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Das Leben ist ein weites, offenes Land!

Das Leben ist ein weites, offenes Land!
Ich habe die hunderttausend Orte der Freude besucht
und die hunderttausend Stätten der Traurigkeit nicht vermieden.
Ich habe das wilde Meer des Zorns befahren
und bin auf der Insel der Herzenskälte gestrandet.
Ich wurde von einem Engel gerettet,
der mich in die Wüste führte und all seine Weisheit lehrte.
Doch sie verkaufte ich wieder in den Oasen der Lustbarkeit.
Mein Schatten glitt neben mir her,
während ich mit den Karawanen zog.
Mein Freund wartete, und dann heiratete er eine andere.
Wie atmete ich Frieden, als ich den Meister traf –
und verlor ihn beim Würfelspiel mit den Philosophen!
Dann hörte ich eines Tages Flötenspiel in einem Garten,
Eine Melodie aus einer alten Zeit, der mein Kinderherz folgte.
Ich lauschte dem Spieler und beobachtete genau.
So entdeckte ich das Tanzen wieder in mir.
Ein Tanzen aber, das ihr nicht sehen könnt
und das ich hier unsichtbar feiere.
Das mich die ursprüngliche Freude wieder finden lässt
von Augenblick zu Augenblick.
Das meine scheu gewordenen Schritte
mit der Sicherheit von Sternenbahnen wandeln lässt…
Jetzt bin ich ganz hier.
Und niemand außer dir, mein Freund, weiß,
dass ich zugleich ganz jenseits bin.

~ Bhajan Noam ~

2012 Copyright: Bhajan Noam

Lesungen auf Video: www.facebook.com/Bhajan.Noam
Zu meinem Buch "Du bist diese Liebe": www.bhajan-noam.com/LIEBE.html

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com
Ausbildungen: www.bhajan-noam.de

Kontakt: bhajan-noam@gmx.de

***

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Tags: Augenblick, Bhajan_Noam, Freude, Frieden, Leben, Meister, Tanzen, Traurigkeit

Kommentar von haripriya-rāmani हरिप्रिय रामनी am 15. Februar 2012 um 1:31pm

Wunderschön, lieber Bhajan :-)
....und ein schönes Bild von Mahalakshmi.
Om shanti und lichtvolle Grüße von Haripriya

Kommentar von Bhajan Noam am 15. Februar 2012 um 8:54pm

Danke, liebe Haripriya! Das Bild von Mahalakshmi ist wirklich wunderschön und hat mich zu den Zeilen angeregt.

Kommentar von Mahalakshmi am 15. Februar 2012 um 9:59pm

wie sollten mir diese Worte nicht gefallen. Bhajan, je mehr ich von dir Lese, um so mehr erinnert es mich an Khalil Gibran. Du weißt genau so gut mit Worten umzugehen wie er, gerade aus dem Herzen heraus:
Light and Love for you ♥

@Haripriya, schön noch mal was von dir zu hören meine Liebe. Grüsse auch dich ganz herzlichst! ;))

Kommentar von Bhajan Noam am 16. Februar 2012 um 12:06am

Zunächst natürlich ein großes Danke! Aber dann darf auch der Schlag auf die Rübe nicht ausbleiben. Kein kreativ schaffender Mensch liebt es, mit einem anderen - und sei es der Größte in seinem Fach, was also ganz sicher als Ehrung gedacht war - verglichen zu werden. Doch das ist es nur am Rande. In meinem vielleicht sehr speziellen Fall geht es darum: Ich liebe Khalil Gibran im Gegensatz zu Millionen anderen nicht besonders. Was nicht heißt, dass er nicht wunderschöne Sätze und ganz großartige Wahrheiten ausgesprochen und geschrieben hätte. Auf eine Weise, wie es nie zuvor jemand getan hat. Das hat er, und er ist einzigartig. Ein großer Poet, vielleicht sogar der größte Poet aller Zeiten. Trotzdem hat er etwas, das ich nicht mag. Es ist schwer zu beschreiben. Ich versuche es. Khalil Gibran hat in einem seltenen Moment von Erleuchtung den "Propheten" geschrieben. Er war erst achtzehn Jahre alt. Und er hat ihn in seiner Schublade behalten bis er über vierzig war. Erst dann hat er den Text nochmal selbst redigiert und als Buch herausgegeben. Er hatte in der Zwischenzeit und danach vieles andere geschrieben. Aber er selbst wusste immer, dass alle Texte außer dem "Propheten" bedeutungslos waren. Er sagte von sich, er sei nur geboren worden, um diesen einen einzigartigen Text der Menschheit zu schenken. Was habe ich also an dieser Perle von Buch auszusetzen? Es schwingt etwas mit, was nicht stimmt, was konstruiert wirkt. Es ist ihm durch eine vorübergehende, geliehene Gabe ermöglicht worden. Er hatte nie den vollen Durchbruch erlebt. Es klingt aus seinen Sätzen nicht die schlichte Reinheit, wie sie aus der Musik von Mozart oder Bach klingt. Diese Höhen hat er nicht erreicht, und das tut weh. Es tut weh beim Lesen oder Hören.

