mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

Das Yoga Forum für Ayurveda, Yoga, Meditation und Spirituelles Leben

hallo,
ich interessiere mich sehr für yoga psychologie und bin auf der suche nach büchern, die etwas über die basics heraus in die tiefe gehen. also wenn grundlegendes wissen schon vorhanden ist.
ich mag nicht in einem 200 seiten starken buch nur basics wieder käuen.

ihr könnt mir gern auch yogische "klassiker" nennen, ( vielleicht abgesehen von dem yog sutra , aber auch hier würd mich eure lieblings übersetzungen interessieren .. könnt ich mir nämlich noch eine andere version zulegen....also alles willkommen)

mich interessiert tasächlich am meisten eher der bereich der ins "klinische" geht, also von schweren psychischen störungen ausgeht und nicht "nur" die alltäglichen dissbalancen, problematiken , vertimmungen...

äähm, also ich mein, wo einfach ein blick darauf gelegt wird, wenn menschen ebend in extrem bereichen des natürlichen menschlichen reaktions mechanismen ausschlagen, sich dort bewegen und eventuell festhängen. (um es schul medizinisch zu bennenen : traumata -shizophrenie, bipolarität, schwere depression,borderline)

kurz und knapp: ich suche nach büchern, die phatologisierte verhaltensweisen bei menschen , also icd diagnosen -krankheiten , im yogischen sinne umdeuten und erklären

vielen dank und lieben gruß

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 250 X ANGESCHAUT

Hierauf antworten

Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

Da ist das Angebot glaube ich noch nicht so gross. Der Spagat zwischen universitär-medizinischer Sichtweise und yoga-philososphisch orientierter psychologisch/psychotherapeutischer Betrachtung ist doch recht gross und ich habe wenig gefunden was beides "gleichrangig" behandelt.
Das kommt natürlich daher, dass die Konzepte beider Seiten manchmal aneinander vorbeireden :-)
Spontan würde mir da Ulrich Ott einfallen mit seinen Büchern ("Yoga für Skeptiker" und "Meditation für Skeptiker") oder Jon Kabat-Zinns Klassiker "Gesund durch Meditation". Beide kommen eher von der universitär-medizinischen Seite, sprechen aber auch Pathologien an.
Bei schweren psychischen Erkrankungen (Psychosen, schwere Schizophrenie) kenne ich keine Literatur, die wirklich kundig beide Konzepte verbindet. Im klinischen Bereich wird Yoga und Meditation hier meist als unterstützendes Entspannungs- u Stabilisierungsmittel genutzt aber nicht wirklich eine eigenständige Philosophie dafür betrachtet.

Nachsatz: Mir ist noch das Buch von Matthias Ennenbach "Buddhistische Psychotherapie" eingefallen. Ist aber mehr alltagsorientiert mit vielen Basics... und 426 Seiten :-)

@ clements. dank dir für die tips :) ich sehe mir das mal an... und vielelicht landet ja etwas davon in meiner hand

ich finde nicht das die konzepte beider seiten aneinander vorbei reden. sie haben andere standpunkte von dem sachen erklärt werden. (diese zu vergleichen fänd ich spannend.)

leider finde ich in der yogischen psychogie lektüre halt immer nur beschreibungen, die schwere psychische störungen ausklammern, ..fast als existiere soetwas nicht.....es wird zu mindest nie beleuchtet.

was wiederum daran liegen kann, das yoga eigentlich ein system für sehr balancierte menschen ist.
aber es gibt unentlich viel yogische lektüre darüber, menschen aus der unbalance zu bringen.
dennoch wird hier immer betont , es gehe nicht um sogenannte krankheiten.

ich finde es schade, das da irgendwie ein priviligierter blick auf die dinge besteht..der auf eine gewisse art auch diskriminiert. wenn du verstehst was ich meine.

bücher sollten da oft eher heißen: yoga posychologie für gesunde menschen.

ich suche nach büchern, die psychische "krankheit" anders defenieren...ebend nicht als krankheit, aber nicht die heftigkeit ihrer reaktions form weg retuschieren oder auslassen.
leider stellt solch eine sicht auch auf psychische "krankheit" (die dann so meiner ansicht nach auch ebend nicht mehr genannt werden dürfte) noch etwas revolutionäres da.

naja, vielleicht muß ich einmal solch ein buch schreiben ;) als schizoaffektiv gelabelte yoga lehrerin könnt ich da einiges zu sagen...

ich hab mir voller vorfreude C.G. Jungs : "die psychologie des kundalini yogas" bestellt.
aber das beleuchtet auch nur herr jungs sicht auf die chakren und kundalini.. zwar interessant...aber der von mir erhoffte bezug tauchte nicht auf.

