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Ich will etwas lesen aus der "Bhagavad Gita", dem Zwiegespräch zwischen Krishna, dem Lehrer, und Arjuna, dem Schüler. Wir sind im 16. Kapitel, und dieses Kapitel hat die Überschrift "Die Unterscheidung zwischen dem Daiva und Asura". Daiva heißt wörtlich "dem Lichtvollen" und Asura heißt "das Dunkle". Und auf der einen Seite gilt die yogische Aussage "Alles ist göttlich, es gibt nichts, was nicht göttlich wäre". Wenn Gott allgegenwärtig ist, dann muss er überall sein. Ansonsten könnte Gott nicht all-gegenwärtig sein. Wenn Gott nur in einem Teil des Universums nicht wäre, wäre er nicht allgegenwärtig. Eine nächste Schwierigkeit, wenn wir sagen, ok, Gott hat die Welt geschaffen, aber ist nicht mehr überall. Wenn man dann annimmt, dass Gott ein paar gute Sachen geschaffen hat und ein paar schlechte Sachen geschaffen hat, das ist dann auch nicht mit der Vorstellung eines liebevollen und allwissenden Gottes vereinbar. Dann wäre die Welt mehr oder weniger ein Unglück gewesen. Und so sagen die Yogis Brahman, das Bewusstsein hinter allem ist Brahman, dann sagen sie auch, sarvam kalvidam brahman, alles ist wahrhaftig Brahman, alles ist wahrhaftig Bewusstsein, alles ist wahrhaftig göttlich. Das ist die eine Ebene der Betrachtungsweise. Auf einer anderen Ebene der Betrachtungsweise gibt es aber Dinge, die wir tun können, die uns nach oben führen zur Erfahrung dieses Höchsten, und es gibt Dinge, die wir tun können, die uns nach unten ziehen in die Dualität und ins Leiden hinein. Die Frage, warum gibt's überhaupt Dualität und warum gibt's überhaupt Leiden. Das ist eine sehr komplexe, über die ich jetzt nicht sprechen werde. Da sind viele Aussagen und letztlich muss man sagen, eine wirklich befriedigende, sowohl logisch zugänglich wie auch praktisch nachvollziehbare, ist nicht wirklich so gefunden. Warum gibt's die Welt, warum gibt's die Dualität. Wir wissen aber, wir sind jetzt gerade, mindestens von unserem momentanen Empfinden, irgendwo in der Dualität. Wir wollen zur Non-Dualität kommen. Wir wollen dazu kommen, dass wir erkennen, dass alles letztlich eine Manifestation des Göttlichen ist. Denn in Worten, wir wollen immer glücklich sein, wir wollen immer freudevoll sein, wir wollen Bewusstsein hinter allem wahrnehmen. Dann ist die Frage, wie kommen wir dorthin. Und dort kommen wir hin, indem wir das Daiva tun und das Asura meiden. Krishna sagt so im 1. Vers des 16. Kapitels: "Das, was Menschen entwickeln können, die zum Daiva-Zustand hinkommen können, die sampadam daivin abhijatasya, also diejenigen, die einen lichtvollen Zustand erreichen wollen, diejenigen, die zur Erfahrung des Göttlichen kommen, die tun folgendes und haben folgendes entwickelt. Und das geht jetzt 3 Verse lang und ist eine Aufzählung verschiedener Eigenschaften:
„Furchtlosigkeit, Reinheit des Herzens, Beständigkeit im Wissen und im Yoga, Almosen geben, Sinnesbeherrschung, Opfer, Studium der Schriften, Askese, Aufrichtigkeit, Nichtverletzen, Wahrhaftigkeit, Abwesenheit von Ärger, Fähigkeit zur Entsagung, Friedfertigkeit, Fehlen von Hinterlist, Mitgefühl mit allen Wesen, Fehlen von Habgier, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Fehlen von Wankelmut, Stärke, Versöhnlichkeit, seelische Kraft, Reinheit, Abwesenheit von Hass, Fehlen von Stolz.“
Eine Menge von Eigenschaften und eine Menge von Dingen, die wir tun können, und Swami Sivananda empfiehlt, dass man jeden Monat sich eine neue Tugend vornehmen kann, die man entwickeln kann, und das sind jetzt genügend für 3 Jahre, wenn wir jeden Monat eines entwickeln. Aber ihr könnt ja mal überlegen, das wäre doch toll, wenn man in 3 Jahren diese Eigenschaften ein gutes Stück weiterentwickelt hat.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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