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Auszüge aus "Bhakti Yoga" von Swami Sivananda:


Kirtan ist das gefühlvolle Singen von Gottes Namen. Dieses Singen hat eine heilende Wirkung sowohl auf den physi-schen als auch auf die feinstofflichen Körper. Es ist eine ausgezeichnete Me-thode, um die Nerven zu beruhigen und den Emotionen eine positive Richtung zu geben. Während die Mantras in Sanskrit gesungen werden, kann Kirtan in jeder Sprache erfolgen. Auch die christlichen Hymnen kann man als Kirtan bezeichnen.
Sanskrit, die älteste Sprache der Mensch-heit, wird auch "Devanagari", die Sprache der Götter, genannt. Klang, bestehend aus Schwingungen, ist letztlich Energie. Ein Sanskrit-Mantra ist eine mystische Ener-gie, die in einer Klangstruktur einge-schlossen ist. Es besteht aus den Urklän-gen, ursprünglichen Schwingungen, die aus dem Objekt selbst oder der Handlung entstehen, wofür es benutzt wird. So ist z.B. in allen Sprachen "Ma" oder ein ähnlicher Klang die Bedeutung für "Mut-ter". Es ist der natürliche Laut, mit dem das Kind die Mutter ruft.
Sanskrit-Worte sind ursprüngliche, natür-liche Klangmanifestationen. Deshalb benutzen wir sie zum Singen. Man kann Mantras übersetzen, aber die Übersetzung hat nicht die gleiche Kraft.
Um die Energie eines Mantras zum Schwingen zu bringen, wiederholen wir es mit einem bestimmten Rhythmus. Bei der Wiederholung des Mantras entsteht ein spezifisches Gedankenmuster. Die Energie manifestiert sich.
Name und Form sind wie die zwei Seiten einer Medaille: das eine gibt es nicht ohne das andere. Wenn man einen Namen wiederholt erscheint die entsprechende Form im Geist. Auch wenn man die Form, die mit einem bestimmten Mantra verbunden ist, nicht kennt, so wird doch ein bestimmtes Gedankenmuster im Geist geformt. Diese Gedankenmuster sind positiv, wohltuend und beruhigend.
Im Kundalini Yoga wird gesagt, dass jedes Chakra eine bestimmte Anzahl von "Blütenblättern" hat, die bestimmte Buch-staben des Sanskrit-Alphabets enthalten. Wenn man also Gottes Namen und Lob-preis in Sanskrit singt, so werden die Chakras stimuliert und die Kundalini Shakti erweckt.
Mantra-Singen ist die leichteste Art, Gott nahe zu kommen. Im Kālī Yuga (Eisernen Zeitalter) ist Kirtan das beste Yoga. In jedem Wort ist Kraft. Genauso wie der Name eines Objektes in dieser Welt die Vorstellung dieses Objektes in unserem Geist hervorruft, so ruft der Name Gottes ein Gottes-Bewusstsein im gereinigten Geist hervor und bereitet so den Boden zur höchsten Gottesverwirklichung.
Musik ist Yoga des Klanges. Die ver-schiedenen Musiktöne haben ihre eigenen subtilen Kanäle (Nadis) in den Energie-zentren (Chakras). Musik bringt diese Kanäle zum Schwingen, reinigt sie und erweckt die darin schlafende psychische und spirituelle Kraft.
Kirtan berührt und öffnet das Herz, erfüllt den Geist mit Reinheit und bringt Harmo-nie und göttliche Liebe. Wer den Namen Gottes singt, vergisst den Körper und die Welt. Selbst mechanisches Singen bringt noch eine gewisse Wirkung. Wenn man jedoch mit Hingabe und Gewahrsein der Bedeutung singt, so sind die Wohltaten unermesslich.


Abfolge der Mantras in
einem Satsang
 20-45 Minuten stille Meditation
 Om Om Om
 Jaya Ganesha (Nr. 2)
 1-3 Kirtans
 Om Om Om Shanti ...

 Lesung
 Om Om Om
 Om Tryambakam (Nr. 800)
 Friedensgebete (Nr. 801)
 Universelles Gebet (Nr. 802)
 Arati (Nr. 804)

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Tags: Einführung, Kirtan, Kirtanheft, Mantra, Mantra-Singen, Vidya, Yoga

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