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Nach einem speziell für Kopfschmerzen ausgerichteten Yogatherapie Seminar bei Mahashakti Engeln habe ich nun angefangen regelmässig Yoga zu praktizieren. Das Wochenende war sehr inspirierend und lehrreich für mich, danke nochmals dafür!
Nachdem ich die Übunsreihe regelmässig durchführe sind mir ein paar Fragen aufgekommen die viell. nicht alle in diese Gruppe gehören, aber ich stell sie mal..

1. Bei der Atemübung Kapalabhati, die mir aus irgendeinem Grund ohnehin sehr schwer fällt und ich fast "froh" bin wenn ich sie "geschafft" habe, bekomme ich immer ein unangenehmes Herzklopfen bzw. Herzrasen. Ca. 2 min nach der Übung fühle ich mich immer sehr gut aber währenddessen und kurz danach überhaupt nicht.

2. In der Übungsreihe ist die Meditation ganz zum Schluss nach der Entspannungslage aufgeführt. Nach den Asanas und der Entspannung fühle ich mich aber immer sehr vital und voller Energie, sodass ich mich irgendwie nicht mehr zur Meditation hinsetzen will sondern in den Tag starten. Ist es von dem her auch sinnvoll die Meditation ganz an den Anfang zu setzen um die Ruhe und Achtsamkeit in die Asanas mitzunehmen?

3. Ist es sinnvoll im Alltag oder auch beim Einschlafen ebenfalls auf Atmung, Mudras und Mantras sich zu konzentrieren. Geht das überhaupt oder wird das für den Geist irgendwann zuviel bzw. zuwenig?

4.In dem Seminar habe ich zum ersten mal den Gedanken gehört das ich selber nicht gleich mein Körper bzw. meine Gedanken bin, aufgrund einiger negativen Erfahrungen hat mich dieser Gedanke irgendwie gefesselt. Ich frage mich, und dies ist nun schon etwas spirituell, ist denn der Körper Geist mein Freund oder Feind, oder etwas neutrales welches ich kontrollieren muss und was bin dann ich? Das Bewusstsein?

5. Was sollte man am besten in Stresssituationen machen in den es nicht möglich ist Yoga auszuüben. z.B. beim Autofahren: etwas regt einen auf, man merkt wie Puls etc. sich erhöht und man wird aggressiv und schlecht gelaunt. was ist da das beste, sich selber beobachten?
Wie ist es mit Angstzuständen bzw. wenn man "sabotierende" Gedanken hat, also neg. "Horrorszenarien" die vom Verstand her nicht eintreten man aber trotzdem darüber grübelt und die negativen Körperreaktionen feststellt, was und wie sollte man solche Gedanken behandeln?

6. und noch ein letzte Frage..wie macht ihr das:
Ich gehe jeden Morgen vor dem Frühstück joggen und geniesse die morgendliche Ruhe und die Vögel etc. und bin dann mal dazu übergegangen einen Teil der Übungen: Atemübungen, Augenübungen, Meditation und Asanas im Sitzen draussen im Wald auszuüben. Dies funkt. aber nur zu 10%, in den andren 90 kommt entweder ein Waldarbeiter, ein Wanderer oder eine Wespe vorbei und lenken mich ab, oder ich denke einach nur drüber nach das mich hier so jemand sieht und das irgendwie peinlich ist. Dabei finde ich es eigentlich total toll draussen Yoga zu machen. Hat da jemand einen guten Rat?

So, ich weiss, das sind jede Menge fragen aber ich hoffe trotzdem auf Antworten :-)
6.

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Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

kann ich irgendwann mal machen, bin aber nicht so der telefonierer bzw. der behalter und im moment hab ich auch kein festnetz..deswegen hab ichs ja hier reingeschrieben..
ad 1:
Um die Frage sinnvoll beantworten zu können müsste ich wissen, welches "Stadium" von kapalabhati Du durchführst. Es gibt kapalabhati, durchgeführt als reine Atemübung ohne die meditativen Elemente, es gibt diesen pranayama mit unterschiedlichen meditativen Ergänzungen und die "Vollversion", welche tatsächlich bis zum "leuchtenden Schädel" und darüber hinaus führt.
ad 2:
Ich persönlich bevorzuge auch die Meditation als Ausklang des klassischen Konzepts. Es spricht meiner Ansicht nach aber nichts dagegen, kurze, einführende, meditative Techniken, die auch in die Anfangsentspannung eingebaut werden können, zu verwenden, um die so gewonnene Ruhe und Aufmerksamkeit mit in die weitere Asana-Praxis hinüber zu nehmen.
ad 3:
Selbstverständlich kann man auch durch Aufmerksamkeitsübungen den Alltag bereichern, so zum Beispiel als einfachste Möglichkeit öfter mal kurz innehalten, in sich 'hineinhorchen' und körpereigene Vorgänge oder Muskelaktivitäten, deren Tonus, bewusst erspüren, den eigenen, ruhigen Fluss des Atems wahrnehmen und so zu Ruhe und Ausgeglichenheit finden. Das Beobachten des eigenen Atems, ohne diesen in irgendeiner Form zu beeinflussen, ist gerade vor dem Einschlafen eine besonders angenehme und unkomplizierte Methode sich in die lange Ruhephase der Nacht zu begeben, die schon nach wenigen Monaten regelmäßigen Ausübens (ca. 20 Min. pro Übung , mind. 3-4x die Woche) weitreichende, positive Folgen, in Form von wissenschaftlich nachgewiesenen Hirnveränderungen, z.B. Zunahme der sog. grauen Masse nach sich ziehen kann.
Entspannen und so Kraft 'tanken' kann man eigentlich nicht zuviel.
Nur bitte 'Konzentration' nicht mit verbissenem "Wollen" verwechseln. Konzentration sollte ein entspanntes Fokussieren der eigenen Sinne sein, wobei "Loslassen" der Schlüssel zum Erfolg ist.
ad 4:
Diese Frage zu beantworten könnte etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.Diesbezüglich kannst du dich gerne persönlich per e-mail an mich wenden.
ad 5:
Auch hier würde ich als Schwerpunkt den Atem zur Wiedergewinnung der Ruhe verwenden, da Atemübungen in sehr kurzer Zeit zu guten Ergebnissen führen. Die einfachste von allen, die sehr schnell Ruhe einkehren lässt ist mehrfach hintereinander einen normalen Atemzug, ca. 4 Sek. durch die Nase einatmen und dann doppelt so lange, ca. 8 Sek. unwillkürlich ebenfalls durch die Nase ausatmen, indem man den Atem fließen lässt, also nicht bewusst "pustet" beim Ausatmen. Die doppelte Ausatmungsphase ist der entscheidende Faktor, welcher wieder für Ruhe und Entspannung sorgt...
Diese Übung kann man immer und überall machen, sogar ohne dass es jemand mitbekommt, der daneben steht.
Leider hat die 15-minütige Bearbeitungszeit nicht ganz gereicht. Daher hier der Rest:
ad 6:
Sobald Du gelernt hast Dich richtig zu konzentrieren, hab etwas Geduld mit Dir selbst, werden äußere Einflüsse dieser Art an Bedeutung verlieren und Du wesentlich gelassener werden. Da der menschliche Geist sich nicht gleichzeitig auf mehrere Dinge konzentrieren kann macht es auch hier Sinn, wenn Du mit Deiner Aufmerksamkeit ruhig und gelassen beim natürlichen Fluss Deines Atem bleibst. Bemerkst Du eine Ablenkung, so bleibe ruhig und kehre mit Deiner Aufmerksamkeit ohne Hast zum Fluss Deines Atems zurück. Störende Gedanken verblassen auf diese Art von allein, da nicht beides, also Atem und Gedanken im Fokus der Aufmerksamkeit sein kann..., s.o.. Dabei kannst Du Dich wahlweise auf das leise Geräusch des Atems, das Gefühl vorbeifließender Atemluft an den Nasenflügeln, oder die Bewegung der Bauchdecke beim Atmen konzentrieren, je nachdem, was Dir leichter fällt oder was Du am deutlichsten wahrnehmen kannst.
Om Om Om
Lieber Andy,

ein Tipp zum "draußen üben". Zum Glück gibt es ja auch Atemübungen die nicht so komisch auf irgendwelche Zuschauer wirken. Z.B. die tiefe Bauchatmung in Verbindung mit eine unauffälligen Meditation.
Vielleicht kennst du Tratak, die Meditation mit der Kerze. Tratak kann man z.B. auch mit Blumen machen. Mit anderen Worten: auch die bewußte Betrachtung von Blumen oder einer Landschaft kann ein Meditation sein.
Und das völlig unauffällig.

Om Shanti und viele Grüße

Heinz
Namaste Andi,

in der Tat eine Menge Fragen. Was Ratna schreibt, ist sicherlich sehr hilfreich. Ich möchte Dir jedoch eine andere Frage stellen:

Kann es sein, das Du Dich vielleicht mit den Übungen zu sehr anstrengst oder sogar stresst?

Ich kenne Dich ja nicht und mein Eindruck mag falsch sein: vielleicht entstehen diese "Nebenwirkungen", die Du nennst, gerade dadurch, dass Du "es zu gut" machen willst, zu perfekt... Zugegeben kenne ich dies aus meinen ersten Yogajahren nur zu gut. Ich war so begeistert vom Yoga - da habe ich aus dem Auge verloren, was ein Asana (laut Patanjali) eigentlich sein soll: leicht und bequem.

Also: für mich ist Yoga ja die ehrwürdigste und gesündeste Lebenskunst auf diesem Planeten. Ich verehre alle Meister und liebe die heiligen Schriften! Und ich bin immer alarmiert, wenn wieder einer in so einem neuen Buch predigt, Yoga solle aus seinem indischen Bezug gelöst und kommerziell verwässert werden.

Im Gegenzug finde ich aber auch diesen "Bierernst" nicht gut, mit der viele Adepten an die Sache herangehen. Etwas mehr Humor bitte! Manchmal ist eine Runde Lachen heilsamer und entspannender als eine starre Körperübung oder eine achso erhellende philosophische Lektion.

Vielleicht wird es Dir besser gehen, wenn Du in Deiner Beschäftigung mit Yoga lockerer und spielerischer wirst.

Bemühung ist gut, Reinsteigern nicht! Be serious - but take it easy!

Und der Waldarbeiter... über den würde ich mir keine Gedanken machen. Als meine Frau und ich vor Jahren in Frankreich waren, haben wir immer am Morgen am Strand unsere Übungen gemacht. Und immer lief ein älterer Herr vorbei und warf einige Blicke zu uns herüber... bis er sich eines Tages zu uns stellte und mitmachte! Hinterher haben wir uns darüber unterhalten und gemeinsam gelacht. Vielleicht hat er ja weiter gemacht. Naja, jedenfalls verließ er uns mit einem Lied auf den Lippen und joggte singend den Strand weiter entlang.

Letzter Punkt: Yoga vor dem Schlafen. Ich mache häufig folgendes: 5 Minuten Shitali Pranayam, dann anschließend Yoga Nidra nach Sw. Satyananda (gibt's auch auf CD). Mein Schlaf ist absolut erfrischend und erholsam.

OM Shanti & Viel Erfolg:

HOLGER LÜTTICH
Om Om Om

zu Tratak im Freien habe ich noch einen kleinen "Erfahrungsbericht".
Ich war im letzten Jahr im Herbst im Haus Yoga Vidya Westerwald. Von dort aus habe ich dann einen längeren Spaziergang gemacht. Als ich bei einem etwas größern Baum vorbei gekommen bin, habe ich mich auf eine Bank gesetzt, um mir den Baum anzusehen.

Der Baum zeigt sich in voller herbstlicher Pracht, also vor allen Dingen die Farbe gelb bis orange.
Zuerste stand der Baum noch im Schatten. Auf einmal öffnete sich die Wolkendecke und der Baum wurde auf einmal von der Sonnen voll angestrahlt. Und schon fiel ich in eine tiefe Natur - Meditation.

Om Shanti und viele Grüße

Yogi Heinz

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