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Ich will heute Morgen ein paar weitere Kurzgeschichten aus der Devi Mahatmyam erzählen. Diejenigen, die schon eine Weile da sind, ich hatte ja am Dienstag das letzte Mal etwas erzählt. Wir befinden uns ja in Navaratri, dem 9tägigen Fest der Verehrung der göttlichen Mutter. Jeden Abend gibt es um 19:00 Uhr eine Navaratri Puja und dort wird eine bestimmte Schrift rezitiert, die Devi Mahatmyam, auch die Geschichten dort auch erzählt und in Kurzform erzähle ich die auch in den Morgensatsangs.
Und die dritte der drei Hauptgeschichten, zusätzlich zur Rahmengeschichte, ist der Kampf der Devi, der göttlichen Mutter, gegen verschiedene Dämonen, unter den Chefdämonen Shumbha und Nishumbha. Und die Devi war angerufen worden von den Devas, den Engelswesen, die aus dem Himmel vertrieben worden waren. Und die Dämonen hatten die Erde besetzt und den Himmel und machten allen Wesen das Leben sehr schwer. Daraufhin wandten sich die Devas an die göttliche Mutter, sie rezitierten heilige Hymnen und dann manifestierte sich die Devi als die schönste Frau der Welt. Shumbha und Nishumbha, die beiden Dämonen, haben davon gehört, dass die Göttin da sei und wollten sie dann zur Frau nehmen. Da Devi nicht freiwillig gekommen ist, haben sie dann Horden von Dämonen geschickt, um die Devi zu holen. Und so gibt es dann immer neue Wellen, wo die Devi versucht wird zu überwinden.
Was so in etwa dafür steht, wenn in uns sich die göttliche Gnade manifestiert, nachdem wir darum gebeten haben, nachdem wir verehrt haben und wir spüren irgendwie diese Kraft in uns, wir spüren plötzlich, dass da Liebe in uns ist, wir spüren, dass da Verbindung in uns ist, dann gibt es auch immer wieder Wellen, wo die niederen Aspekte des Geistes von Neuem dagegen ankämpfen. Wir bekommen verschiedene Arten von Zweifel, „Ist das jetzt wirklich göttlicher Segen oder ist es irgendwie nur Irrtum? Und wäre es nicht doch wichtiger, selbst das und das zu machen? Oder könnte das überhaupt sein?“ Wir haben selbst Zweifel, Zweifel an Gott, an der Welt. Alte Gewohnheiten werden wieder stärker. Emotionen kommen hoch usw. Und wenn wir aber mit großer Hingabe weiter üben, dann kommen neue Kräfte in uns auf.
Und nachdem die Devi erstmal alleine gekämpft hat gegen die Dämonen, gibt es dann eine weitere Geschichte. Da gibt es Chanda und Munda, zwei weitere Dämonen. Dann manifestiert sich aus Devi Kali heraus und die Kali kämpft gegen die Dämonen. Und Kali, die dunkle Göttin, steht auch dafür, dass wir manchmal auch ein bisschen rigoroser sein müssen und bestimmte Aspekte, die wir vielleicht tun und wo wir plötzlich merken, die sind nicht richtig, müssen wir dort überwinden. Wenn wir feststellen, bestimmte Gewohnheiten, die ich habe, sind nicht gut, die tun mir nicht gut, manchmal muss man die Konsequenz haben und dort diese auch radikal zu ändern. Nicht alles sollte man radikal machen, häufig ist es klüger dort zu sagen: „Ja, ich schaue in den Lebensumständen in denen ich jetzt bin, wie kann ich die etwas anders gestalten.“ Gut, aber manchmal ist auch die Radikalität von Kali nötig.


Und so sagt aber auch Kali dann, nachdem sie Chanda und Munda besiegt hat, sagt: „Und jetzt Devi, jetzt musst du auf deine Weise die anderen Dämonen überwinden.“ Gut, und dann kamen neue Dämonen, Horden in ganz großer Anzahl und jetzt war nicht mehr Devi allein, sondern jetzt kam das Interessante. Aus allen Engelswesen manifestierte sich jetzt eine Devi. Also aus Shiva Shivani, aus Vishnu Vaishnavi, aus Indra Indrani und aus Varuna Varunani usw. Also die Verschiedensten kamen dort heraus.
