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Hier möchte ich eine besonders bewährte, uralte und weit verbreitete Meditationsmethode weiterschenken.

Die Gassho-Meditation

Bei der Gassho-Meditation, die ihren Ursprung in Japan hat, ist es ganz schlicht und einfach die Haltung (siehe Foto), die uns nach einigen Minuten in innere Stille versetzt. Es gibt ein Gesetz, dass im gesamten Universum Gültigkeit besitzt, es heißt: Form = Inhalt. Dieses Gesetz kommt zum Beispiel bei Musikinstrumenten zur Anwendung. Hier bestimmt die Form des Klangkörpers den Ton, seine Kraft, seine Fülle, seinen Charakter. Bei Weingläsern ist deren Form mit am Geschmack des Weins beteiligt. In östlichen Kampfkunstarten, wie z. B. beim Aikido, macht die geschlossene, immer gerundete Körperhaltung des Kämpfers sein Stehvermögen und seine Kunst des Annehmens, Umleitens und Zurückschickens der Angriffsenergie aus.

Nicht anders verhält es sich bei der Haltung, die wir für die Gassho-Meditation einnehmen. Zunächst setzen wir uns entspannt aufgerichtet in den Meditationssitz oder in den Kniesitz. Dann beginnen wir sanfte, leicht vertiefte Atemzüge in den Bauch zu lenken. Bei dieser Atmung verbleiben wir während der gesamten Meditation, die wenigsten 20 Minuten dauern sollte. Die Hände werden nun zum Namasté vorm Herzen zusammengelegt, wobei die Schultern locker bleiben und die Ellenbogen ohne Anspannung der Arme seitlich nach außen gerichtet sind. Das ist schon das ganze Geheimnis dieser Technik.

Es ist die Form unserer Haltung, die hierbei den inneren Energiestrom lenkt, die seine Richtung und Qualität bestimmt und damit auch seine ruhe- und zugleich kraftvolle Wirkung auf Körper und Geist ausmacht. – Die zusammengelegten Handinnenflächen und die Fußsohlen, die in Richtung unseres Körpers zeigen, bewirken, dass keine Energie nach außen abstrahlt. – Der sanft vertiefte Atem reichert Prana an und verstärkt sein inneres Fließen. – Die Mudra der zusammengelegten Hände vor Anahata, unserem Herzchakra, führt zu einer Zentrierung in diesem unseren mittleren Energiezentrum. Anahata ist das Chakra der Mitte, der Ausgewogenheit, der Ausgeglichenheit. Hier sammeln und vereinen sich die Energien der unteren drei mehr erdverbundenen Chakren mit den Energien der oberen drei mehr der kosmischen Kraft zugewandten Chakren. Dadurch entsteht eine tiefe Ruhe in uns. – Die nach oben zeigenden Finger regen den aufsteigenden Energiestrom in der Sushumna, unserem zentralen Energiekanal in der Wirbelsäule, an. – Der vermehrt aufsteigende Energiefluss erzeugt ein allmähliches Öffnen von Sahasrara, dem Kronenchakra, das uns mit dem höchsten kosmischen Licht, dem Paramatman-Licht, verbindet. Es spendet uns höchste spirituelle Kräfte, es lässt uns wach sein und dabei klar sehen und fühlen.

In den ersten zehn Minuten mögen die Gedanken noch mehr oder weniger im Vordergrund lärmen, dann jedoch sinken wir in eine angenehme Stille und tiefe Entspannung. Seelisch genährt und gestärkt und energetisch gereinigt und aufgetankt werden wir jedes Mal wie neu aus dieser Meditation in die hiesige Welt zurückkehren.

~ Bhajan Noam ~

 

Foto: Bhajan Noam; Yogini: Stefanie Aditi Metzler

Aus: Bhajan Noam "SHASTRAS - Meistertexte"

Copyright: Bhajan Noam, BNV. Verlag 2013

 

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

Kontakt: bhajan-noam@gmx.de

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Tags: Bhajan_Noam, Gassho-Meditation

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