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Der spirituelle Weg ist oft ein Mittelweg oder auch ein Rhythmus zwischen jeweils zwei Polen. Zwei typische Pole sind, Bhakti und Jnana. Liebe und Verehrung und Weisheit und Erkenntnis.
Ein anderer dieser Polpaare ist Entsagung und Erfüllung der Pflichten. Ein Thema, das gerade in der Bhagavad Gita sehr viel behandelt wird.
Ein anderes Thema, herauszufinden, was unsere Natur ist, unserem Herzen zu folgen, unserer Prakriti zu folgen, aber nicht Sklave zu sein, von Wünschen und Abneigungen. Raga und Dvesa.
So wie Krishna an einigen Stellen in der Bhagavad Gita sagt, man soll seiner Natur folgen. Die Natur wird einem eh dazu bringen, das zu tun, was zu tun ist.
Andererseits sagt er, man soll den Wünschen und Abneigungen nicht zum Opfer fallen.
Ein nächster dieser Polpaare, ist Enthusiasmus, Engagement, Leidenschaft auf der einen Seite und Gleichmut auf der anderen Seite.
Auf der einen Seite ist es wichtig, dass wir Gleichmut entwickeln und wir finden verschiedenste philosophische Begründungen für Gleichmut, eben z.B. die, es gibt ein kosmisches, allumfassendes Selbst. Die ganze Welt, so wie wir sie wahrnehmen, ist nur eine Manifestation des gleichen Selbst.
Und was auch immer in dieser Welt passiert, letztlich passiert nichts wirklich und das Selbst bleibt stets im Selbst.
Alles was passiert, ist so wie die Wellen in einem Meer, das Meer bleibt. Egal, wie viele Wellen es sind oder nicht Wellen sind, vom Standpunkt des Meeres ändert sich nicht viel.
Das Selbst aller Wesen ist gleich, in mir, in jedem anderen, es bleibt stets gleich, was auch immer wir tun.
Vom Bhakti-Yoga-Standpunkt aus, geschieht das, was Gott will. Es heißt, Gott ist allmächtig, also passiert eh, was Gott will.
Ein weiterer Aspekt die Meditation. Wir wollen in Samadhi kommen. Samadhi, der höchste Bewusstseinszustand der vollkommenen Einheit. In Samadhi steckt das Wort „Sama“ drin. Sama heißt letztlich Gleichmut. Samadhi ist der Zustand, wo alles zum vollständigen Gleichmut gekommen ist, wo wir aber mit unserem Bewusstsein im höchsten Selbst sind.
Andererseits ist es aber so, wenn wir spirituell wachsen wollen, müssen wir das mit großem Engagement tun. Mumukshutwa, der intensive Wunsch nach Befreiung, der ist absolut nötig.
Swami Sivananda schreibt an einer Stelle: „Dein Herz muss schmelzen wie Butter, wenn du das Leiden von jemand anderem siehst.“
Oder Swami Vivekananda hat einmal gesagt, er bräuchte nur 12 Menschen, die voller Feuer und Flamme erfüllt wären, dann könnte er die ganze Welt zu einem neuen spirituellem Erwachen führen. Nur dieses große Engagement.
Also, beides gehört irgendwo dazu. Also, an Engagement, Enthusiasmus und enthusiastisches Streben nach Befreiung. Enthusiastisches Dienen und Engagieren im Leben und dabei Gleichmut üben.
Denn letztlich, wir kommen nicht wirklich voran, wenn wir keinen Enthusiasmus haben. Und auch im Karma Yoga, so sehr es heißt, wir sollen Karma Yoga üben, ohne etwas zu erwarten, das darf uns nicht zur Gleichgültigkeit führen, sondern dort gilt, Engagement hineinzustecken.
Und vermutlich die beste Einstellung, die wir haben können um beides miteinander zu verbinden, ist die Einstellung eines Spieles. Lila, wie es auch im Bhakti Yoga heißt. Es ist ein göttliches Spiel und wir sind Spieler oder auch Schauspieler.
Ein guter Schauspieler spielt seinen Part mit großem Engagement. Er fühlt sich hinein mit Herz und Verstand. Aber am Ende des Stückes weiß er, das Spiel ist vorbei und er ist wieder er selbst.
Wir haben jetzt eine bestimmte Rolle, der kosmische Regisseur, wir können ihn Gott nennen, wir können ihn kosmische Intelligenz nennen, hat uns in einen bestimmten Aspekt des spirituellen Spiels, des Weltenspiels hineingebracht und jetzt gilt es, dass wir das mit großem Engagement erfüllen. Wir können mit großem Enthusiasmus das tun, was wir tun und wir können dabei auch lernen.
Denn, es ist nicht nur ein Schauspiel, sondern es ist auch ein Lehr-Schauspiel. So wie Schauspieler in der Schauspielschule ihre Kunst erlernen, so lernen wir unsere Rolle im Leben, um dann zum Schluss zur höchsten Verwirklichung kommt.
Lasst diese Gedanken in euch sinken und versucht, großes Engagement und Enthusiasmus mit Gleichmut zu verbinden.
Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Indische, Inspiration, Lesung, Schriften, Spiritualität, Sukadev, Vidya, Yoga, tägliche

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