Und das heißt auch, irgendwann werden wir feststellen, dass alle Kräfte, die wir sowieso schon haben, plötzlich werden sie stärker. Auch dieses werdet ihr vielleicht schon erlebt haben. Wenn man weiter macht in der Praxis, dann gibt es plötzlich Momente, wo alle positiven Eigenschaften gleichmäßig stärker werden. Und dann kommen vielleicht die verschiedensten Dämonen weiter auf in einem. Da gibt’s dann so einen ganz besonderen, den Raktabija und der Raktabija der hat so eine Eigenschaft, wenn er getötet wurde, dann kamen aus seinem Blut heraus mehrere andere Dämonen und dann waren es plötzlich sehr viel mehr Dämonen. Und so wurde plötzlich die ganze Erde bevölkert von Raktabijas. Und dann bat Durga die Kali, sie möge ihre Zunge ausbreiten über die ganze Erde und dann die Raktabijas vollständig verschlingen. Wenn kein Blut auf die Erde fallen würde, dann könnten sich auch keine neuen bilden. Etwas blutrünstige Geschichte. Jedenfalls so wurde der Raktabija überwunden.
Er steht auch für bestimmte Aspekte in uns. Immer dann, wenn wir denken, wir hätten z.B. Ego und Stolz und Eingebildetsein auf einer Seite überwunden, dann kommt es auf der anderen Seite wieder. Irgendwann lernen wir, doch nicht zu denken, dass wir viel besser sind in unserer Arbeit als jeder andere. Dann sind wir vielleicht stolz darauf, dass wir ein viel besserer Ehemann sind als andere oder, dann kommt der nächste Stolz: „Ich bin eine bessere Mutter als andere.“ Kommt der nächste Stolz: „Ich bin mindestens demütiger als alle andere.“ Also das Ego, in diesem Sinne das Eingebildetsein, kann sich mit allem irgendwo identifizieren. Und letztlich gelingt das dann nur durch großes Gebet, weil das in dem Fall Kali ist. Und Kali kann auch heißen, dass wir mal den Boden unter den Füßen weggezogen bekommen, um wirklich ganz uns nur noch an die göttliche Mutter zu wenden.
So geht es dann jedenfalls weiter und irgendwann bleiben nur noch Shumbha und Nishumbha übrig. Zum Schluss bleibt nur noch Shumbha übrig. Jetzt gibt es aber diese vielen Göttinnen, die da sind und dann plötzlich sagt Shumbha: „Das ist unfair. Ich bin nur noch einer und du bist so viele.“ Eigentlich paradox. Am Anfang war die Durga allein und der Shumbha hat dort Hunderttausende von Dämonen gegen die Durga geschickt. Und so ähnlich, nach einer Weile, alle positiven Kräfte werden in uns stärker und dann gibt’s vielleicht noch einen Dämonen, der vielleicht das Ego ist oder Egoismus und der wehrt sich dann. Dann gibt es einen schönen Ausdruck von der Devi und sie sagt: „Es gibt nur mich allein in diesem ganzen Universum. Ekoham. Ich allein bin.“ Und der Dämon versteht die Bedeutung noch nicht ganz. Er sieht nur, dass die ganzen Devis, die ganzen Göttinnen, in der einen Göttin verschmelzen, aber er versteht jetzt noch nicht, dass letztlich das ganze Universum letztlich eins ist. Die vielen Individuen und diese schöne Vielfalt ist letztlich nur Ausdruck der einen göttlichen Mutter.


Gut, und die göttliche Mutter besiegt natürlich dann zum Schluss auch noch den Dämonen und dann ist plötzlich klar für alle, es gibt nur die eine Devi, die eine göttliche Mutter und wiederum können die Devas den Himmel wieder bevölkern, die Menschen die Erde und somit ist wieder Dharma hergestellt.
Morgen erzähle ich dann den Abschluss der Geschichte. Wer heute beabsichtigt zu gehen, kann ja noch bis morgen bleiben.
Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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