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Entsagen und Opferhandlungen fortfahren – BhG XVIII.3

Bhagavad Gita, 18. Kapitel, 3. Vers

„Tyajyam dosa-vad ity eke karma prahur manisinah Yajoa-dana-tapah-karma na tyajyam iti capare.“
Krishna, der Lehrer, spricht:

„Manche Philosophen sagen, Handlung müsse insgesamt als ein Übel aufgegeben werden; andere hingegen sagen, dass Opferhandlungen, Geben und Askese nicht aufgegeben werden sollten.“

Karma und Tyajya sind zwei Worte, die in der Bhagavad Gita immer wieder auftauchen, gerade in den ersten und in den letzten Kapiteln der Bhagavad Gita. Karma heißt sowohl Handlung als auch Konsequenz der Handlung. Karma heißt Tat, Karma heißt das Gesetz von Ursache und Wirkung, Karma heißt das Ergebnis der Handlung. Gut, und man findet Schriften, die eben sagen, Karma gilt es zu vermeiden. Jetzt, was heißt das, Karma gilt es zu vermeiden? Gut, Karma heißt, wir sollten so handeln, dass wir kein neues Karma schaffen, dass wir nicht insbesondere andere verletzen und anderen Schlechtes zufügen, und was natürlich auch heißt, wenn wir andere verletzen, dass wir selbst neues Karma bekommen. Auch jede wunschbehaftete Handlung führt auch wieder zu Karma. Wenn man eine Handlung tut, nur um etwas dafür zu bekommen, dann schafft das neues Karma. In diesem Sinn ist wichtig, dass wir Karma aufgeben. Wir werden natürlich unser Karma ernten, wir werden das annehmen, was das Schicksal uns gibt.

Das ist ja vielleicht der wichtigste Aspekt von Karma, dass man lernt, dass das, was auf einen zukommt, einem hilft, zu wachsen. Wenn heute dir etwas passiert oder passiert ist, dann frage dich: „Was kann ich daraus lernen? Welche Lektionen stecken in dem, was heute geschehen ist?“ Und indem du so fragst, „was kann ich lernen aus dem, was geschehen ist“, schaffst du kein neues Karma. Es ist etwas anderes, zu fragen: „Wie kann ich heute meine Wünsche erfüllen? Und wie kann ich meine Welt so manipulieren, dass ich das bekomme, was ich gerne habe?“ Damit schaffst du neues Karma. Damit schaffst du Erwartungen. Damit verhinderst du die Wahrnehmung des Göttlichen. Wenn du dagegen überlegst: „Oh Gott, sage mir, was meine Aufgabe ist. Sage mir, wie ich zum Höchsten komme. Sage mir, was ich tun kann.“ Und wenn du dann das tust, was du spürst, was zu tun ist, und das Gott darbringst, ohne es mit Wünschen zu tun, dann schaffst du kein neues Karma. 

Krishna spricht im zweiten Halbvers davon, dass insbesondere YajnaDana und Tapas nicht aufgegeben werden sollen, sondern dass man diese tun soll. Yajna, im engeren Sinn Opferhandlungen, im weiteren Sinn alle möglichen rituellen Handlungen der Gottesverehrung. Dana, im engeren Sinn Geschenke geben, im weiteren Sinn uneigennütziges Dienen und alles, was man für andere tut. Tapas, im engeren Sinne Askese, im weiteren Sinn auch jede spirituelle Praxis. Diese drei sollten ausgeführt werden. Im vorigen Kapitel hat er ja auch darüber gesprochen, dass diese drei sattvig, rajasig und tamasig sein können, und Krishna hat empfohlen, dass man Yajna, Dana und Tapas sattvig, also rein, ausführen soll. Im nächsten Vers kannst du mehr darüber hören.

 

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Bhagavad Gita Audio-Vortrags mit Sukadev Bretz. Mehr Infos:

 

 

 

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Tags: Bhagavad Gita, Bhagavad Gita Audio-Vortrag, Entsagen und Opferhandlungen fortfahren – BhG XVIII.3, Sukadev, tägliche inspiration

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