Dieses Buch, glaube ich, musst Du dann tatsächlich selbst schreiben :-)

Dein Ansatz berührt ja auch die Frage:"Was ist Krankheit?" Hier wogt die Diskussion seit Menschengedenken hin und her. In unserer Leistungs- und Äusserlichkeitsgesellschaft ist natürlich alles Krankheit was mich nicht "funktionieren" lässt und eine Einordnung in gesamtgesellschaftliche Rhythmen stört. Der hochgradig psychotische, der/die sich vor Tageslicht fürchtet oder bei Zwangserkrankungen alle Fugen im Strassenpflaster zählen muss lässt sich nicht "verwenden" im Arbeitsprozess und "stört" den Ablauf. In kleineren Gemeinschaften wär es aber kein Problem, weil praktisch alle sich darauf einstellen können und diese Menschen als anders angesehen werden.

Ich bin überzeugt, dass z.B. Schamanen in allen Zeiten auch aus solchen Personen bestanden haben sofern sie mit den Mitmenschen sinnvoll kommunizieren konnten. Ein schwerst autistischer oder katatonischer Mensch hat keine Möglichkeit mehr sich verständlich zu machen und kann so keinen kommunikativen Austausch mehr erleben.

Hier ist Yoga und die frühbuddhistische Tradition ein wirklich lohnenswerter Ansatzpunkt, weil die Erforschung des "Selbst" , so unscharf der Begriff ist, uns die Handwerkszeuge für eine stabile Persönlichkeit liefert. Nicht umsonst ähneln sich buddhistischer achtfacher Pfad und die Ausführungen der Patanjali Yoga Sutras. So klug waren die Leute vor dreitausend Jahren schon: Erkenne dich selbst! Erst dann glaube ich wird man andere erkennen können.

:)
ich kann auch sagen das die yoga sutren meine biebel geworden sind, auch wenn ich bisher glaube nur einen kleinen teil davon wirklich verstehe/verinnerlicht hab.

warum ich so hoffnungsvoll als mensch mit psychotischen geist auf die heutige yoga lektüre blickte, war ebend weil ich dachte cool. es ist alles da, um wahnsinn nicht als wahnsinn zu bezeichnen, denn es gibt zb unteranderem soetwas wie die maya.
wie können dann noch leute für krank erklärt werden, die sich ihre eigene welt zusammen spinnen? denn jede individual welt ist nach yogischer sicht zusammen gesponnen..(mal überspitzt ausgedrückt)

aber soweit geht es dann doch nicht, keiner will sich mit verrückten auf eine ebene stellen.
für mich ist es rätselhaft warum im yoga in dem punkte eine kolektive realität gegenüber eines wahnsinnes (als gesund) verteidigt wird?????

ich sage damit nicht unbedingt das alle menschen krank sind, nein, ich sage damit ledigtlich das alle menschen sich eine realität illusionieren und sie ungemein gut darin sind, diese abzugleichen. warum ein mensch da heraus bricht, eine andere warte an nimmt, das hat andere ursachen und da geh ich jetz ma besser nicht drauf ein. aber sicher keine, die darin liegen das die person kronisch und von geburt an krank ist.

keiner will den versuch unternehmen, die einfachheit und gleichheit hinter all dem zu verstehen. vielleicht zb einem wahnsinn zu deuten wie die einfachheit eines (gelebten) traumes (selbst wenn es ein alptraum ist)

how ever..jetzt komm ich hier ins reden ;)
-stop- ;)

und eventuell wird irgendwann auchmal ein schwerst autistischer mensch wieder ins reden kommen ;)

Ich fasse maya nicht als beliebig auf! Aber auch darauf gibt Patanjali ja eine Antwort :-)

