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Swami Sivananda schreibt „Meditation über die 12 Tugenden“

„Meditiere 10 Minuten am Tag über diese 12 Tugenden:
Demut im Januar, Freimütigkeit im Februar, Mut im März, Geduld im April, Barmherzigkeit oder Mitgefühl – Karuna - im Mai, Großzügigkeit im Juni, Lauterkeit im Juli, reine Liebe im August, Großzügigkeit im September, Vergebung im Oktober, Gleichmut im November, Zufriedenheit im Dezember.

„Meditiere auch über Reinheit, Ausdauer, Fleiß, Aufmerksamkeit und Fröhlichkeit. Du kannst Dir vorstellen, dass Du diese Eigenschaft besitzt und dir zum Beispiel sagen: Ich bin geduldig. Ich werde von jetzt an stets geduldig sein. Ich werde diese Tugend im täglichen Leben beweisen und mache schon Fortschritte. Denke nach über die Vorteile dieser Tugend und über die Nachteile des Gegenteils. Der geistige Weg ist hart, dornig und steil. Der Fuß mag müde und wund werden. Das Herz mag schmerzhaft schlagen. Die Belohnung aber ist wunderbar, sie ist die Unsterblichkeit. Darum sollte man stets ausharren und mutig weitergehen. Aber sei stets auf der Hut, geschickt und schnell wie ein Eichkätzchen. Es gibt auf dem Wege Plätze zum Ausruhen. Lausche leise der inneren Stimme. Sie wird dich führen, wenn du rein und standhaft bist.“

Wenn man eine gute Eigenschaft in sich entwickeln will, ist es ratsam, darüber einen ganzen Monat lang nachzudenken, zu meditieren, um es in den Alltag umzusetzen. Neue spirituelle Aspiranten empfinden einen Monat als zu lange, sie denken, da mach ich zwei Tage, nach zwei Tagen will ich das Nächste und dann schon wieder das Nächste. So kommt man nicht weit. Wir leben ja doch länger als ein paar Tage, da kann man durchaus sagen: Einen Monat verbringe ich, um diese eine Eigenschaft zu entwickeln. Ob das jetzt die reine Liebe sein muss im August? Nun das ist ein liebevoller Vorschlag von Swami Sivananda an uns. Er hat 12 Eigenschaften genommen, die auch in der Bhagavadgita stehen auch bei Patanjali im „Yoga Sutra“, und diese hat er dann auf die 12 Monate verteilt.
Das ist eine gute Sache. Ich hab das mehrere Jahre gemacht, dass ich genau diese Tugenden genommen habe und dann einen Monat lang immer über diese Tugend meditiert habe und mir vorgenommen habe, jeden Tag will ich mindestens eine Handlung ausführen, die ich ansonsten nicht ausgeführt hätte und die diese Tugend unter Beweis stellt. Und dazu möchte ich euch ermutigen.
Also Eigenschaft aussuchen; die Dauer festlegen, wie lange du das machen willst; dieses aufschreiben und dann jeden Tag ein paar Minuten darüber meditieren. Man kann die Tugend entweder zusätzlich zur Meditation machen oder in die Meditation integrieren oder in einer Asana machen oder halt 10 Minuten Wechselatmung mit dieser Tugend-Meditation verbinden, geht auch. Oder auf dem Weg zur Arbeit wiederholen.
Hilfreich ist es auch, morgens beim Aufwachen und abends vor dem Einschlafen die gewählte Tugend als Affirmation zu wiederholen. Z.B morgens: Ich freue mich auf diesen wunderschönen Tag, ich werde heute besonders geduldig sein. Und am Abend: Ich danke für diesen besonderen Tag, und ich entwickle weiter Geduld.
Und dann jeden Tag eine Handlung ausführen, die das unter Beweis stellt. Und danach auch das Unterbewusstsein loben - liebes Unterbewusstsein, das hast du gut gemacht. Man muss sich ja nicht identifizieren und dann ein großes Ego entwickeln, aber man kann seinem Unterwusstsein danken, dass es einen jetzt diese Handlung hat ausführen lassen.

Hari Om Tat Sat.
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Indische, Inspiration, Lesung, Schriften, Spiritualität, Sukadev, Vidya, Yoga, tägliche

Kommentar von Rita Shanti am 15. Mai 2009 um 1:35pm
Lieber Sukadev, ...............STREBER!!!!!!!!!!!!! :)

ein Ausdruck, den wir von der Schulzeit her als Beleidigung kennen. Auch eine meiner Töchter hat darunter zu leiden gehabt und hat deshalb ihre Leistungen runtergeschraubt. Nun ist sie in der Clique anerkannt.........Aber zu welchem Preis!
Nur wer strebt, wächst auch und kann sich zur Vollkommenheit entfalten.
Ich habe da gerade ein Buch vor mir liegen, mit dem Titel "In dir steckt mehr!"
Auf dem Titelbild ist eine keimende Kokosnuß zu sehen. Ist schon interessant, darüber mal nachzudenken, wie lange es wohl gedauert hat, vom ersten sich regen des Keimes, bis zu dem Moment, in dem der Keimling die Kraft entwickelt hatte, die Schale zu durchdringen. Welche Einflüsse, von außen und von innen, sind da am Werk.
Ich glaube es lohnt sich, geduldig zu streben und dabei auf Gott zu vertrauen.
Jesus sagt in dem Buch "Lehre und Bündnisse": "...und laß Tugend immerfort deine Gedanken zieren; dann wird dein Vertrauen in der Gegenwart Gottes stark werden, und die Lehre des Priestertums wird auf deine Seele fallen wie der Tau vom Himmel. Der Heilige Geist wird dein ständiger Begleiter sein und dein Zepter ein unwandelbares Zepter der Rechtschaffenheit und Wahrheit, und deine Herrschaft wird eine immerwährende Herrschaft sein, und ohne Nötigung wird sie dir zufließen für immer und immer."
Ich habe mir ein Motivationskärtchen gemacht mit den heutigen Vorschlägen und den Eigenschaften, die ich entwickeln möchte. Diese lege ich als Lesezeichen in meine Schriften und werde so täglich daran erinnert zu streben...eine STREBERIN zu sein. :)
Danke für die aufbauenden Beiträge.
Shanti

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