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Burnout – Vorbeugung, Umgang und Heilung, Teil 14 Burnout – Umgang mit inneren Antreibern

Umgang mit inneren Antreibern, Vorbeugung vor Burnout.

Namaste und herzlich willkommen zu der Vortragsreihe „Vorbeugung von Burnout“. Heute ein wichtiges Thema, das ich über mehrere Vorträge oder mehrere Tipps ausdehnen will, Umgang mit inneren Antreibern. Gerade Menschen, die burnoutgefährdet sind, haben einen starken inneren Antreiber. Und wenn dieser innere Antreiber sehr stark wird und außerdem mit starken Anforderungen verbunden ist und vielleicht auch noch dazu mit äußeren Antreibern verbunden wird, dann kann das dazu führen, dass irgendwann die Überforderung kommt und dann eine Lähmung und dann irgendwann Burnout, im Sinne von, ausgebrannt, geht nichts mehr.

So weit musst du es nicht kommen lassen. Du kannst lernen, mit deinem inneren Antreiber umzugehen. Wenn du mit Ayurveda etwas vertraut bist, dann weißt du, die inneren Antreiber sind besonders bei den so genannten Pitta-Menschen besonders stark, den Erfolgsmenschen, die etwas bewirken wollen, die etwas erreichen wollen, oft auch viel erreichen. Innere Antreiber heißt, du hast etwas verinnerlicht von deinen Eltern oder Lehrern oder anderen Autoritätspersonen. Die haben dir gesagt: „Wenn schon, dann richtig. Entweder ganz oder gar nicht.“ Und daraus kommt dann der innere Antreiber heraus: „Du musst perfekt sein. Du musst vollkommen sein. Du musst besser sein.“ Es kann auch sein, dass der innere Antreiber kommt: „Du musst schnell sein. Du musst schnell sein.“ Oder: „Du musst stark sein, du darfst keine Schwächen zeigen.“ Oder: „Du musst es allen recht machen.“

Es gibt eine Richtung der Psychologie und der Psychotherapie, die dieses Konzept der inneren Antreiber populär gemacht hat, das ist die so genannte Transaktionsanalyse. Die hat so die Theorie, dass man früher als kleines Kind ja durchaus auch klein war, dann hat man vieles übernommen von den Eltern. Und dann hat das kleine Kind das Eltern-Ich übernommen. Und es gibt das Eltern-Ich, das stützende Eltern-Ich, das heißt, du kannst Vertrauen haben und alles ist in Ordnung. Und dann gibt es das fordernde Eltern-Ich, auch kritisches Eltern-Ich genannt, und das sagt dann: „Du musst stärker sein. Du musst schneller sein. Du musst besser sein. Du musst es allen recht machen.“ Und grundsätzlich ist es gut, das zu haben. Es ist gut, ein stützendes Eltern-Ich zu haben. Du kannst Vertrauen haben, es ist alles in Ordnung. Es ist gut, aber auch ein kritisches Eltern-Ich oder ein antreibendes Eltern-Ich zu haben, denn das hilft dir, dich zu entwickeln, das hilft dir, etwas zu leisten, das hilft dir, in die Gänge zu kommen, etwas zu bewirken. Genauso ist es natürlich auch gut, ein freies Kind-Ich zu haben, spielerisch, freudevoll, kreativ. Das ist das so genannte freie Kind-Ich. Und dann gibt es aber auch das angepasste Kind-Ich, das sagt: „Ja, ich muss es so machen. Ja, ich will das machen. Ja, Mami usw.“ Also, du verstehst den Unterschied. Es gibt das Eltern-Ich, stützendes Eltern-Ich und das kritische Eltern-Ich.