Aus dem Konzept der Koshas ist die Nahrungshülle (Annamaya Kosha) die bedingende Wirkmacht. Hier ist eindeutig die Domäne der modernen Naturwissenschaft, die aufgedröselt , wie ein solcher biologischer Zusammenhang besteht und entstanden ist. WIr müssen uns um Nahrung kümmern, suchen Gesellschaft, fürchten Schmerz und haben Wünsche.
Dieser Bereich ist nicht durch eine beliebige Weltauffassung beiseite zu schieben. Ich muss fühlen, schmecken, riechen, sehen, hören. Wenn ich Gesellschaft will muss ich Verhalten anderer beurteilen können; wenn ich anderen Schmerz zufüge will keiner was mit mir zu tun haben usw usw. Das heisst auf dieser Ebene gibt es schon eine gemeinsame Realität.

Meiner Ansicht zeigen die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, dass auch Vijnajamaya Kosha und Manomaya Kosha innerhalb dieser menschlichen Biologie erklärbar sind- und ebensolchen Regeln unterworfen sind; mithin eine "Realität" sind, der auch andere Menschen unterworfen sind .
Ich finde, dass ist schon eine ganze Menge über das wir Menschen ein gedeihliches Zusammenleben regeln könnten,oder?

Nachsatz: "DAs Yogasutra- von der Erkenntnis zur Erleuchtung" von R.Sriram ist auch gut zu lesen; er macht glaube ich auch Psychotherapie auf der Basis.

ich bin mir nicht sicher , ob ich dich wirklich verstehe.

vielleicht hast du auch mich falsch verstanden? ich habe nicht von den 5 hüllen gesprochen..sondern maya im sinne der vedantischen philosophie- also illusion.
immer diese verwirrung das ein wort unterschiedliches bedeuten kann :)

bei den körper hüllen (koshas) denke ich auch, das sie nicht beliebig sind, es ist recht eindeutig beschrieben und abgrenzt, wenn auch inneinander verwoben.
(zumindest nach meinem glaubenssatz, der da wieder meine realität bildet...vielelicht erklären andere menschen das anders,es kommt in ihrer realität nicht vor)

du sagst:" WIr müssen uns um Nahrung kümmern, suchen Gesellschaft, fürchten Schmerz und haben Wünsche."

es gibt menschen die behaupten nicht merh zu essen, gar zu trinken.. ich habe keine ahnung ob soetwas stimmt, aber rein theoretisch könnte eine realität bestehen, in der einige der grundbedürfnisse und anreize des menschlichen handels ausgeschaltet sind. (erleuchtete sollen ja auch wunschlos glücklich sein ;) ) hihi sory..manchmal überkommt es mich einfach mit sakasmus...schlechte angewohnheit.

weiter sagst du:
"Dieser Bereich ist nicht durch eine beliebige Weltauffassung beiseite zu schieben. Ich muss fühlen, schmecken, riechen, sehen, hören. Wenn ich Gesellschaft will muss ich Verhalten anderer beurteilen können; wenn ich anderen Schmerz zufüge will keiner was mit mir zu tun haben usw usw. Das heisst auf dieser Ebene gibt es schon eine gemeinsame Realität."

ich muß nicht sehen ,riechen, hören, etc. es geht auch ohne zb hören oder richen, es geht selbst ohne hören und riechen...usw.
und das was ein mensch wen anderes schlechtes antut, ist meines erachtens unglaublich relativ..es kann sich nicht auf ein gut und schlecht geeinigt werden, denn es gibt unterschiedliche perspektiven, die wahrnehmungsorgane nehmen mit ziemlicher sicherheit nichteinmal die selben reize auf, geschweige denn das sie vom "kopf" in der selbern weise weiter verarbeitet werden würden.
das wäre also zu einfach, zu polar..zu schwarz weiß. daher wird sich auch hier nicht auf eine gemeinsame realität geeinigt, denn sie sieht für alle beteidigten anders aus. ein agresssor fühlt sich vielleicht sogar im recht,

wovon du redest sind meiner meinung nach moralische und ehtnische grundsätze auf die sich da geinigt werden müßte (um das leben einfacher und gut zumachen), auf die ja patanjali auch eingeht (yama niyama).
aber stellt das eine realität da? das stellt ja eher einen handlungsrahmen dar.
der mit sicherheit wiederum auch die realität verändet, denn beides bedingt sich nun mal :)

???

danke für den sutra tip, aber ich glaube das ist meine version die ich hier habe.

und ich freu mich über einen gesprächspartner hier :)

Die koshas sehe ich als Patanjalis/Vedanta Erklärung, wie es zu der Illusion des Lebens kommt. Durch die Yogapraxis kann man lernen diese Schleier zu erkennen und mit ihnen umzugehen.
Ich bin da sozusagen ein Dissident, weil ich überzeugt bin, dass die Idee des Maya, Atman und Brahman neu mit unserem aktuellen Wissen gedacht werden muss; es braucht sozusagen einen neuen Patanjali ...

