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Ich möchte euch ein bisschen was erzählen über das, was ich am letzten Wochenende gemacht habe oder wo ich gewesen war, auch als Symbol dafür letztlich, dass sich einiges verändern kann. Ich war ja in Neustadt, Sachsen, auf einem Festival, „Yoga im Herzen“. Und diejenigen, die in Ostdeutschland leben, haben das alles mitgemacht, was dort war. Vor dreißig Jahren dufte man in Ostdeutschland nicht Yoga üben. Der Swami Vishnu war schon vor fünfunddreißig Jahren mal drüben gewesen und auch vor siebenunddreißig Jahren ist er ja von Westberlin nach Ostberlin über die Mauer geflogen und es zirkulierten zu der Zeit Kopien des großen illustrierten Yogabuchs, aber nicht normale Kopien, sondern die wurden per Hand kopiert und zum Teil per Schreibmaschine. Es gab ein paar nach der Wende, die haben uns dann gezeigt, wie das per Hand gemacht wurde. Und die Bilder wurden nachgezeichnet dort, um Yoga üben zu können. Und seit zwanzig Jahren wird dort Yoga unterrichtet und irgendwo so vor zwölf, dreizehn Jahren war ich dort schon mal eingeladen. Das war eine Frau, Ilona Strohschein, heißt sie, von einem Institut Emax. Sie war zum einen Ingenieurin und sie hat nach der Wende zum einen ein Ingenieurbüro aufgemacht, wie man Energie sparen kann, und zum anderen hat sie Yoga unterrichtet. Und da hat sie irgendwo gedacht, ihre beiden Tätigkeitsbereiche will sie irgendwo energiemaximal nutzen und das ist dann zum einen auf dem Gebiet der Heizungstechnik und auf der anderen Ebene auf dem Gebiet der persönlichen Entwicklung. Ich hatte sie mal auf einem anderen Yogalehrertreffen kennengelernt, dann hat sie mich eingeladen und wir haben sie dann regelmäßig zu unseren Kongressen eingeladen. Aber ich kann mich noch erinnern, vor zwölf oder dreizehn Jahren, als ich da war, hat sie mir noch vorher gesagt, ich sollte aufpassen, keine Mantras, und ich sollte auch nicht über Gott sprechen, das könnte man in Sachsen nicht. Denn sie wusste, worüber ich sonst spreche. Gut, ich habe mich etwas beherrscht, aber letztlich habe ich doch einen Mangel an Selbstbeherrschung dort, hatte ich schon damals festgestellt. Also, wenn man Mantras gut erklärt hat und gesungen hat, waren die Menschen damals durchaus offen und wenn man über Gott eher von einer höheren Kraft gesprochen hatte, es war ja für die Menschen auch erfahrbar. Wer Yoga übt und regelmäßig übt, der spürt, da ist irgendwo was mehr als nur, was rein materiell fassbar ist. Und dann, als ich am Wochenende da war zu diesem Kongress oder diesem Festival „Yoga im Herzen“, war dann Freitagnachmittag der Beginn des Festivals auf dem Marktplatz von Neustadt. Und dort hatte die Ilona einen indischen Priester aus Berlin eingeladen mit noch ein paar weiteren Indern und die haben dann auf dem Marktplatz von Neustadt eine Puja zelebriert. Und hinduistischer kann es nicht werden und der Bürgermeister stand da auch dabei und war sich noch nicht ganz sicher, was er davon halten sollte, aber nach einer Weile hat er sich irgendwo von der schönen Energie dort mitreißen lassen. Aber einen roten Punkt hat er sich nicht auf die Stirn machen lassen, da hat er so freundlich gedankt. Aber danach ist er noch weiter gekommen und da gab es noch einen Fackelgang oder Prozession durch Neustadt und dann hat er noch so zum Schluss gesagt, als Bürgermeister hätte man viele Verpflichtungen, manche angenehmer, manche unangenehmer, das