Dann gibt es als nächstes das freie Kind-Ich und es gibt das angepasste Kind-Ich. Dann gibt es natürlich noch das Erwachsenen-Ich, das versucht, zwischen allen zu vermitteln und sich bewusst ist: „Ich bin nicht das Eltern-Ich, ich bin nicht das Kind-Ich, ich bin ich.“ Und dieses Erwachsenen-Ich, im Yoga würde man das Buddhi nennen, dieses kann mit den anderen geschickt umgehen. Wenn du jetzt vielleicht aus Erziehungsgründen, vielleicht aus Erfahrungen heraus, vielleicht auch vom Temperament her, Pitta-Temperament, ein besonders starkes kritisches Eltern-Ich hast, dann hast du besonders starke innere Antreiber. Wie gesagt, die inneren Antreiber sind durchaus gut. Ich halte nichts davon, irgendwo zu sagen, du musst die inneren Antreiber überwinden. Dann hast du einen neuen Antreiber: „Du musst die inneren Antreiber überwinden. Du musst das jetzt machen.“ Sondern schätze die inneren Antreiber. Du kannst selbst jetzt überlegen, welche inneren Antreiber hast du und wie haben sie dir gedient? Vielleicht hast du den inneren Antreiber: „Du musst vollkommen sein. Du musst es richtig machen.“ Dann sage dir: „Es ist toll, dass ich diesen inneren Antreiber habe. So habe ich viel in meinem Leben erreicht, so bin ich gut auch im Detail und vieles ist gut.“

Vielleicht hast du den inneren Antreiber: „Du musst stark sein.“ Dann sei dir bewusst: „Ja, es ist auch gut, dass ich diesen inneren Antreiber habe. Ich konnte so viel bewirken. Und ich kann viel bewirken. Ich habe oft Stärke bewiesen. Während andere kollabiert sind, aufgegeben haben und nicht weitergemacht haben, ich kann durchhalten. In mir ist diese Stimme, sei stark.“ Vielleicht hast du den inneren Antreiber: „Du musst schnell sein.“ Auch das ist ein guter Antreiber, ihn zu haben, „sei schnell“. Und du weißt, so hast du viel auch geschafft bekommen. Andere Menschen brauchen dreimal so lange wie du, du kriegst es schnell hin. Du hast viel bewirkt, du hast vieles schon machen können. „Alle müssen dich mögen“ oder „du musst es allen recht machen“, auch das ist gut, diesen inneren Antreiber zu haben, so bist du nicht egoistisch gewesen. Du hast vielen Menschen geholfen, du konntest verbindend sein.

Nur wenn du Sklave wirst dieser inneren Antreiber und dazu noch Stress kommt, dann gibt es eine Gefahr der Überforderung. Und so kann es eine gute Hilfe sein und ich glaube, es ist eine der einfachsten Weisen mit diesen inneren Antreibern umzugehen, dass du dir bewusst machst: „Ja, es ist gut, dass ich dich habe.“ Du kannst auch sagen, „mein Geschwindigkeitsanteil“ oder du kannst auch sagen, „mein Vollkommenheitsteil“, du kannst so mit ihnen sprechen. „Vollkommenheitsantreiber“ - so kannst du auch sprechen - „schön, dass es dich gibt. Danke, dass du es gut für mich meist. Danke, dass du mich dazu animieren willst.“ Dann kannst du sagen: „Danke für deinen Vorschlag.“ Die inneren Antreiber sollten nur Vorschlagende sein. „Danke für den Vorschlag.“ Und dann kannst du sagen: „Danke, aber für jetzt, nein danke. Jetzt will ich etwas anderes tun. Jetzt ist genug, ist genug, jetzt Pause, jetzt bin ich zufrieden.“ Überlege, ob diese Tipps für dich etwas sagen. Überlege, ob du damit etwas anfangen kannst. Wenn ja, nutze es. Wenn du feststellst, es sagt dir jetzt wenig, „hat mit mir nichts zu tun“, dann freue dich auf die nächsten Sendungen oder schaue, ob einige der vorigen Sendungen dir hilfreich sind. Probiere es aus.
Alles Gute, bis zum nächsten Mal auf www.yoga-vidya.de.

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Tags: Burnout, Burnout-Podcast, Heilung, Sukadev, Umgang, Vorbeugung, burnout

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