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© 2014 Text: Bhajan Noam

Die Bewegung des Atems ist ein Ausdehnen und ein Zusammenziehen. Diese Bewegung kommt in jeder Lebensform vor, ja, es ist die Bewegung des Lebens schlechthin. Die Wissenschaft hat lange gerätselt, ob sich das Universum momentan ausdehnt oder zusammenzieht. Sie ist sich auch heute noch nicht sicher, ob es einen sogenannten Urknall gab, und wenn, was davor war. Gab es ein Davor? Wir können immer vom Kleinen auf das Große schließen und umgekehrt. Das Universum dehnt sich aus und zieht sich zusammen. Es atmet wie wir. Der Urknall war der Beginn einer Ausdehnung und das Ende eines Zusammenziehens. Das hat das Universum schon viele Male getan, es hat sich ausgedehnt, das heißt es hat eingeatmet und es hat sich wieder zusammengezogen, das heißt es hat ausgeatmet. Und es gibt nicht nur dieses eine Universum, es gibt unendlich viele. Sie sind die Zellen eines ewigen Wesens. Es gibt keine Ende nach außen, wie es kein Ende nach innen gibt. Innen und Außen begegnen sich, durchdringen sich in der Unendlichkeit. Dieses unendliche Wesen in seiner Gesamtheit, zu dem wir gehören, von dem jede Lebensform ein Teil ist, atmet genauso wie die vielen winzigen Teilchen des göttlichen Ganzen.

 

Die zweite Ausdrucksform des Lebens ist die Spirale. Sie steht in Wechselwirkung mit der ersten, dem Ausdehnen und Zusammenziehen, das stets spiralförmig geschieht. Wir sehen es im Universum in der Form der Galaxien. Während unsere Sonne durchs All rast, folgen ihr die Planeten in Spiralen. Wir können es in unserem Körper beim Vorgang des Atems beobachten, ebenso in unseren Muskeln, Organen und Knochen. Es betrifft die gesamte Natur. Der Atem fließt spiralförmig durch unsere Nasengänge, durch die Luftröhre die Bronchien und Bronchiolen. Unser Blut fließt spiralförmig durch die Arterien, Arteriolen, Kapillaren, Venen und Venolen. Der Aufbau unserer Muskeln, und deren Anordnung untereinander, stellen Spiralen und Gegenspiralen dar. Die Zellanordnung der Knochen ist spiralförmig. Die DNA, ein sogenannter Baustein des Lebens, ist eine gegenläufige Spirale, genau wie unsere beiden Hauptenergiekanäle Ida und Pingala den zentralen Kanal Sushumna umspielen. Die Blattanordnung bei jeder Pflanze macht diese Form sichtbar, das Fließen des Wassers, die meandernden Bäche und Flüsse. In der Mathematik wird es durch die Fibunacci-Folge ausgedrückt, also die Zahlenfolge 1, 2, 3, 5, 8, 13, 19, 34, 53, 87 usw., wobei die aktuelle Zahl immer die Summe der beiden vorangegangenen Zahlen ist. Wenn wir also die Reihe fortsetzen wollen, folgt als nächste Zahl 140 (53+87). Das Spannende ist, dass sich die Natur genau nach diesen Zahlen verhält. Man kann es besonders gut bei der Samenanordnung in einer Sonnenblumenblüte oder bei einem Tannenzapfen abzählen. Man wird immer auf jene Zahlenreihe stoßen.

 

Was wir als Ausdehnen und Zusammenziehen erleben, ist in Wahrheit eine gegenläufige Raum-Zeit-Spirale, ebenso, was wir als Dunkelheit und Helligkeit, als Krieg und Frieden, als Liebe und Hass, als Nichtwissen und Wissen, als Leben und Tod erfahren. Unser Geist, unsere Seele, unser Körper verhalten sich nach den Gesetzen der Raum-Zeit-Spirale, die aber nach dem Gesetz der Ausdehnung und Zusammenziehung eine zentrale Achse haben muss, eine Beständigkeit. Das Bewusstsein ist diese Konstante im Spiel der unendlichen Schöpfung wie in unserem eigenen kleinen Leben. In tiefer Meditation erkennen wir, dass wir selbst diese Konstante sind, um die herum der Tanz des Lebens sich seines ewigen Spiels erfreut. Der tibetische Mönch taucht mit schwingendem Körper in seine Meditation ein. Der Sufi-Tänzer erlebt die Erhebung zu Gott im Kreistanz. Der orthodoxe Jude lässt seinen Rumpf während des Betens und Rezitierens wackeln. Ein müde am Boden sitzendes Kind schaukelt sich in selige Träume, in eine lichtvolle Rückbindung. Wenn wir nur einwenig die Natur nachahmen durch rhythmisches Atmen, Tanzen oder Beten, beginnt das ewige Leben wieder zu uns und durch uns zu sprechen.  

 

- Bhajan Noam -

 

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

 

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Tags: Atem, Ausdehnen, Ausdrucksformen, Bhajan_Noam, Leben, Spirale, Zusammenziehen

Kommentar von Vasishtha am 14. November 2014 um 7:37pm

Hallo,

das gefällt mir sehr gut.

Ich würde gerne noch ergänzen, dass das LEben im Universum sich immer Fraktal ausdrückt.

Einfach gesagt, ist ein Fraktal, eine Formel, die eine Variation von sich selbst entählt, wie eine Matryoshka

Unser Universum besteht aus kleinen Kügelchen, die sich zu Netzen zusammenfügen. Und diese "Formel" variirt es in unterschiedlichen Skalen.
Atome bilden Moleküle
Moleküle bilden Zellen
Zellen bilden Organismen
Organismen umspannen Planeten
Planeten bilden Planetensysteme
Galaxien
Galaxienhaufen
Universen

Gehirnzellen sehen etwa so aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nervenzelle#mediaviewer/File:PLoSBiol4...

Und so, das ganze Universum:
http://www.space.dtu.dk/~/media/Institutter/Space/English/research/...

Dieser Atman ist Brahman!

Gute Reise,
Vasishtha

Kommentar von karin irene am 14. November 2014 um 8:03pm

Meinen Dank an Bhayan Noam für den Edelsteinartikel, zudem ich noch eine kleines Erlebnis beisteuern möchte:
Vor vielen Jahren brach ich mir das rechte Handgelenk. Meine Tochter hatte mir kurz vorher einen kleinen
Smaragd aus Brasilien mitgebracht. Ich habe ihn viel unter dem Gips getragen oder einfach nur in der Hand. Das Gelenk ist gut geheilt aber mein kleiner Stein hatte sich total verausgabt, stumpf geworden mit braunen Flecken.
Ich habe mich bei ihm sehr bedankt und war mir bewußt, daß vieles zwischen den Welten möglich ist.

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