Erst das Wissen um die materiellen Vorgänge unseres physischen Körpers versetzt uns in die Lage, ein dichteres Bild unserer Existenz zu weben und den Schritt, den die Yogis vor 3000 Jahren gedanklich gemacht haben, nochmals zu tun ohne poetisch werden zu müssen. Denn meiner Meinung nach ist es noch Ausdruck unserer geistigen Unreife, die physische Existenz als Illusion zu betrachten und gleich die Gedanken fliegen zu lassen, wie es wäre göttlich zu sein :-)

Bist Du Dir sicher, dass es auch ohne hören, riechen, sehen, fühlen, schmecken geht? Kannst Du verhindern, dass bei sonst gesunden Augen Licht auf deine Sinneszellen der Netzhaut fällt oder Schallwellen die Innenohrzellen reizt? Klar kommt auch ein Blinder und Tauber zurecht aber er tut das dann mit seinen anderen Sinnen. Deswegen ist das kennen und arbeiten mit den Sinnen auch so wichtig- entweder als fokussiertes Meditieren (z.B. Tratak auf Licht/Bilder) oder als bewusstes Zurückziehen der Sinne (Pratyahara).

Nein, ich halte es nicht für möglich, dass Menschen ohne Luft oder Nahrung existieren können, nur durch Licht. Unser biologisches Korsett bedingt unsere Existenz/Wahrnehmungen und sie laufen bei allen Menschen auf den gleichen physiologischen Grundlagen ab, die mittlerweile gut verstanden sind. Das ist dann der "reale" Handlungsrahmen.
Und nein, du kannst nicht wählen, ob Du hören, sehen, schmecken, fühlen kannst, lediglich die geistige Verarbeitung der Sinnesinhalte steht dir frei. Deswegen kann man auch anderen Schlechtes zu fügen- denn Schmerz- und Leidempfindung hat eine allen Menschen gemeinsame Basis; nur über die Relativität kann man diskutieren: "Quatsch, das tut doch gar nicht weh" :-)

Den Bogen zurück zu deiner Eingangsfrage (Mist, schon wieder zu lang der Beitrag): Jemand der gemäss ICD klassifizieren kann wird mit einem yogischen Konzept von psychischen Erkrankungen (und ich meine jetzt nicht Befindlichkeitsstörungen) nicht viel anfangen können befürchte ich. Diese Vereinigung der Konzepte müssen wir erst noch schaffen.

ja, hätte ja sein können, das irgendwer diese beiden konzepte (schulmedizin/yoga) vereinigt (ähm vereinigen geht meines erachtens nicht, da sie tatsächlich entgegegen gesetzte ausgangsbasen haben, aber es sollte doch möglich sein aus fachlicher oder betroffener sicht beides zu beleuchten....

vielleicht hat das auch schon irgendwer getan und wir beide wissen es nur nicht.
also falls irgendwer (hier überhaupt mit liest..lach) und solche lektüre kennt. her damit :)

ok, du sagst da etwas interessantes. auch ein tauber mensch kann tanzen, denn schallwellen bewirken weitausmehr als das hören eines klanges. aber meine antwort bleibt ja, es geht ebend auch, wenn ein (oder mehrere) sinnes organ in seiener eigentlichen funktionweise ausfällt.

und ich habe nicht davon gesprochen das wir uns aussuchen welche sinnesorgane arbeiten oder welche reize wir aufnehmen, sondern nicht alle reize uns gleichsam erreichen.
das ist ein unterschied.

