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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute erzähle ich die Geschichte von den vier Maha Vakyas.

Es war einmal ein Schüler, der Schüler wollte herausfinden, was Gott ist. Er hörte von manchen:„Gott ist oben in den Wolken.“ Und von anderen:„Gott ist im Herzen.“ Er hörte: „Gott ist Vater.“ Andere sagten: „Gott ist Mutter.“ Er hörte von manchen: „Gott ist liebevoll“, von anderen: „Gott ist streng.“ Er hörte von manchen: „Gott ist in der Kirche.“ Er hörte von anderen: „Nein, in der Synagoge.“ Und vom nächsten: „Nur in der Moschee.“

Dann hörte er, irgendwo im Dschungel gäbe es einen, der wüsste, was Gott ist. Der würde immer wieder meditieren und hätte Gotte erfahren und würde nicht einfach nur irgendetwas erzählen. Also dachte unser Aspirant: „Den muss ich sehen.“ So nahm er ein paar Tage frei und ging durch den Dschungel. Das war gar nicht so einfach. Er hatte keinen Navi dabei und auch keine Karte. Aber nach einigen Tagen kam er an die Hütte des Meisters. Der Meister lebte in der Einsamkeit und meditierte. Und so saß unser Schüler vor dem Meister, denn er hatte gehört, dass der Meister nur kurz seine Augen öffnen würde, dann müsste er seine Fragen stellen.

Schließlich öffnete der Meister die Augen. Er sah den Schüler vor sich und dieser fragte sofort: „Meister, wer ist Gott? Wo ist Gott? Was ist Gott? Die einen sagen, Gott ist oben, die anderen sagen, Gott ist unten, der nächste sagt, Gott ist Mutter, der nächste sagt, Gott ist Vater, der eine sagt, Gott ist in der Moschee und der nächste sagt, im Tempel, und der nächste sagt, nur in der Synagoge, und der nächste sagt, nur im heiligen Hain. Wer ist Gott?“

Der Meister, immer noch halb in Samadhi, schaute den Schüler schließlich liebevoll an, sagte einfach nur: „Pajnanam Brahman.“ und schloss wieder die Augen. Unser Schüler wusste, jetzt würde der Meister nichts mehr sagen. Außerdem musste er nach Hause. Auf dem Nachhauseweg überlegte er: „Prajnanam Brahman“, das heißt, Bewusstsein ist Brahman. Brahman, das Göttliche, das Absolute. Nicht er, nicht sie, auch nicht wirklich es im Sinne von es, sondern das Absolute ist Bewusstsein. Da dachte unser Schüler: „Ja, das macht Sinn. Die Welt ist nur insofern da, als ich mir ihrer bewusst bin. Wenn ich einen Menschen liebe, dann deshalb, weil er bewusst ist. Das Schöne hier in dieser Natur ist dehalb da, weil ich es bewusst wahrnehmen kann. Wenn ich ohne Bewusstsein wäre, dann wäre nichts da. Daher macht es Sinn. Gott ist Bewusstsein.“

Nach einer Weile dachte er aber: „Wenn Gott Bewusstsein ist und ich bin mir auch bewusst. Wer bin letztlich ich?“ Und so nahm er sich ein paar Tage frei, ging wieder durch den Dschungel. Der war inzwischen wieder zugewachsen und es war eine ganze Menge Aufwand, dort hindurch zu kommen. Aber nach einiger Zeit kam er wieder zum Meister, der meditierte. Erst nach mehreren Stunden öffnete er die Augen. Dem Schüler taten schon die Knie und Zwischenwirbelgelenke weh, aber er blieb standhaft. Und als der Meister endlich die Augen öffnete, fragte er, bevor er sie wieder schließen konnte: „Meister, ich habe verstanden: Gott ist Bewusstsein. Aber ich bin mir auch bewusst. Wer bin ich?“ Der Meister schaute ihn liebevoll an und sagte: „Tat Tvam Asi. Das bis du.“ und schloss wieder die Augen.

Der Schüler musste wieder nach Hause, so viel frei konnte er sich nicht nehmen, bis der Meister vielleicht wieder aus der Meditation raus käme. „Tat Tvam Asi“, hörte er, „Das bist du.“ Was meinte der Meister damit? Das bist du? Natürlich, dachte da der Schüler, das hier ist er, wer soll er sonst sein? Wenn der Meister woanders hin gezeigt hätte und gesagt hätte: „Das bist du“, hätte es keinen Sinn gemacht. Er hatte ihn angeschaut und gesagt: „Tat Tvam Asi.“
Würde ich jetzt sagen: „Das bist du - Asmamitra.“, dann wäre das offensichtlich. „Ja, ich habe ja eine Frage bezüglich des Bewusstseins gestellt. Ich habe gefragt, wer bin ich, wenn Gott Bewusstsein ist? Heißt das wirklich, Aham Brahmasmi: Ich bin Brahman? Wenn ich Das bin, was ich vorher den Meister gefragt habe, was wäre dann? Ich wäre die Beziehung, ich wäre Gott, ich wäre Bewusstsein. Tat Tvam Asi. Aham Brahmasmi.“

Diese Frage beschäftigte ihn so, dass er ein paar Wochen später wieder zum Meister ging und fragte: „Meister, habe ich das richtig verstanden: Aham Brahmasmi, ich bin dieses Brahman? Ich als Bewusstsein bin Brahman als Bewusstsein, denn letztlich gibt es nur ein Bewusstsein?“ Da nickte der Meister und sagte: „Ayam Atma Brahman. Dieses Selbst ist Brahman.“

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: bewusstsein, brahman, erwachen, geschichte, inspirationen, maha, meditation, sukadev, tägliche, vakyas

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