YVS489 - Ghata Avastha - HYP IV 72-73

Ghata Avastha ist der zweite Schritt der Yoga Praxis. Die vier Schritte der Yoga Praxis sind ja Arambha Avastha, Vorbereitung. Dann Ghata Avastha, die Erfüllung, das Üben, die Aufnahmebereitschaft. Dann Parichaya Avastha, also das Füllen, die Vervollkommnung der Praxis, man übt regelmäßig, erfährt die kumulierte Wirkung. Schließlich Nishpatti Avastha, jenseits aller Grenzen, die Vollkommenheit.

 

Svatmarama bezieht jetzt dieses Konzept der vier Avasthas auf die Anahata Nada Meditation, die er hier allerdings in sehr fortgeschrittener Form beschreibt. Schon im ersten Stadium, also in Arambha Avastha wird Brahma Granthi durchstoßen. Der Yogi erfährt große Freude im Herzen und er hat ein Strahlen und Leuchten. Und so können wir uns bewusst sein, das sind schon fortgeschrittene Wirkungen, aber wir können es natürlich auch auf sanfte Weise üben, auch wenn wir nicht diese fortgeschrittenen Wirkungen haben.

 

Aber lasst uns jetzt hören, was Svatmarama dort sagt. Im zweiten Stadium Ghata Avastha wird das Prana eins mit Nada und gelangt in das mittlere Chakra. Der Yogi wird dann in der Asana fest, sein Geist wird geschärft und er wird ebenbürtig mit den Devas. Also im zweiten Stadium schon sehr weit. Schauen wir noch einmal, was im Sanskrit steht: Artha Ghata Avastha, der Topf Zustand, der zweite Zustand, ist Dvaita also Zweiter. Hier gilt, dass Vayu vereinigt ist mit Apana. Also Prana und Apana werden vereinigt. Diese kommen dann in Madhya, in den Mittleren, manchmal wird gesagt Chakra, das wird manchmal gesagt, dass das die mittlere Nadi ist, also Sushumna Nadi. Also Prana und Apana gehen in die Sushumna und von dort steigen sie nach oben. Und dann hört man diesen inneren Klang. Im ersten Stadium also in Arambha Avastha dort ist ja schon das Prana hochgestiegen, wenn dieses Prana hochsteigt, dann geht es immer weiter nach oben, das ist die Vorbereitung für Ghata Avastha. Die Asana wird also sehr fest, also die Körperstellung wird fest und bewegungslos. Der Yogi wird Jnani, zum Weisen. Er wird Sama gleich den Devas, den Göttern. Man könnte es auch übersetzen, er erlangt göttliche Weisheit. Das ist jetzt eigentlich ähnlich wie Arambha Avastha nur, dass es tiefer geht. Es ist nicht nur wie bei Arambha Avastha, dass es nur Freude ist, sondern es entsteht auch Weisheit.

 

  1. Vers:

Auf diese Weise wird Vishnu Granthi durchstoßen. Dies ist ein Zeichen, dass allerhöchste Glückseligkeit folgen wird, das ist der Name für den Raum, der in der Kehle ist. Es wird ein Gemisch von verschiedenen Tönen, ähnlich dem Klang einer Kesselpauke vernommen.

Also jetzt schauen wir nochmal was im Sanskrit steht: Vishnu Granthi wird durchstoßen. Und so gibt es ein Anzeichen Sushaka, das Paramananda, höchste Glückseligkeit erfahren wird. Es wird erfahren in der außerordentlichen Leere, insbesondere in der Kehle und dort hört man wie ein Stampfen und Gedröhne wie bei Kesselpauken, dieser Klang entsteht dort.

Das ist also Gatha Avastha und wenn du magst, kannst du das gleich als Übung mitmachen. Ich werde gleich die Übung ansagen und danach kannst du sie mitmachen, du kannst entweder ein paar Minuten mitmachen oder dann einfach in die Stille gehen. 

 

Sitze also ruhig und gerade, atme ein paarmal tief ein und aus. Beim Einatmen ziehe die Energie gleichzeitig von Ida und Pingala zum Muladhara Chakra. Halte kurz die Luft an mit Mula Bandha, spüre Muladhara Chakra. Beim Ausatmen schicke die Energie durch die Sushumna bis zum Vishuddha Chakra in der Kehle. Dann atme wieder ein durch Ida und Pingala zum Muladhara Chakra, halte kurz die Luft an, übe Mula Bandha, atme aus, schicke Bewusstheit, Prana und Shakti durch die Sushumna hoch zum Vishuddha Chakra. Halte kurz die Luft an, spüre Vishuddha Chakra. Wiederum atme ein durch Ida und Pingala zum Muladhara Chakra, halte die Luft an mit Mula Bandha, ausatmen schicke die Energie durch Sushumna bis Vishuddha Chakra, halte die Luft an, Halswirbelsäule und Kehle. Halte jetzt die Konzentration in Vishuddha Chakra, Halswirbelsäule und Kehle, lasse das Atmen sanft werden Kevala Kumbhaka. Höre den inneren Klang und im inneren Raum der Kehle. Vielleicht hörst du ein lautes Gedröhne, vielleicht hörst du den Klang wie Pauken, wie Kesselpauken oder Trommeln. Vielleicht auch nur einfach einen hohen Klang. Wenn aber möglich absorbiere dich in den lauten Klang, das laute Gedröhne in Klang von Pauken und Trommeln. Und lass diesen lauten Klang dich in Paramananda führen. Große Freude, große Ausdehnung, Freude, Unendlichkeit, Ewigkeit.

„STILLE“

OM OM OM

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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