all meine koshas sind, wie feinstofflich sie auch sein mögen, irgend wie manifestiertes...
und bieten nur den inkanierten ramen der (ich nenn es mal) welten seele. die "realität" liegt also jenseits dieser welt. also auch jenseits der koshas
alles was hier in ein physiologisches realitäts korset gepresst ist, sind nur erscheinungsformen des großen und ganzem.
das große und ganze hat mit essen müßen nichts zu tun, denn es bleibt bestehen selbst wenn annamaya kosha verwehst ist...

ich sehe die körperhüllen auch als gut ansehliches konzept, wie das atman verhüllt wird.
aber patanjali spricht ja garnicht von koshas..? oder übersehe ich da irgendetwas?
meintest du vielelicht kleshas?

und ich denke wenn patanjali davon spricht, das das bewusstsein erfüllt wird von erkenntnissen, die der realität entsprächen, meint er meines erachtens nicht die manifestierten, sondern die erfahrung des höheren selbst, der welten seele, des göttlichen, ..wie auch immer es genannt wird..
dies wiederum führt im manifestierten zu auflösung vieler aspekte einer persönlichkeit, vorgefertigtes wissen..etc. er nennt es ja auch befreiung, was ich ja viel schöner finde als erleuchtung :)

die arbeit der sinne kann ungetrübt durch chitta passieren und die göttliche individual seele wird so nicht mehr verschleiert.
so einen zustand dauerhaft zu halten ist unglaublich schwer.
ich schaffe das nicht ansatz weise, aber da ist dann wohl auch drin begründet, was einen wirklich erleuchteten menschen von menschen unterscheidet die immer wieder mal aha efekte von erleuchtungs funken in sich aufflackern lassen.. bis es ein helles licht ergibt das ständig strahlt..naja da gehört einiges zu :)
und daher sage ich auch, das es fast unmöglich ist, eine wert neutrale reizaufnahme zu haben.
das was du sagst klingt gut, ist aber schwierig.

und jetzt kommt der bogen zu der psychose, ich als mensch mit psychose erfahrungen, weiß halt, wie doll eine illusion einen glauben machen kann, das alles sei real. selbst wenn alle welt dagegenspricht. es ist in dem moment für mich einfach so.
und so ist es auch mit der maya....sie ist immer da..imens stark und wir merken ebend in so vielen bereichen unseres lebens nicht das sie da ist, selbst wenn sie in teilbereichen "entlarvt" wurde...und wir uns daher ungemein erhaben fühlen. eigentlich ein witz ..lach :

ich freu mich über deine langen antworten.. ein jedes gelesene ist ja auch irgendwie ein buch ;)

auch wenn wir hier vielleicht allein bleiben in der unetrhaltung, aber es ist ja auch meine frage und ich bin über jede anregung geistiger natur froh

und wenn irgendwer gut in lang antworten ist, dann ich, bin immer wieder erschrocken, was dann da für riesige text brocken
auftauchen wenn ich senden drück.
lach.

Ich bin skeptisch, ob das Konzept „psychische Erkrankung“ wirklich gut aufgehoben ist in der yogischen Philosophie. Für meinen Geschmack ist da die Neigung zu gross sich in göttlichen, wahren, absoluten, erleuchteten Sphären zu bewegen ohne dass dem Betroffenen wirklich geholfen wäre.
Ich muss doch jetzt im Alltag zurechtkommen, Essen auf den Tisch kriegen, Miete bezahlen; wenn ich abhängig beschäftigt bin muss ich der Anforderung der Arbeit gerecht werden; wenn ich Menschen betreue, die von mir abhängig sind (oder umgekehrt: ich von denen abhängig bin) wird es noch mal komplizierter!
Was nutzt mir die Überlegung, dass es eine ewiges absolutes Bewusstsein gibt wenn mir ein eingewachsener Nagel tierisch weh tut? Oder wenn eine Psychose mich im Griff hält, die mir die Tagesbewältigung blockiert? (Sehr überspitzt gesagt aber das wird uferlos dies aus zu diskutieren...)

