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Die kosmische Gestalt Bhagavad Gita 11. Kapitel - Kurzvortrag mit Sukadev

Ich lese etwas aus der Bhagavad Gita, dem Zwiegespräch zwischen Krishna und Arjuna. Arjuna hatte im 11. Kapitel berichtet, dass er die Vision der kosmischen Gestalt hatte. Er hatte eine Vision von Krishna, er hat die Erfahrung gemacht von unendlichem Samadhi. Und anschließend erzählt er das dem Krishna, und Krishna antwortet dann: "Weder durch Studium der Veden, noch durch Askese, nicht durch Geschenke und auch nicht durch Opfer, kann ich in der Form gesehen werden, die du so leicht wahrgenommen hast. Durch einpünktige Hingabe kann ich in dieser Gestalt erkannt und tatsächlich gesehen werden, und durch sie ist es auch möglich, in sie einzugehen, oh Arjuna." Also, Arjuna hat das höchste Selbst gesehen, hat letztlich gesehen, dass Krishna dieses höchste Selbst ist, und Krishna erzählt dann dem Arjuna, wie es passiert ist. Und er sagt: "Wir kommen zu dieser Vision durch aufrichtige Hingabe hin." Letztlich können wir uns diese höchste Verwirklichung nicht irgendwo künstlich ergattern. Es ist zwar gut, die Veden zu studieren, die Schriften zu studieren, Philosophie zu lernen, die Unterscheidung zwischen dem Selbst und dem Nichtselbst zu üben. Es ist auch wichtig zu erkennen, dass das Selbst hinter allem ist, aber wenn es einfach nur intellektuell ist, reicht es nicht aus. Unser Herz muss dabei sein, Hingabe muss dabei sein.

Askese ist auch etwas Wichtiges. Askese im Sinne von seinen Geist unter Kontrolle bringen, bewusst auch mal Dinge tun, die man nicht mag, bewusst auf Dinge zu verzichten, all das hilft, dass man Kontrolle über den Geist bekommt. Aber auch das reicht nicht aus. Wenn das nur äußerliche Dinge sind, reicht es nicht aus. Die Liebe und Hingabe muss dabei sein. Wir können auch Geschenke geben. Man kann einem Menschen etwas Gutes tun, man kann viele Spenden geben, und es ist letztlich immer gut, so etwas zu tun, damit andere Menschen auch etwas zu essen haben und damit gute Werke entstehen können. Es ist gut, etwas abzugeben von dem, was man hat. Aber wirklich als Hilfe auf dem spirituellen Weg dient es dann, wenn Liebe und Hingabe dabei ist.

Genauso auch Opferzeremonien. Es ist gut, Rituale zu machen, so wie Puja oder Homa oder Arati oder seine eigenen persönlichen Rituale, die man so macht, um Gott zu verehren, oder Gottesdienste oder was auch immer es sein mag. Man kann verschiedenes tun, um Gott zu ehren. Aber das allein reicht nicht aus, es muss Hingabe und Liebe dabei sein. Und dann können wir Gott wahrnehmen, wir können ihn erfahren und schließlich, wie er hier sagt, können wir auch in Gott eingehen.

Es ist übrigens etwas sehr ähnliches, wenn Paulus in der Bibel sagt: "Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe mein Leid brennen und hätte der Liebe nicht, so wär's mir nichts nütze. Und wenn ich weissagen könnte, und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnisse und hätte sogar Glauben, dass ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts." Also praktisch genau das gleiche, was Krishna ein paar hundert oder ein paar tausend Jahre vorher gesagt hat. Was auch immer wir auf dem spirituellen Weg tun: Es ist wichtig, es mit Liebe und mit Hingabe zu tun. Liebe zu Menschen, Liebe zu Gott, von unserem Herzen. Und dann führt das, was wir tun, zur Transformation.

Und ich will vielleicht gerade aus dem Korinther-Brief die nächsten Verse einfach lesen, ohne sie kommentieren zu müssen, sie sprechen für sich. "Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit. Sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und das Zungenreden aufhören wird, und auch die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören". Und der letzte Vers aus diesem Kapitel "Nun aber bleibet Glaube, Hoffung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen".

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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