Das 3. Kapitel hat folgende Hauptthemen:

  • Kundalini
  • Kundalini-Erweckung
  • die 10 Mudras

 

Svatmarama spricht davon, dass letztlich die Kundalini entscheidend ist für alle Yogapraktiken. Die Kundalini muss erweckt werden, um zu Samadhi zu kommen, um die höchste Erkenntnis zu bekommen, damit der Geist ruhig wird und du Unmani Avastha erreichst.

Wie erweckst du die Kundalini? - Indem du diese 10 Mudras übst:

  1. Maha Mudra
  2. Maha Bandha
  3. Maha Veda
  4. Khechari
  5. Uddiyana
  6. Mula Bandha
  7. Jalandhara
  8. Viparita Karani
  9. Vajroli
  10. Shakti Chalini

 

Er spricht einige Verse über die Maha Mudra (großartige Mudra). Sie soll helfen, dass die Energie in die Sushumna tritt und die Kundalini erwacht. Alle Mudras – so sagt er am Ende des 3. Kapitels – wollen letztlich die Kundalini erwecken.

Es gibt die Mudras, die wie eine Mudra-Reihe sind, wie Maha Bandha, Maha Veda und Shakti Chalini. Diese drei, die letztlich zusammenhängen, übt man eine nach der anderen.

Khechari Mudra erwähnt Svatmarama über viele Verse. Im 4. Kapitel sagt er ja dann, dass die Khechari Mudra auch einleitend zur Meditation geeignet ist und in Samadhi führt.

Von besonderer Wichtigkeit sind die drei Bandhas, die auch einzeln als Mudras bezeichnet werden: Uddiyana, Mula und Jalandhara Bandha. Er erwähnt auch, dass wir die Umkehrhaltung (Viparita Karani Mudra) bis zu drei Stunden halten können, um uns gänzlich zu erneuern und zu regenerieren.

Die Vajroli Mudra hat noch zwei Untervariationen: Sahajoli und Amaroli. Deren genaue Bedeutung beschreibt er erst einmal von einem rottantrischen Aspekt aus und danach im übertragenen Sinne, was sie als spirituelle Praxis bedeuten.

Am Ende des 3. Kapitels beschreibt er nochmals, dass es wichtig ist, Kundalini zu erwecken: „Der Yogi, der sein Leben an Brahman ausrichtet, der eine gemäßigte und reine Nahrung befolgt, der kann innerhalb von 40 Tagen Vollkommenheit erlangen und die Kundalini erwecken.“

Er sagt hier also, dass es relativ schnell geht.

Aber die Vorbereitungen, die ein Yogi, der Brahmachariya übt (was sowohl Enthaltsamkeit für einen gewissen Zeitraum heißen kann – hier ja 40 Tage -, als auch ausgerichtet an Brahman), und dann die Mudras intensiv praktizieren.

Also: Mudras üben!

 

Weiterhin sagt er, dass es gilt, die Kundalini zu erwecken und dafür Bhastrika zu praktizieren. Man muss aber auch im Yama (ethische Regeln) gefestigt sein. Ethik ist wichtig, und so können wir Zeit und Tod und alles überwinden. Dann erreicht man die Vollkommenheit, egal durch welche Mudra. Indem wir so Kundalini erwecken, kommen wir zu Raja Yoga (königlichen Vereinigung), zur Ruhe des Geistes.

Dann sagt er noch: „Man bekommt zum einen durch die Mudras die Siddhis (außergewöhnliche Kräfte), und wir bekommen die Fähigkeit, über alle Sterblichkeit hinauszuwachsen.“

So möchte ich dich noch einmal ermutigen, auch die Mudras zu üben. Bei Yoga Vidya lehren wir insbesondere die Chakra-Mudra-Reihe sowie die Bhastrika-Mudra-Reihe – zwei Mudra-Reihen, die besonders machtvoll sind und am Ende des Pranayama nochmals viel bewirken können.

Übe Pranayama, übe Mudras – dann wird die Meditation fast von selbst kommen.

Ich wünsche dir viel Inspiration. Praktiziere Hatha Yoga vom spirituellen Standpunkt aus, und du wirst tiefe Wirkung erfahren.

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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