mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

Das Yoga Forum für Ayurveda, Yoga, Meditation und Spirituelles Leben

Ich lese etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda, aus dem Kapitel „Avatar“, Avatar ist eine Herabkunft Gottes. Ich lese aus einem der Unterkapitel, da steht :

Der Unterschied zwischen einem Jivanmukta und einem Avatar
„Ein einfacher Jivanmukta ist wie ein Stern, der in der Nacht strahlt. Er spendet ein wenig Licht. Er ist durch Tapas und Sadhana – intensive Praxis - zum neuen Ufer gelangt. Er kann eine Zahl von Menschen erheben. Wie die Wasser einer kleinen Quelle nur den Durst einiger Pilger löschen können, kann auch dieser Kevala-Jnani – der befreite Weise - nur wenigen Menschen Frieden bringen. Dagegen ist ein Avatar eine mächtige Person. Er ist wie der große Manasarovarsee. Er entfernt den Schleier der Unwissenheit Tausender von Menschen und führt sie ins Land der ewigen Ruhe, Wonne und ewigen Sonnenscheins.
Avatare sind eins mit dem Höchsten. Sie sind nicht Teile wie die individuellen Seelen.
Avatare, Inkarnationen, sind Strahlen Gottes. Wenn das Werk des Lokasangraha, des Dienstes an der ganzen Welt, getan ist, verschwinden sie wieder aus der Welt.“

Das ist also eine Theorie in der indischen Philosophie und Mythologie, dass wir zum einen als individuelle Seelen nach dem Höchsten streben, und dass es so eine Evolution gibt vom Pflanzenreich zum Tierreich zum Menschenreich, dass wir uns aber verschiedene Inkarnationen entwickeln,
bis wir irgendwann ein Jivanmukta sind, ein lebendig Befreiter, und dann auch eine bestimmte Mission auf der Welt haben, um dort anderen zu helfen und zu dienen, bis wir dann endgültig mit dem Höchsten verschmelzen.

Avatar ist dann etwas anderes. Avatar ist die Herabkunft Gottes, also Gott, die Seele des ganzen Universums, das Unendliche, das Ewige, das Absolute, kann menschliche Gestalt annehmen,
um wieder dharma herzustellen, adharma zu überwinden; so steht es in der BhG :
dharma ist die kosmische Ordnung, adharma ist das Gegenteil von kosmischer Ordnung.

Der Mensch hat eine gewisse Freiheit, hat einen individuellen Willen, diese individuelle Freiheit kann er zum Guten einsetzen wie auch zum weniger Guten. Und wenn der Mensch seine individuelle Freiheit zum Unguten benutzt hat, dann wird der Avatar kommen, also wird Gott auf irgendeine Weise herabkommen, um wieder den guten Gang der kosmischen Ordnung dort zu entwickeln.

Und ein Avatar hat noch eine zweite Funktion, das ist nämlich die, eine neue Stufe der Evolution zu entwickeln. Und so heißt es, dass zu jedem neuen Zeitalter Gott sich manifestiert als ein Avatar.
Gut, im Christentum gibt es da die Aussage, es gibt nur einen einzigen Sohn Gottes, nämlich Jesus,
und der eben diesen Charakteristika eines Avatars entspricht, wie es in der BhG dargelegt wird.
In den indischen Schriften heißt es, daß es in jedem Zeitalter einen Avatar gibt, dass es also nicht eine einmalige Sache ist in Millionen Jahren von menschlicher Geschichte einmal, und vielleicht Millionen Jahren, die noch folgen, und vielleicht auch Tausende von Planeten, die es gleichzeitig im Universum gibt, und die auch Leben haben, dass es dort nicht nur in einem historischen Moment, an einem historischen Ort so etwas gab, sondern da ist eben die Behauptung, in jedem Zeitalter, in jeder Kultur kann immer wieder Gott herabkommen, um dharma herzustellen und Spiritualität zu entwickeln.

Für praktische Zwecke gilt vor allem eins:
Auch im Individuellen kann Gott in unser Leben eintreten, wir müssen dort nicht warten, bis vielleicht das nächste Zeitalter entsteht, oder vielleicht unter den hundert Meistern gucken, von denen es in Indien heißt, dass sie Avatare seien momentan, dort gucken : wer von denen ist es? Sondern wir können jetzt in diesem Moment uns einfach öffnen, um Führung bitten, und darum bitten, dass Gott in unser eigenes Leben hineinkommen möge, uns führen möge, inspirieren möge. Und wir können uns selbst vornehmen, wir wollen Diener/Dienerin sein, und wir wollen Instrument sein, dass das Gute, das Liebevolle, das Friedvolle in diese Welt hineinkommt.
Hari OM Tat Sat.

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 39 X ANGESCHAUT

Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

Kommentar

Sie müssen Mitglied von mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community sein, um Kommentare hinzuzufügen!

Mitglied werden mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

© 2019   Impressum | Datenschutz | AGB's | Yoga Vidya |   Powered by

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen