Welche Verbindung siehst du zwischen Vegetarismus und Spiritualität?

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  • Viele Jahre habe ich versucht kein Fleisch zu essen, das war sehr müsam, bei jedem Grill geruch war ich schwach. Die Entscheidung aus dem Kopf hat bei mir nicht dauerhaft funktioniert. Erst nach Jahren Spirituelen Übungen und vorrangehn, hat sich wie von selbst das gelöst. Bei mir war es definitiv die Spirituele Entwiecklung, die Sensibilisirung der Sinnen und die Erfahrung der Lebendigkeit die dazu gebracht haben das Fleisch kommt nicht auf die Speisekarte. Das ist die Bewustheit die das so entschieden hat :)

  • Spiritualität,

    war in der Antike ein Luxus,
    da man um das tägliche Essen kämpfen musste.

    Vegetarismus

    ist in der Postmoderne ein Luxus,
    nun sucht man Spiritualität.

    Vater der Ideen ist in beiden Fällen ein Mangel oder,
    wie ein bekannter Vertreter der Antike gesagt hat,
    die Auseinandersetzung.

    Überwinden wir die Gewalt, verlieren beide Ideen ihre.

  • Gibt es eine Verbindung zwischen Vegetarismus und Spiritualität?

    Es mag vielleicht desillusionierend klingen, aber ich sehe da leider keine Verbindung. Und das sagt ausgerechnet jemand wie ich, der seit fast 40 Jahren Vegetarier ist und jetzt seit über einem Jahr Veganer. Ich glaube, wir vermischen da zwei Prozesse, die völlig unabhängig von einander ablaufen. Dafür als erstes das wohl berühmteste Beispiel und den nur scheinbar größten Widerspruch: Jesus war kein Vegetarier – Adolf Hitler war Vegetarier.

    Oder global gesprochen: Christen, Juden und Muslime sind in der Regel keine Vegetarier, Buddhisten sind, entgegen der landläufigen Meinung, auch nicht grundsätzlich Vegetarier, und selbst Hindus essen gelegentlich Fleisch. Will man all diesen Menschen deshalb ihre Spiritualität absprechen?

    Ich möchte hier das alte Paradigma „Du bist, was du isst“ abändern in „Du bist, wie du isst“. Ich glaube, das ist wahrer. Und das gilt für mich für alle Lebensbereiche. Es kommt nicht darauf an, was wir tun, sondern wie wir unsere Aufgabe erfüllen. Sri Nisargadatta Maharaj war ein Zigarettenverkäufer, er stand Tag für Tag in seinem kleinen Kiosk, aber er hatte von einem Meister ein Mantra erhalten, dass er von da an unablässig und mit Inbrunst betete. So wurde er eines Tages erleuchtet. Mir ist nicht bekannt, ob er danach mit dem Rauchen aufhörte, aber ich kenne einige lebende rauchende Meister.

    Zum Anfang zurückkehrend möchte ich sagen, dass aus meiner Erfahrung der Vegetarismus eine körperliche Angelegenheit ist und auf den Körper beschränkt bleibt. Wobei ich noch nicht einmal zu behaupten wage, dass vegetarische Ernährung gesünder ist. Ganz sicher kann ich aber sagen, dass eine vegetarische Lebensweise NICHT friedlicher macht. Ich bewege mich ja nicht in kleinen isolierten Kreisen, durch meine umfangreiche und jahrzehntelange Seminartätigkeit kenne ich sehr viele Vegetarier und natürlich auch jede Menge Nichtvegetarier. Und ich habe nicht den Eindruck bekommen, dass Vegetarier friedlicher, bewusster und spiritueller sind – leider oft das Gegenteil. Wenn ich einfach nur mich selbst ehrlich betrachte, trifft das gleiche zu. Amen.

    Doch die vielleicht entscheidende Frage zum Schluss: Was ist überhaupt Spiritualität, was ist ein spirituelles Leben? Ich verstehe unter einem spirituellen Leben, dass ich mich, so wie ich bin, eingebunden fühle in ein höheres oder großes Ganzes, dass ich nicht mehr trenne, nicht mehr hervorhebe, nicht mehr bevorzuge, nicht mehr ablehne, nicht mehr zu bestimmen versuche, sondern mitfließe – und nicht frage, wohin die Reise geht, nicht analysiere, nicht dem Verstand übermäßig Raum gebe, sondern der schlichten Freundlichkeit, dem Mitgefühl, der Liebe. Wenn sich bei diesem Mitfließen in den Bedürfnissen meines äußeren Lebens etwas ändert, registriere ich es, aber ich versuche dem keine übermäßige Bedeutung beizumessen. Sind wir wirklich noch spirituell, wenn wir uns als Vegetarier, als Yogis, als was auch immer für besser halten als jemand, der einfach so lebt, wie er lebt? Ich finde alleine schon diesen Gedanken krank.

    Buddha hatte durch seine Schüler von einem sehr gefährlichen Mann erfahren, Angulimala, der schon 999 Menschen umgebracht hatte und nur auf den Einen wartete, um die Tausend voll zu machen. Sie wanderten gerade durch jene Gegend, wo er sein Unwesen trieb. Alle machten voller Furcht einen weiten Bogen um den Wald, in dem er hauste. Aber Buddha sagte zu seinen Schülern: „Hättet ihr mir nichts von diesem Mann erzählt, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, diesen Wald zu betreten, jetzt muss ich hingehen, jetzt muss ich ihm begegnen.“ Die Schüler waren entsetzt und versuchten ihn mit allen Mitteln aufzuhalten. Doch wer kann einen Buddha aufhalten? Er ging in den Wald und nur einige wenige Schüler folgten ihm mit großem Abstand. Da stand plötzlich Angulimala und sah Buddha unbeirrt auf sich zukommen. Von Buddha ging aber eine solche friedvolle Schwingung aus, dass es irritiert war. Und er hörte sich selbst rufen: „Du scheinst nicht zu wissen, wer ich bin. Wenn dir dein Leben lieb ist, kehre um, verlasse meinen Wald!“ Buddha antwortete: „Ich weiß sehr wohl, wer du bist. Genau deshalb komme ich ja.“ Angulimala verstand nicht und rief: „Ich bin Angulimala. Siehst du die Kette aus Knochen um meinen Hals? Sie sind von 999 Menschen, die ich getötet habe und ich will die Tausend vollenden. Verschwind schnell, bevor du der Tausendste bist.“ Buddha war mittlerweile ganz nah gekommen, Er stand unmittelbar vor diesem ungeschliffenen Riesen und schaute ihm in die Augen. Solch ein Frieden ging von ihm aus, dass Angulimala fast den Verstand verlor und nicht wusste, wie er reagieren sollte. Buddha sprach zu ihm: „Du kannst mich gerne töten, wenn ich dir damit helfen kann. Wenn es dich glücklich macht, tausend Menschen getötet zu haben, will ich dein Glück unterstützen. Doch bevor Du mich tötest, möchte ich dir gerne ein Frage stellen.“ Angulimala, der nun gar nicht mehr wusste, mit was für einem seltsamen Mann er es hier zu tun hatte, sagte: „Stelle deine Frage. So ein Mann wie du ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht begegnet. Irgendetwas machst du mit mir, aber ich kann es nicht erklären“ Und Buddha sagte: „Brich bitte einen Zweig von diesem Baum.“ Angulimala tat es wie unter Hypnose. „Kannst du ihn jetzt wieder zum Anwachsen bringen?“ fragte ihn darauf Buddha. „Bist du verrückt“, rief Angulimala, „das kann ich nicht.“ „Wenn du kein Leben erzeugen kannst, darfst du auch nicht töten“, sagte Buddha sanft. Angulimala, dem plötzlich die Tränen in die Augen schossen, weil er verstanden hatte, kniete vor Buddha nieder, berührte seine Füße und bat ihn, sein Schüler werden zu dürfen. – Weil Buddha nicht urteilte, auch nicht über den grausamsten Mörder, weil er ihm sogar sein Leben hingab, konnte er etwas in diesem Menschen verändern.

    Man könnte vielleicht mit einigem Recht sagen, eine vegetarische Lebensweise ist ästhetischer, ist geschliffener, ist kultivierter. Fleischessen wirkt dagegen etwas roh, etwas ungehobelt, unkultiviert, unreflektiert. Es gibt Menschen, die sagen, ein Mörder habe zumindest für dieses Leben seine Seele aussichtslos beschmutzt, mit ihm sei kein Verkehr mehr möglich. Ist es nicht die Angst vor der eigenen Gewalt, die da in uns lauert? Er erinnert uns daran. Indem er etwas getan hat, was wir nur aus gesellschaftlichen Konventionen nicht zu tun wagen, ist er zu unserem Spiegel geworden. Spiegel können sehr furchteinflößend sein, wenn man sie nicht als solche erkennt, wenn man nicht sehr wach ist.

    Fleischessen bringen wir, ob bewusst oder unbewusst, mit Fleischeslust mit archaisch gelebter Sexualität in Verbindung. Welche Ängste schlummern da wohl in so manchen Vegetariern? Doch nicht einmal da sehe ich einen Unterschied. Sexuelles Verhalten ändert sich nicht durch eine Diät, sondern alleine durch Bewusstheit. Sowie Spiritualität nicht durch eine Diät in uns entsteht, sondern nur durch Gnade.

    - Bhajan Noam –

    Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com
    Ausbildungen: www.bhajan.noam.de

    ****

  • Durch die Einheit des lebendigen Einen !

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