Hier beschreibt Svatmarama, Kanda. Kanda wird auch als Wurzelknolle bezeichnet. Sie erstreckt sich bis eine Spanne oberhalb des Muladhara Chakras und ist vier Finger breit. Kanda wird beschrieben als zart, weiß und wie in Baumwolle gehüllt. Aus Kanda entspringen die 72.000 Nadis.
Verschiedene Beschreibungen zu Kanda und seine Lokalisation
Zu Kanda gibt es verschiedene Aussagen. Manche meinen, dass Kanda sei nur oberhalb des Nabels, manche sagen, es befindet sich hinter dem Nabel. Es heißt auch, dass aus Kanda alle 72.000 Nadis entspringen. Kanda ist die Wurzelknolle und wenn man letztlich alle verschiedenen Schriften zusammen bringt, dann kommt man dazu, dass Kanda so etwas ist wie ein Ei. Der untere Teil dieses Eis ist zwischen Geschlechtsorganen und Anus. Also im hinteren Teil der Scheide. Svatmarama nennt das an mehreren Stellen Kanda Yonih. Ich nenne es gerne Kanda Punkt. Also der untere Punkt, wo sich auch die Ferse befindet, wenn man in Sidasana sitzt. Oder auch den Punkt, den man aktiviert eben durch verschiedene Mudras.
Kanda, als Ei, reicht dann nach oben, in den Bauchraum hinein. Svatmarama sagt hier, dass es zwölf Finger weit nach oben geht, das sind 31 Zentimeter, reicht also bis in den Bauchraum hinein. Manche sagen, dass es nur bis hinter den Nabel geht, das sind nicht ganz 31 Zentimeter, vielleicht höchstens 25 Zentimeter. Andere sagen, dass Kanda den ganzen Bereich umfasst, in dem sich die unteren drei Chakras befinden. Und so ist das diese Zentrale.
Kanda im Vergleich mit anderen Traditionen
In Japan gibt es den sogenannten Harra. Dieser befindet sich etwas unter dem Nabel, Harra spielt in verschiedenen fernöstlichen Kampfsportarten eine gewisse Rolle. Dabei ist Harra eine Stelle im Bauch, auf die man sich zentrieren soll. Dieser Punkt, spielt in der traditionellen chinesischen Medizin, in Japan und in vielen Kampfsportarten eine wichtige Rolle als zentraler Energiepunkt. Er ist quasi in der Mitte von diesem Kanda.
Sushumna Nadi und Saraswati Nadi
Kanda verbindet letztlich die Energie der unteren drei Chakras. Es gibt in diesem Bereich drei Nadis. Zum einen die Sushumna Nadi, die mehr hinten in der Wirbelsäule verläuft. Weiter vorne gibt es Nadi und das wird in manchen Büchern als Saraswati Nadi bezeichnet. Die also die vorderen Bereiche der Chakras miteinander verbindet. Und Kanda ist letztlich dazwischen als eine Wurzelknolle, wie ein Ei.
Kanda stellt man sich also vor als zarter und weißer Punkt, der in wie in einen Baumwollstoff gewickelt erscheint. Und hier sind die verschiedenen Nadis zu finden.
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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.
Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.
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