wäre jetzt eine der angenehmsten Aufgaben gewesen in seiner bisherigen Amtszeit. Und dann auf dem Festival selbst wurde – ich war bei einigen Workshops dabei und in jedem wurden irgendwo Mantras gesungen. Da hieß es zwar manchmal, nicht gesungen, sondern getönt, das scheint so eine moderne Weise zu sein, man singt nicht „Om Namah Shivaya“, man tönt „Om Namah Shivaya“. Also, vielleicht müssen wir das auch mal anpassen. Also, wir tönen jetzt das „Jaya Ganesha“ und gleich tönen wir das „Om Tryambakam“, vielleicht tönen wir noch das allumfassende Gebet. Das scheint irgendwo sich mehr und mehr durchzusetzen. Ich habe das schon mal vor einigen Jahren auf einem anderen Kongress gehört, aber ich glaube, insgesamt hieß es immer tönen. Aber jedenfalls, Mantras wurden immer intoniert und das fand ich dann auch interessant und dann irgendwie gab es dann auch so eine kleine Ecke, Musiklounge hieß die, wo man dann singen konnte und irgendwo, Musiker waren auch da. Und dann, immer dann, wenn die angefangen haben, Mantras zu singen, dann wurde es dort immer lauter und lauter, weil immer mehr Menschen dort hin geströmt sind. Und da ist mir irgendwo klargeworden, Mantras sind Mainstream geworden, Yoga sowieso, und man hat nicht mehr mit den Widerständen zu tun, die man früher hatte. Man hat nicht mehr mit den Widerständen zu tun, noch nicht mal im Osten und im Westen auch nicht. Dann habe ich heute ein Ayurveda Video gesehen, irgend so eine Firma – eine Kleinfirma, bestehend aus zwei Menschen – die haben ja für uns professionelle Videos gedreht für das Haus und die haben dann das Ayurveda Video hinterlegt. Und sie hatten die Auswahl zwischen Mantras und anderer Musik. Ausgerechnet das Maha Mantra haben die dort hinten dran gelegt, „Hari Krishna“. Wo ich normalerweise immer darauf achte, so nach außen, jeden Mantra ist ok, aber nicht das „Hari Krishna“, dass wir nicht in eigenartige Konnotationen kommen. Aber so irgendwie, die externe Firma hat unter allen Mantras und allen Melodien und aller Musik irgendwo gemeint, das sei irgendwo schön. Und natürlich schön war auch, viele verschiedene spirituelle Traditionen waren dort zusammen, wie wir es ja hier auch auf unseren Kongressen dann kennen, das war dann ähnliche Atmosphäre. Nur, dass es halt in einer Stadthalle war. Praktisch die ganze Stadthalle mit Nebenhallen war praktisch in Yogihand gewesen und wurde mal vorrübergehend umfunktioniert zu einer Art Yoga Ashram. Also, in der Welt ist einiges möglich und natürlich gibt es nicht nur das in der Welt, es gibt noch vieles andere in der Welt, aber jeder einzelne kann etwas dazu beitragen. Und so ähnlich wie diese eine Frau in dieser einen Stadt mit Enthusiasmus angefangen hatte, direkt nach der Wende. Ich glaube, ein Monat danach oder so ähnlich, ist sie nach München, um eine Yogalehrerausbildung zu machen. Nicht eine Sivananda-Ausbildung, sondern eine andere, und dann kurz danach fing sie an, zu unterrichten und dann ist einiges daraus entstanden. Inzwischen hat sie auch eine ganze Menge ausgebildet und ganz Ostsachsen, irgendwo um die Gegend, mit Yoga versorgt in verschiedenen Kontexten und verschiedenen Weisen unter verschiedensten Namen. Also, man kann vieles bewirken und dazu kann jeder im Kleinen und im Großen beitragen.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Puja, Strohschein, Sukadev, Wochenende, Yoga

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