Lies die Lieder von Kabir. Lies die Gedichte von Rumi. Lies die Verse von Milarepa. Sie alle kommen direkt aus dem Göttlichen. Lies "Das Buch des Mirdad". Niemand hier kennt es. Dabei ist es von Khalil Gibrans engstem Freund, Mikhail Naimy, mit dem er bis zu seinem Tod zusammen lebte und arbeitete, geschrieben worden. Die Schriften von Mikhail Naimy sind im ganzen Orient bis hin nach Indien millionenfach verbreitet und er ist überall bis heute hoch geehrt. Vielleicht gehen diese Schriften für den Westen zu tief... und Khalil Gibran hat genau das richtige Mittelmaß gefunden, das hier noch verstanden werden kann.

Was hat das nun alles mit mir zu tun? Es geht um Einfühlungsvermögen und Unterscheidungsfähigkeit. Ich schreibe ununterbrochen seit meinem achtzehnten Lebensjahr. Ich hatte von Anfang an ein ausgeprägtes Gefühl für Worte und deren Klang, für die Vieldeutigkeit und Doppelbödigkeit. Und ich hatte ebenso von Anfang an einen ganz speziellen Humor. Ich habe durch Sri Aurbindo gelernt, mich einzuklinken, in die Einheit zu gehen. Und ich habe später das empfangen, was ich heute als Kosmische Intelligenz bezeichne. Wenn ich schreibe, tue ich eigentlich nichts. Aber ich bin auf keinen Fall ein Kanal. Ich bin in Einheit und spiele mit Energien, Rhythmen, Klängen, und Worten. Ich kann nichts Falsches sagen, denn ich sage nichts. Ich kann den größten Unsinn schreiben, was ich mit Freuden tue - und sage dadurch Wahrheiten. Ich flechte die Stränge von Kopf, Herz und Bauch zu einem Zopf. Ich reiße Gebäude ein. Ich baue filigrane Türme. Ich zertrümmere mit dem Hammer oder seziere mit einem Goldmesser. Ich mache irgendetwas... Keiner weiß es, ich am wenigsten! Ich spiele. Und Gott sagt Ja dazu. Oder auch nicht. Punkt.

Und ich weiß, was Du sagen willst. Und ich schätze es sehr, dass Du es zu schätzen weißt und bedanke mich noch einmal mit Freude. Und Khalil Gibran ist wirklich ein großartiger, ganz besonderer Mensch. Und Du auch. Bhajan ***

Kommentar von Mahalakshmi am 16. Februar 2012 um 12:20am

Nun der Schlag auf die Rübe ist angekommen. Und wie mein Vater schon zu sagen pflegte, " ein Schlag auf den Hinterkopf fördert das Denkvermögen". Ich glaube der Vergleich tut mir dennoch nicht leid. Denn ich verehre Khalil Gibran genau so sehr wie Rumi. Aber ich verstehe auch sehr gut was du meinst. Und der Gedanke ist mir mal garnicht in den Sinn gekommen, das ein solcher Vergleich unangebracht sein könnte. Nun habe ich es aber gelernt. Und alleine dafür war es die Sache wert lieber Bhajan. Danke für die Impulse, du hast da ein paar Werke zitiert die ich noch nicht kenne, da ich aber neugieriger Natur bin, wird dies nicht lange so bleiben :) ... unter anderem ist dein Buch "Du bist diese Liebe" auch schon unterwegs zu mir, worauf ich mich sehr freue. Namste ♥

Kommentar von Bhajan Noam am 16. Februar 2012 um 2:05am

;-))))))) Darauf darfst Du Dich wirklich freuen. Es sagt alles, was ich zu sagen habe und was es Wert ist, gesagt zu werden. Es ist nicht ohne Fallen und dopelten Boden, doch jeder kann es lesen, keiner wird sich verletzt fühlen, jeden erhebt es ein klein wenig oder etwas mehr, manchen zeigt es ein Licht mit besonderer Helligkeit, manche warnt es vor einem unvorhersehbaren Abgrund, einige lachen einfach, enige weinen.

Kommentar von Nitya am 17. Februar 2012 um 9:01pm

Ein ganz wunderbares Stück, danke.

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