YVS541 Om Tat Sat - was bedeutet das - BhG XVII 23-28

Wenn du in spirituellen oder Yoga Kreisen unterwegs bist, dann hast du schon oft genug von „Om Tat Sat.“ gehört oder auch „Hari Om Tat Sat.“ Was bedeutet das? Wann und mit welcher Einstellung sagt man das?

17 Kapitel Vers 23:

„Om Tat Sat - dies wird als die dreifache Bezeichnung für Brahman angesehen. Daraus wurden in früherer Zeit die Brahmanas, die Veden und die Opfer festgelegt.“

Om Tat Sat, also die dreifache Bezeichnung für Brahman. Om ist der kosmische Klang, der Urklang. Tat heißt wörtlich „Das“ das Unendliche. Und Sat heißt die Wahrheit, also das, was ist. Das ist Brahman und Brahman ist Om. Brahman kann man nicht genauer definieren, deshalb sagt man Tat. Und schließlich ist Brahman und deshalb Sat.

17 Kapitel Vers 24:

„Daher beginnen die Schüler Brahmans Opferhandlungen, Geben und Askese immer mit dem Aussprechen von „Om“, so wie es in den Schriften vorgesehen ist.“

Krishna hatte in den vorherigen Versen über Yajna, Dana und Tapas gesprochen. Und hier empfiehlt er uns, dass, bevor wir Yajna, Dana und Tapas praktizieren (Opferhandlungen, verschiedene Handlungen des Gebens und Askesen), wir erst einmal „Om“ sagen und uns mit diesem zu Brahman verbinden.

17 Kapitel  25 Vers:

„Mit dem Aussprechen von Tat ohne nach den Früchten zu streben, werden Yajna, Tapas und Dana von den nach Befreiung Suchenden ausgeführt.“

Er sagt, dass wir zu Beginn „Om“ sagen sollen. Und während du es tust, sollst du auch „Tat“ sagen und dir bewusst machen sollst, dass wenn du etwas Gutes tust, du damit auch in Verbindung mit dem Unendlichen bist. Mit dem „Om“ stellen wir die Verbindung mit dem Unendlichen her. Und aus dem „Om“ heraus, aus der Verbindung mit dem Unendlichen und Ewigen, sollst du handeln, egal ob es unentgeltliches Dienen ist, spirituelle Praxis, oder auch ein Ritual. Wiederhole dabei „Tat“ und sei dir bewusst, dass du in diesem Unendlichen und diesem Ewigen bist. Lasse es durch dich hindurch fließen. Das, was du tust „Tat“, sei im Ewigen verwurzelt.

17 Kapitel 26 Vers:

„Das Wort „Sat“ wird im Sinne der Wirklichkeit oder Tugend verwendet; und so, oh Arjuna, wird das Wort „Sat“ auch im Sinne einer verheißungsvollen Handlung verwendet.“

Wenn du so deine Handlung tust, kannst du auch sagen: „Möge Gutes daraus entstehen.“ „Sat“ heißt zum einen wahr und wirklich. „Sat“ heißt aber auch die Wahrheit und das Gute. Es heißt, dass du es gut machen sollst und in der höchsten Wahrheit verankert sein sollst.

17 Kapitel 27 Vers:

„Beständigkeit in Yajna, Tapas und Dana heißt auch „Sat“ und alle Handlungen, die damit in Verbindung stehen [oder um des höchsten Willens], heißen auch „Sat“.

„Sat“, die höchste Wirklichkeit, heißt, dass, wenn du Tapas, Dana oder Yajna machst, du sie auf „Sat“, das Höchste ausrichten willst. Du beginnst die Handlung mit „Om“ und verbindest dich dabei mit dem Unendlichen. Während du die Handlung machst, sage: „Tat“. Du wirst zum Instrument. Gutes soll bewirkt werden und du bringst alles dem Göttlichen dar „Sat“.

Kapitel 17 Vers 28:

„Alles Tapas, alle Danas und alle Yajnas, die ohne Glauben ausgeführt werden, sind Asat, oh Arjuna; sie sind hier oder später [d. h. nach dem Tod] nutzlos.“

Er will sagen, dass du egal, was du tust, es immer mit einem, Vertrauen, Herz, Intensität und deinem Wesen tun und dich auf „Sat“ ausrichten sollst. Ein Esel, der den ganzen Tag die Bewässerungsräder im alten Indien betrieben hat, erreicht nicht die Gottverwirklichung, obgleich er den ganzen Tag Dana übt. Und irgendein Wurm, der im Tempel ist und bei einer Puja zu Gange ist, wird auch nicht die Gottverwirklichung erreichen. Genauso wie, jemand, der seinen Körper in die furchtbarsten Verrenkungen bringen kann. So erreicht man nicht die Gottverwirklichung.

Die spirituellen Praktiken wirken dann, wenn du sie mit Herz ausführst und daher: „Om Tat Sat“. Wann immer du eine spirituelle Praxis machst, sage vorher „Om“, oder ein Mantra. Auch wenn du uneigennützig dienst, wenn du Spenden gibst, oder anderen etwas Gutes tust, dann verbinde dich mit dem Göttlichen.

Mache dich zum Instrument des Göttlichen, sage „Tat“ und sei dir dieser bewusst. Sage danach „Sat“, oder ich tue es für die höchste Wirklichkeit. Während du es tust, mache es auch so gut, wie du kannst. Mache es mit Liebe und lasse los. Tapas, Dana und Yajna, sind Rituale und spirituelle Praktiken, hilfreich, um die Gottverwirklichung zu erreichen.

Krishna empfiehlt Tapas, Dana und Yajna zu üben. Mache es auf sattwige Weise, mache es mit Herz und wiederhole „Om Tat Sat“. Mache es mit dem Bewusstsein, mit der Verbindung mit Brahman, mache es als Instrument und lasse los. So wächst du spirituell.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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