YVS529 Der unvergängliche Ashvattha Baum - BhG XV 1-2

Wer bist du wirklich? Was ist das höchste Bewusstsein? Was ist das Göttliche und wie kannst du es erfahren? Darum geht es im 15 Kapitel. Krishna gibt dort auch eine Analogie des Baumes, denn in einem Baum hängt alles miteinander zusammen: die Blätter, die Äste, die Zweige, der Stamm und die Wurzeln. All das ist diese Welt, jedoch gilt es, die äußere Welt zu transzendieren. Das zu erkennen, was jenseits ist, also das höchste Bewusstsein.

15 Kapitel Vers 1: Krishna sprach: „Die Weisen sprechen vom unzerstörbaren Feigenbaum. Seine Wurzeln sind nach oben, seine Zweige nach unten gerichtet und seine Blätter sind die Metren oder Hymnen, wer ihn kennt, kennt die Veden.“

15 Kapitel Vers 2: „Nach oben und nach unten verzweigen sich die Äste und werden genährt von den Gunas. Die Sinnesobjekte sind seine Knospen und nach unten, in die Welt der Menschen reichen die Wurzeln und bringen Handlung und Karma hervor.“

Krishna beschreibt die ganze Welt in der Analogie eines Baumes. Angenommen, zwei Blätter sind an einem Baum, identifizieren sich mit dem Blatt und sehen ein anderes Blatt auf dem Nachbarzweig. Sie denken, sie sind das eine Blatt, und der andere ist das andere Blatt. Vielleicht unterhalten sie sich und vielleicht ist das eine Blatt ein bisschen größer und denkt, dass es besser ist. Aber vielleicht ist das andere voller Farbe. So denken die beiden Blätter, dass sie unterschiedlich sind, aber eigentlich sind die Blätter alle ein Teil des gleichen Baumes.

Auf einer oberflächlichen Ebene gesehen sind wir alle Blätter des gleichen Baumes. In der Welt siehst du verschiedene andere Menschen und Tiere. Wir scheinen so unterschiedlich zu sein, sind jedoch alle miteinander verbunden. Kein Mensch ist für sich allein überhaupt überlebensfähig, so wie ein Blatt stirbt, wenn es von dem Baum hinunterfällt. So ähnlich wie ein Mensch, der in das Universum hinein transportiert werden würde, nicht leben könnte.

 Wir sind schon durch die Luft alle miteinander verbunden. Wir atmen alle die gleiche Luft ein und sind auf der gleichen Erde. Wir sind miteinander über die Erde, die Nahrung, das Wasser, die Luft und die Sonne verbunden. So wie die Blätter mit dem Baum verbunden sind und durch den Stamm genährt werden. Wir sind alle miteinander verbunden.

 Du kannst darüber nachdenken und meditieren. Bei der Atembeobachtungsmeditation, atmest du ein und aus und machst dir bewusst, dass die Luft, die du einatmest, schon durch viele andere Lungen und durch Pflanzen gegangen ist. Seit Jahrtausenden und Jahrmillionen ist sie durch so viele Lebewesen hindurchgegangen. Du bist verbunden mit Tausenden und Millionen von Lebewesen und letztlich mit allen Lebewesen. Mache dir bewusst, dass wir alle auf der einen Ebene miteinander verbunden sind. 

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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