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Ich lese etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda aus dem Kapitel
„Die Überwindung der Furcht“.

Die, die schon ein paar Tage hier sind, wissen, dass ich in den letzten zwei Wochen schon öfters aus diesem Kapitel ein paar Sätze gelesen habe. Swami Sivananda gibt verschiedene Weisen an, wie man mit Furcht umgehen kann. Heute lese ich den Absatz vor, wo er Verhaftungslosigkeit als ein Mittel zur Überwindung der Furcht nennt.

Swami Sivananda schreibt:
„Gib Verhaftung auf durch das Üben von Verhaftungslosigkeit und ersetze sie durch Verbindung mit Gott. So wird jede Furcht verschwinden. Habe den Gedanken, alle Dinge sind letztlich vergänglich und eine Illusion. Dann wirst Du keine Verhaftung an sie haben. Und auch wenn es Verhaftung gibt, wird sie nicht stark sein. Du kannst sie mit ein wenig Nachdenken und Unterscheidungskraft überwinden. Der Verzicht auf alles und die Entwicklung von brahman bhava – alles ist wahrhaftig Brahman – ist das beste Hilfsmittel, um jede Furcht zu überwinden.“

Für Neulinge im Yoga ist das eine etwas abstrakte Weise, mit Furcht umzugehen. Aber da steckt folgende Überzeugung dahinter: Hinter allem, was es im manifesten Universum gibt, ist das eine allumfassende Brah¬man, unendliches Bewusstsein. Und unser Glück oder Nicht-Glück hängt nicht davon ab, wie die äußeren Umstände sind. Dinge kommen, Dinge vergehen. Was heute schön ist, ist morgen weniger schön. Das, was wir heute denken, was wir brauchen, brauchen wir morgen schon nicht mehr. Wenn wir lernen, dass letztlich das kommt, was kommen soll und dass die ganze Welt „lila“, ein kosmisches Spiel ist, dann können wir uns daran erfreuen, aber ohne Verhaftung. Wie es so schön heißt: „Nichts ist beständiger als der Wandel.“ Es gibt aber noch etwas anderes, was beständig ist: Brahman oder Bewusstsein hinter allem.
Wenn wir dies erkannt haben – wovor brauchen wir dann Angst zu haben? Unser Charakter ändert sich – ich bin nicht mein Charakter, ich bin das unendliche Bewusstsein dahinter. Die Einstellungen von Menschen um uns herum mögen sich ändern, die Menschen mögen sich ändern, der Job mag sich ändern, die Kinder mögen älter und erwachsener werden und mögen sich nicht ganz so entwickeln, wie wir es vielleicht gerne gehabt hätten. Alles kein Grund, deshalb ängstlich zu sein. Alles ist ein kosmisches Spiel, hinter allem ist die höchste göttliche Wahrheit und wir können loslassen und ganz entspannen.

Hari om tat sat.


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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