Ich bin da sehr geerdet und mir liegt die klassisch westlich wissenschaftliche Herangehensweise sehr. Deswegen bin ich immer etwas unglücklich über die indische Herangehensweise an die Alltags“reailität“. Ich empfinde dies (zu) oft als blumiges „Wünsch-Dir-was“. Erst das westliche Verständnis der Biologie und der natürlichen Entwicklung des Systems „Mensch“ im Gesamtsystem „Erde-Sonnensystem-Galaxien“, die Erklärbarkeit der physikalischen Grundlagen unseres Körpers (inkl gehirnbedingtem Geist) bringt uns meines Erachtens in die Position Aspekte der östlichen Philosophie sinnvoll zu untersuchen weil mit dem „westlich“-naturwissenschaftlichen System ebenfalls erkennbare herbe Nachteile verbunden sind, soweit klar.

Mir liegt daher auch der Begriff „Erleuchtung“ schwer im Magen. „Erwachen“ trifft es meiner Ansicht nach besser. Das kundige sammeln meiner Sinne nach einem tiefen erholsamen Schlaf zu freud- und friedvoller kreativer Tagesaktivität in meinem jetzigen, irdischen, einmaligen Leben, weil ich in meiner Yoga-Praxis gelernt habe die verschiedenen Schichten meines Ich’s gelassen betrachten zu können ( die koshas sind für mich ein intellektuelles Konzept die kleshas zu erklären) ist mein Weg. Am Ziel bin ich noch nicht :-)

Wie ist das denn für Dich im Erleben einer psychotischen Realität? Erkennst Du es im Moment des Erlebens oder erst nach dem Schub? Ich stelle mir vor, dass man mit der Erfahrung durch Yoga die Fähigkeit bekommt sich in die Beobachterposition zurückzuziehen („Ich bin nicht die Angst, Ich bin nicht die Wut“ etc) . Je nach Schwere der psychischen Erkrankung verliert natürlich der Betreffende mehr und mehr seine „Selbstkompetenz“, irgendwann hat dieser Mensch keine Möglichkeit mehr zu regulieren und reagiert dann nur noch.
Ist die Stärkung der körperlichen Gesundheit durch Yoga schon nützlich, so sind die selbstregulierenden geistigen Fähigkeiten wahrscheinlich der wichtigere Punkt- und da gibt’s noch viel zu tun- hier und jetzt in der „Realität“.

Auch von meiner Seite empfinde ich den Austausch sehr inspirierend, danke dafür.

freut mich, das es dich auch freut. ;)

hihihi, ich verstehe genau was du meinst. und stimm dir auch zu.
aber es geht ja beim yoga nicht immer nur darum das höchste zu erreichen. es kann ja auch ersteinmal darum gehen ein kontakt zu sich selber zu erreichen.ein kontakt zu seiner innen welt. ein kontakt der wichtig ist, um das was in einem geistes"kranken" menschen so krankt zu elemenieren, also den von dir erwähnten nagel zu ziehen.

wenn ich zb yoga für psychisch kranke anbieten würde, würde ich da sehr gezielt und genau hinschauen, und speziell darauf abgestimmte übungen machen. erst einmal anjochen an mutter erde, dann an sich selbst,..und wie weiter gegangen wird, kann dann jeder mensch für sich selber entscheiden, sobald ein gesunder kontakt da ist (kann auch an ein anyochen an das höhere selbst gedacht werde ....)

vorallem müßen menschen mit psychischen krankheiten halt in selbstverantwortung geschult werden und auch da ist yoga hilfreich. kein psychisch kranker mensch ist im dauerzustand akut!!!! in akut fall hilft auch kein yoga mehr, aber es hilft akut zustände zu verstehen und ihn somit die energie zu entziehen. mit der von dir erwähnten selbst regulierung zu arbeiten, zu atmen usw...alles super gutes praktisches hilfsmittel um ebend nicht "lebensunfähig" zu sein!

ich sage selber immer gerne yoga ist ein system für menschen in balance!

erst heilung, ersteinmal beim urvertrauen ankommen (also ganz unten im muladara, dann kann eventuell auch schön das unterbewusste durch schwommen werden..... befor der versuch mit allerlei ansträngung und techniken untrenommen wird, gleich in der krone zu landen...ich sach da nur pääng.... )

und davon bin ich fest überzeugt, yoga kann ebend auch leute zum abrutschen bringen, wenn ihre psychische ebene halt schon in schieflage ist (ob sie das zuvor selber so empfinden oder nicht, spielt dabei keine rolle, selbst ein "narzist", der (nach außen) , extrem von sich überzeugt ist, liegt extrem schief...)

