines Arztes, um Menschen dort auf diese Weise helfen zu können. Und er erkannte, es reicht nicht aus, Menschen erst dann zu heilen, wenn sie krank sind, sondern man muss ihnen auch helfen, selbst gesund zu sein. So veröffentlichte er auch eine Zeitschrift, wo Ratschläge zur Prävention dort freigiebig genannt wurden, was damals nicht ganz so üblich war, wie es ja heute üblich ist. Schließlich merkte er, auch das reicht nicht aus. Selbst wenn Menschen alles Mögliche tun, um gesund zu sein und gesund zu bleiben, irgendwann stirbt der Körper trotzdem, und emotionale und sonstige Probleme haben die Menschen. Und so erkannte er, das, was Menschen dauerhaft glücklich machen kann, ist etwas Tieferes.

 

Es ist auch wichtig, dafür zu helfen, dass Menschen was zu essen haben, Kleidung haben, Dach über den Kopf haben. Es ist auch wichtig, dass Menschen wissen, was sie tun können, um gesünder zu sein. Es ist auch wichtig, dass Menschen, die krank sind, geholfen bekommen. All das war ja dann auch im Sivananda Ashram dort. Es gab karitative Werke, der Ashram hatte ein gemeinnütziges Krankenhaus, er hatte eine Ayurveda-Beratungsstelle und eine Ayurveda-Apotheke, bis heute unterstützt er Schüler aus der Gegend, die eine Schulbildung brauchen, er gibt Stipendien für Leute aus der Gegend, denn die Gegend drum herum, die Dörfer sind arm, die Stipendium brauchen für ein Universitätsstudium. All das geht auch weiter. Aber er erkannte – und natürlich, Menschen brauchen zwischenmenschliche Wärme, ein hörendes Ohr und eine sanfte menschliche Liebe.

 

Auch dies schenkte Swami Sivananda den Menschen sehr freigiebig. Das Tiefste ist aber, dass Menschen das Wissen bekommen, das Wissen über ihr Selbst, das Wissen über Gott, das spirituelle Wissen. Und diese Verwirklichung von spiritueller Weisheit, die bleibt, egal, was sonst geschieht, inmitten von allem. Und so gab er das spirituelle Wissen sehr freigiebig. Frühere Meister haben ihre Schüler immer vor große Prüfungen gestellt, bevor sie das Wissen gegeben haben. Swami Sivananda hat gesagt: „Lasst uns das Wissen gleich geben. Prüfungen werden kommen und Menschen werden sich dieser Lehren würdig erweisen müssen und sie werden durch ihre Reinigungs- und sonstigen Erfahrungen hindurchgehen.

 

Aber wir geben erst mal das Wissen freigiebig und dann helfen wir den Menschen, durch die verschiedenen Prüfungen und Schwierigkeiten hindurchzugehen.“ Und so können wir, wann auch immer wir irgendetwas brauchen, egal, auf welcher Ebene, können wir auch uns an Swami Sivananda wenden, ihn um Hilfe, Ratschlag, Beistand bitten und wir können es auch, wenn wir uns als Schüler von Swami Sivananda ansehen, zu unserer eigenen Aufgabe machen, andere Menschen glücklich zu machen und diese Freude zu empfinden des Gebens. Freude zu empfinden, andere glücklich zu machen. Freude zu empfinden, Dinge zu geben, Ratschläge für Gesundheit zu geben, Menschen ein hörendes Ohr, ein warmes Herz zu geben und wer sich dafür berufen fühlt, spirituelle Weisheit weiterzugeben.

 
Hari Om Tat Sat

 

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines Satsangs nach der Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

 

 

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Tags: Bhagavad Gita, Bhagavad Gita Audio-Vortrag, Sukadev, tägliche inspiration

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