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Die Natur der vorgeschriebenen Pflichten – BhG XVIII.41

Namaste und herzlich willkommen zum Bhagavad Gita Podcast aus den täglichen Inspirationen von www.yoga-vidya.de. Mein Name ist Sukadev und ich möchte heute den 41. Vers des 18. Kapitels der Bhagavad Gita kommentieren.
Zunächst der Vers auf Sanskrit:
„Brahmana-ksatriya-visam sudranam ca parantapa karmani pravibhaktani svabhava-prabhavair gunaih.“
„Die Pflichten von Brahmanen, Kshatriyas, Vaishyas und auch von Shudras sind so verteilt, wie es den sich aus ihrem Wesen ergebenden Eigenschaften entspricht.“

 

Krishna spricht jetzt hier über die vier Hauptkasten. Das Kastenwesen in Indien war zum großen Teil im Lauf der Jahrtausende ein Unwesen, ein Mittel zur Unterdrückung von den Schwächeren, ein Mittel, um Herrschaftsstrukturen zu erhalten. Nichtsdestotrotz steckt da doch eine gewisse Wahrheit dahinter, sonst würde Krishna diese hier nicht erwähnen. Menschen sind unterschiedlich und man kann unterschiedliche Temperamente feststellen und auch unterschiedliche Neigungen und Motivationen.

 

In diesem Sinne gibt es tatsächlich vier verschiedene Menschen oder vier verschiedene Hauptmotivationen. Zunächst gibt es die Brahmanas, das sind die Gelehrten, das sind diejenigen, die wissen wollen und zwar sowohl wissenschaftlich etwas wissen wollen, das sind auch die Intellektuellen, es sind aber auch diejenigen, die wissen wollen, was das Höchste ist, die spirituell wissen wollen. Als zweites gibt es die Kshatriyas. Die Kshatriyas waren ursprünglich die Krieger. Das sind die, die sich einsetzen wollen für das Gute. Das sind die, die Sozialarbeit machen wollen. Das sind die, die etwas Gutes bewirken wollen, auch in der Politik, auch im Ehrenamt, auch in gemeinnützigen Vereinen, in Bürgerinitiativen usw. Als drittes gibt es die Vaishyas und die Vaishyas sind daran interessiert, etwas aufzubauen, also z.B. eine Firma aufzubauen, ein Land gut aufzubauen. Vaishyas sind interessiert daran auch, eine gute finanzielle Absicherung zu haben, sind auch interessiert daran, Macht zu bekommen usw. Und als letztes gibt es die Shudras, die wollen sich nicht zu sehr engagieren. Die Shudras sind diejenigen, welche eher lieber ein leichtes Leben führen wollen, die nicht zu viel Stress haben wollen im Alltag, denen es nicht so sehr darauf ankommt, viel zu bewirken, viel Geld zu haben usw. Sie hätten vielleicht auch Geld, im Sinne von, über Lotteriegewinn usw., aber Shudras sind nicht bereit, dafür größere Opfer zu bringen.

 

So sind Menschen unterschiedlich. Und du kannst selbst überlegen, zu welcher Kategorie gehörst du? Ziemlich sicher gehörst du auch zur Brahmana-Kategorie, denn du strebst nach dem Höchsten. Aber ansonsten, bist du auch sonst Brahmana, im Sinne von, dass dir Wissen besonders wichtig ist, dass dir Intellektualität wichtig ist, dass du auch ansonsten in deinem Leben dich mit intellektuellen, wissenschaftlichen oder spirituellen Fragen auseinandersetzen willst? Oder bist du als Kshatriya besonders stark? Als jemand, dem es um Gerechtigkeit geht, der viel bewirken will, der seine Berufswahl auch danach ausgerichtet hat: „Wie kann ich am meisten bewirken in dieser Welt?“ Oder bist du mehr Vaishya, im Sinne von, willst du mehr ein Unternehmen aufbauen? Willst du Macht ansammeln, indem du ein Geschäft aufbaust, ein Unternehmen aufbaust, in der Wirtschaft in eine Position hineinkommst usw.? Das wäre Vaishya. Oder bist du Shudra? Du bist eigentlich ganz zufrieden mit dem, was irgendwo sonst kommt. Du willst nicht zu viel tun und es ermüdet dich auch. Du bist zwar bereit, das zu tun, was notwendig ist, aber nicht mehr.

 

Überlege selbst, in welche dieser Kategorien gehörst du? Oder auch, du hast vielleicht sogar verschiedene Aspekte und so bist du vielleicht gleichzeitig Brahmana, Kshatriya, Vaishya und Shudra und kannst schauen ab und zu mal, überwiegt mal das eine, mal das andere. Krishna sagt hier interessanterweise, aus der Wesensnatur, also in dem Fall aus der Kaste, also der Grundmotivation, ergibt sich auch die eigene Pflicht, die eigene Aufgabe. Also, je nach Svabhava, nach der eigenen Natur, ergibt sich die Svadharma bzw. auch das Karma.

 

 

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Bhagavad Gita Audio-Vortrags mit Sukadev Bretz. Mehr Infos:

 

 

 

 

 

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Tags: Bhagavad Gita, Bhagavad Gita Audio-Vortrag, Sukadev, tägliche inspiration

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