also ich arbeite eher immer an meiner verwurzelung...und das klappt bei mir auch besser mit techniken aus der kampfkunst.

aber yoga bietet wirklich wunderbares theoretisches wissen über die inneren vorgänge, die es ermöglichen alle reaktion die ein mensch hervor bringt zu verstehen. und ebend auch wunderbare techniken gegen depressionen (die da in meiner diagnose inklusive sind) es bietet wunderbare techniken, sich selber zu verstehen und zu regulieren,

daher meine suche nach büchern. (quasie war das die hoffnung auf eine bessere welt ;) die yoga welt, aber leider mußte ich sehr schnell, spätestens wärend meiner ausbildung bemerken, das hier keine andere sicht auf "geisteskrankheit" eingenommen wird, aber die hoffnung stirbt zu lezt)

ich sehe yoga nicht als allheil mittel..ich bin da nicht so naiv ;) ich sehe die "gefahren"!
aber ebend darum sollte es ja auch nicht tabuisiert oder thematisch nicht behandelt werden, oder? es ist umsowichtiger, darüber zu schreiben. ebend damit nicht andauernt menschen in kosmischen sphären abrauschen, den sie nicht gewachsen sind.

zu mir und mein erleben:
meine budhi ist im alltags leben soweit am start und scheckt ebend auch, wenn ich den boden unter den füßen verlieren würde....
mitlerweile!

dennoch bin ich mir nicht sicher ob ich mich soweit kenne und mir vertrauen kann (die kraft zumute), das ich nicht wieder psychotisch werde, aber ich denke ich bin auf einen sehr guten stabilen weg :)
ich habe auch extrem viel selbst analyse betrieben..oh mein gott was ich studierrt hab..also mich selbt ..nicht in der uni, da hab ich es damals oh wundern nicht ausgehalten...lach.

generell hat sich mein psychotisches empfinden verändert, denn nach jeder episode kannte ich es besser, bei meiner letzten, wußte ich, ich bin verrückt...aber driftete trotzdem immer wieder ab, ins hinein"fliehen" -völlig aufgehen in die andere wirklichkeit.
aber ich konnte jeden klaren moment nutzen um gegen zu arbeiten. und budhi ist über die jahre stärker geworden und im laufe eines psychotischen-tages kam budhi dann auch öfters zu wort.... und konnte alles was da wie ein feuerwerk rumschießt irgendwie anfangen aufzuräumen..zumindest den versuch starten :P

das war früher anders...da gab es tagelang garnichts, was mir selber sagte, ich bin jetzt in einer psychotischen erlebnis welt, da war ich drin... vielleicht am dritten tag, kam mir mal etwas komisch vor.... also im sinne meiner wahrnehmung ;)
denn komisch ist in einer psychose eigentlich alles..lach.

dennoch schließen sich dann auch hier immer mehr phasen an, an denen der eigentliche verstand mal wieder ein wörtchen mit rede darf.
ich verstehe einen psychosephilm erst nach dem abklingen gänßlich als das was er war.
-ein wirklich wach gelebter traum- meines erachtens nach.

ohne wächter der moral, ohne zensur, ohne maßregelung des verstandes, ohne filtern der reize..alles freier lauf im kopf..kurzschluss..technoparty des geistes: als ob manas und ahamkara den wildesten tanz zu den klängen von chita vollziehen...und mein körper mit seinen handlungsorganen folgt dem was manas da befiehlt marionetten artig....
ein einziges chaos..aber wie sagten es die griechen so schön? aus dem chaos entsteht die welt.... eigentlich sollte hier die geburt etwas neuem liegen , das aufsteigen der phynix..liegt es aber nicht, da es einem als kranker mensch nicht erlaubt wird. und weil ebend alles nur aufgezeigt wird, weil es außer kontrolle ist und nicht, weil es bewusst zugelassen und somit wirklich erkannt wird.
how ever...
so meine beschreibung.

ich glaube es herrscht oft ein falsches bild von psychosen und shezophrenie vor. klar ist es eine ungemein schwierige situation, aber meist geht einer paranoiden psychose zb auch eine art euphorisches glücksereigniss vorraus, zb eine gottes erfahrung (sehr viele religiöse menschen haben das) oder eine erleuchtung.
ich kann sagen bevor meine psychosen richtig abdrifteten, also als start schuss dafür hatte ich immer wunderschöne erleuchtungs erlebnisse..so richtig schön bilderbuch mäßig..lach...

