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Ich lese etwas aus dem kleinen, wunderschönen Büchlein von Swami Sivananda: „Licht, Kraft und Weisheit“. Es hat aufgeschlagen auf dem Unterkapitel „Unsterblichkeit ist dein Geburtsrecht“.
„Tapferkeit, Kraft und Stärke, Weisheit und Freude sind dein Geburtsrecht, dein Erbe. Das göttliche Erbe des Absoluten. Du bist das Zentrum des Denkens, der Einflüsse und der Kraft. Vergiss es nicht. In der äußeren Welt herrscht Sterblichkeit. Tage und Nächte fliegen dahin wie Pfeile. Ist ein Tag vergangen, so denke daran, ein Teil deines physischen Lebens ist mit ihm vergangen. Widme dich fleißig dem Yoga. Gedenke der Weisen und der Heiligen, die das Höchste erreicht haben. Sei aufrichtig! Lasse Barmherzigkeit, Liebe und das Gefühl der Brüderlichkeit und Geschwisterlichkeit in dir lebendig werden. So wirst du dich mit allem eins fühlen und Gott in jedem Antlitz erschauen. Du wirst dich der lauteren Seligkeit erfreuen.“
Das ist ein Absatz mit sehr viel Tiefe. Zunächst mal die Aussage: „Die Verwirklichung dieser Unsterblichkeit, das ist unser Erbe, das können wir alle erreichen.“ Es ist uns angelegt. Eigentlich gehört es uns schon. Im Unterschied zu anderen Dingen, die wir wirklich erreichen müssen, sind wir in Wahrheit schon unsterblich. Oder wie er es hier sagt: „Wir sind das Zentrum von allem.“ Wir sind diese Freude. Wir sind dieses Absolute. Wir sind die höchste Weisheit. Das ist in uns angelegt, oder das ist schon da.
Die anderen Dinge, die äußeren Dinge, um die wir uns so bemühen müssen, die gehen wieder. Egal, was wir äußerlich erreichen, es wird auch wieder gehen. Das Äußere ist zwar auch etwas, um uns zu helfen, nach innen zu kommen, weil die ganze Welt ein Ausdruck Gottes ist. Nur das Äußere an sich geht durch Anfang, Mitte und Ende. Alles was einen Anfang hat, hat ein Ende. Die Erfahrungen, die die verschiedenen Dinge uns bringen, können uns helfen, das Höchste in uns zu verwirklichen.
Da sind zwei Grundlagen. Die eine ist, zu erkennen, in mir ist das Höchste, das zu erreichen ist mein Erbe, das ich eigentlich schon bekommen habe. Die zweite Grundlage ist, die äußeren Dinge kommen und gehen. Die Erfahrung ist das was bleibt, nicht die Dinge an sich. Und schließlich, wie kommen wir zum Höchsten?
Er sagt: „Gedenke der Weisen und Heiligen.“
Wenn wir überlegen, ich will gerne reich werden, können wir uns die Reichen anschauen. Sind sie glücklicher? Ist es wirklich wert, das zu erreichen?
Wenn wir denken, ein Künstler zu sein, großer Musiker, als Endziel des Lebens. Wäre das wünschenswert? Schauen wir uns die Musiker an und überlegen, einfach nur Musiker zu sein, ist das wirklich erstrebenswert?
Und dann schauen wir uns die Heiligen und Weisen an. Manche sind arm, manche sind reich, manche sind Musiker, manche sind Handwerker, manche sind Schuster. Aber eines was sie sind, sie sind heilig, sie haben das Höchste erreicht. Und dann können wir überlegen, will ich das erreichen?
Ich glaube jeder, der das Leben der Heiligen anschaut, wird denken, ja, so will ich letztlich auch sein. Diese Wonne möchte ich auch haben. Diese Liebe möchte ich auch haben. Diese große Verbundenheit und das Einheitsgefühl, das möchte ich auch haben. So können wir dann danach streben, das zu verwirklichen, was wir jetzt schon sind, unser Erbe anzutreten, die Erkenntnis der Unsterblichkeit, das reine Wissen und die Seligkeit.
Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Indische, Inspiration, Lesung, Schriften, Spiritualität, Sukadev, Vidya, Yoga, tägliche

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