das mag vielelicht einige menschen jetzt verärgern...denn viele menschn brauchen die abgrenzung zur verrücktheit , um das strahlende angesicht des erlebniss, die reinheit dessen nicht zu verklären. aber ja, es kann ebend auch dreckig und sehr schmerzhaft sein. damit sich ein mensch befreien kann...muss er sich ebend auch von dieser schlimmen erlebniss welt los machen und das kann sehr intensiv sein und somit sehr energetisch. leider muss dieser mensch dann nach diesem erlebniss auch nocheinmal bei "0" anfangen ...

bei einem menschen der nicht in balance ist, kann da so eine aufkommende energie in nichts vernünftiges gelenkt werden und ergiest sich einfach in brachialer wucht, in alle möglichen richtungen, sieht viel zu viel..nicht nur von außen, auch von innen und zertrampelt alle zarten blühten der erkenntniss dieses momentens wie ein mähdräscher.... zusammenbruch.

aufgrund meiner alt-last, meiner komplett disfunktionalen persönlichkeit damals-die flüchtete und sich versteckte....(wohlgemerkt keine drogen nahm, ich kiffte nicht mals, war aber sehr gut in maßlosen trink-exessen) , kam da nichts sonderlich viel für mich bei raus, was meine gelassenheit anging.
patanjali sagt es gibt menschen die diese fähigkeit natur gegeben haben, vielleicht hab ich das..was eher ein fluch wäre, denn es macht sicher viel mehr sinn, diese energetischen bereiche zu erreichen, wenn man denn dann auch soweit ist und mit sich und der welt im reinen!

zumindest ist es ein fluch, solange ich dafür eingesperrt werde, fixiert werde und mir dann irgend ein zeugs gespritzt wird..das ist mir nämlich beim ersten mal widerfahren. in der geschlossenen ein geknastet zu sein ist kein zuckerschlecken und zerstört im prinzip gänzlich das eh schon geschundene uhrvertrauen.
glaube mir, das hilft einen auch nicht dabei,, seinen altag besser geregelt zu bekommen!!!
verstäntniss für sich zu haben, verantwortung zu übernehmen und sich mit dem nun mal gegebenen reaktionsformen zu arangieren. es hilft einen nur sich von sich zu entfernen...was ein teufelskreislauf inniziert!

ich muß sagen ..ich habe auf der yoga vidya kundalini-yoga webseite auch die seite: "psychose" durch gelesen
..und ich bin entsetzt darüber wie viele falsch information dieser web auftritt hat! und mit wieviel vorurteil hier gesprochen wird. nicht gerade yoga manier. aber ich verstehe auch, warum es dort so beschrieben wird.... naja schade mal wieder sag ich da nur.

und so ist es mal, ich und viele andere müßen leider mit diesen vorurteilen leben,
ich würde es diskriminierung nennen. die ich am schmerzhaftesten dadurch zu spüren bekam, das mir sämtliche traumata therapeutin eine absage aufgrund meiner shizophrenie erteilten. ich habe einfach niemanden gefunden der sich das zutraute!

also auch da mal wieder allein zurecht kommen müssen (und im falle eines schweren traumatas ist das wesentlich schwieriger als im falle einer psychose, wenn man ein gutes verstäntnisvolles umfeld hat, so wie ich)
und hier half mir tatsächlich sehr sehr gut yoga!

so...du hast gefragt ;)
puh

und jetzt hab ich schon fast nen buch geschrieben hier, (tatsächlich hab ich in meinem letzten indien aufenthalt 90 seiten geschrieben, die das alles behandeln, wahnsinn, innere vorgänge, realität, identität ,wahrheit...und ebend all das was da so mit rein spielt, ich würde das eigentlich auch gerne veröffentlichen, aber as kommt mir sehr schwierig vor, dafür einen verlag zu finden und auch das ganze wirklcih in eine veröffentlichungs fähige form zu bringen.)

Antworte auf diese Diskussion im Yoga Forum

RSS

© 2020   Impressum | Datenschutz | AGB's | Yoga Vidya |   Powered by

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen